nvvm.ch https://www.nvvm.ch/blog/ Thu, 19 Mar 2026 08:00:04 +0000 de-DE hourly 1 Achtung: Igel in Gefahr wegen Mährobotern, Rasentrimmern und Motorsensen https://www.nvvm.ch/blog/wegen-gartenarbeit-igel-in-gefahr/ https://www.nvvm.ch/blog/wegen-gartenarbeit-igel-in-gefahr/#comments Wed, 12 Jul 2023 12:33:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/wegen-gartenarbeit-igel-in-gefahr/ Weiterlesen

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Zunehmend werden in Gärten schwerverletzte Igel mit Schnittwunden, Brüchen und Gesichtsverletzungen entdeckt. Sie müssen von Tierärztinnen erlöst werden. Überlebende müssen mit grossem Aufwand von Igelstationen aufgepäppelt werden.

Mähroboter, Rasentrimmer und Motorsensen sind die Ursachen solcher Verletzungen.


Igel von Maehrobotter verletzt 1

Schütze Igel: Bitte Vorsicht bei der Gartenarbeit!

Igel halten ihren Tagschlaf in hohem Gras, unter Hecken, Büschen, Bodendeckern und Laub. Nähert sich ein «Feind», flüchten die Igel nicht, sondern rollen sich ein und bleiben auf der Stelle sitzen. Deshalb können Rasenmäher, -trimmer und Motorsensen die Tiere sehr schwer verletzen oder töten.

Bevor du also mit Gartenarbeiten beginnst, suche bitte den Bereich vorsichtig ab, z.B. mit einem Grasrechen. Da Igel selten Schmerzlaute von sich geben, werden sie auch nicht bemerkt, wenn sie sich nach Verletzungen noch in Deckung bringen können. Sie sterben qualvoll.

Mähroboter verletzen oder töten kleine Igel

Wer nicht auf Mähroboter verzichten möchte, soll diese Massnahmen ergreifen:

  1. Setze das Gerät nur am Tag ein, wenn das Nachttier Igel z.B. in der Hecke schläft.
  2. Mach den „Apfel-Test“: Lege dazu einen 200 g-Apfel ins Gras und beobachte, ob das Gerät über das Hindernis oder darum herumfährt.
  3. Stell dem Igel zuliebe einen Bodenabstand von 4,5 cm oder weniger ein.
Maehrobotter Apfeltest rettet Igel Leben

Hilf mit und verbreite diese Informationen

Hier findest du einen Brief, den du deinen Nachbarn in den Briefkasten werfen kannst zum Ausdrucken und verteilen:

Schütze Igel: Brief an die Nachbarn zum Ausdrucken.

Vielen Dank für deine Mithilfe.

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Die Tiere im Vogelhölzli https://www.nvvm.ch/blog/die-tiere-im-vogelhoelzli/ https://www.nvvm.ch/blog/die-tiere-im-vogelhoelzli/#comments Tue, 17 Aug 2021 15:01:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/die-tiere-im-vogelhoelzli/ Weiterlesen

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Für viele Tiere ist das Vogelhölz ein ungestörter Lebensraum. (Bild: Illustrationen Ben Fürst).

Das Vogelhölzli ist seit Jahrzehnten ein ungestörter Lebensraum für eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Schwanzmeisen und Mäusebussarde ziehen hier ihre Jungen auf und der Mittelspecht stochert in den toten Baumstämmen nach Insekten. Der Zaunkönig baut im dichten Bewuchs ungestört sein Nest.

Die Birs wurde auf dem Abschnitt «Vogelhölzli » (Neuewelt bis Schänzli) über mehrere Jahre revitalisiert. Im Gegensatz zu früher liegt der Weg neu an der Böschungsoberkante. Die Beobachtungskanzel mit der Infotafel bietet einen Blick zum rechten Ufer auf das Vogelreservat "Vogelhölzli". Dieses Vogelschutzgebiet bleibt auch weiterhin für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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Die Beboachtungskanzel mit Blick aufs Vogelhölzli bei Hochwasser.

Der Wald, die Abbruchkante des Ufers und die Birs garantieren das Überleben der Tiere beim Vogelhölzli. Der Eisvogel gräbt am Steilufer eine Röhre mit einer Nistkammer für seine Jungen. Die Wasseramsel findet in den störungsarmen Wasserbereichen Insektenlarven, Wasserkäfer und Flohkrebse, um sich den Magen zu füllen.

Die Geschichte des Vogelhölzli

Der Tierschutz beider Basel pachtet das 2.5 Hektaren grosse Schutzgebiet seit 1933 vom Kanton Basel-Landschaft und betreut es. Einst beherbergte das Vogelhölzli Stammgäste wie Feldhase, Nachtigall oder den Pirol. Diese Bewohner sind mit dem Bau der angrenzenden Autobahn 1982 verschwunden und das Vogelhölzli schrumpfte auf einen Drittel seiner ursprünglichen Fläche.

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Blick über das Vogelhölzli. Die quadratische Ausbuchtung am unteren Weg ist die Beobachtungskanzel mit dem Infoschild.

Seit der Revitalisierung 2014 wechseln sich in der Birs ruhige Abschnitte und rauschende Strömungen ab. Innert kurzer Zeit ist der Uferabschnitt ein attraktiver Lebensraum für viele Vögel geworden. Auch dem Eisvogel - für dessen Schutz sich der NVVM einsetzt - scheinen die neuen Steilwände zu gefallen und die neugestalteten Buchten bieten Fischchen guten Schutz vor der starken Strömung.

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Der Eisvogel brütet in Steilwänden. (Foto: Andi Meier).

Die Vögel im Vogelhölzli

Der Mittelspecht bevorzugt Laubund Auenwälder mit vielen alten Eichen und Totholz. Sein Schnabel ist feiner als bei anderen Spechten und eher zum Stochern als zum Hacken geeignet. Trommeln hört man ihn nur sehr selten. Er markiert dafür sein Revier in der Brutzeit mit einem klagenden Quäken. In der Schweiz ist er potenziell gefährdet, im Raum Basel kommt er noch in grösseren Beständen vor.

Der Mäusebussard segelt gern über der Region und schläft und brütet meist im Wald. Auch im Vogelhölzli zieht er Nachwuchs auf.

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Der Mäusebussard segelt über Münchenstein und findet im Vogelhölzli Raum zum Brüten. (Foto: Andi Meier).

Der Zaunkönig ist einer der kleinsten Vögel der Schweiz, dafür hat er eine umso lautere Stimme. Das Männchen baut eines oder mehrere Nester auf dem oder nahe am Boden. Das Weibchen wählt eines aus und polstert es für das Brutgeschäft mit feinem Material aus.

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Winzig aber sehr laut: der Zaunkönig. (Foto: Torben Weber).

Die Schwanzmeise baut aus Moos, Fasern, Haaren und Federn eines der weichsten Nester der Vogelwelt. In kalten Nächten kuscheln sich manchmal mehrere Vögel auf einem Ast zusammen.

Auch Mönchsgrasmücke, Buchfink, Zilpzalp, Kleiber, Stockente, Graureiher, Amsel (5), Blaumeise (6), Eichelhäher (7), Siebenschläfer (8) und Eichhörnchen finden im Vogelhölzli ein Zuhause.

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Der Kleiber klettert im Vogelhölzli ungestört. (Foto: Andi Meier).

Die Wasseramsel  ist der einzige Singvogel, der seine Nahrung unter Wasser sucht. Sie schwimmt und taucht geschickt und erbeutet vor allem Larven von Wasserinsekten, selten kleine Fischchen. Der Wasseramsel gefällt es überall, wo es permanent fliessendes Wasser, grosse Steine im Wasserlauf oder Uferabbrüche gibt. Ihre Kugelnester baut sie in Wassernähe in Höhlungen, hinter Wasserfällen oder unter Brücken.

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Der Wasseramsel gefällt es an Fliessgewässern.(Foto: Andi Meier).

Die Bachstelze erkennt man sofort an ihrem trippelnden Gang, dem wippenden Schwanz und den nickenden Kopfbewegungen. Sie fühlt sich überall dort zu Hause, wo sie Brutnischen für ihr Nest findet.

Die Gebirgsstelze mag naturnahe Flüsse und Bäche mit kiesigen Ufern. In Nischen und Uferabbrüchen baut sie ihr Nest. Wie alle Stelzen wippt sie ständig mit dem Schwanz. So verständigt sie sich mit Artgenossen, denn das Rauschen des Wassers übertönt oft alle Rufe und Gesänge.

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Lebt gern an an naturnahen Gewässern: die Gebirgstelze. (Foto: Andi Meier).

Der Eisvogel gräbt zum Brüten eine lange, waagrechte Röhre ins Steilufer. Ihm gefällt es an Gewässern, die von Gehölzen gesäumt sind und wo es viele Sitzwarten gibt. Wenn er im Wasser Beute entdeckt, stürzt er sich von der Sitzwarte aus kopfüber hinein. Der Eisvogel ist sehr scheu und ergreift bei der kleinsten Störung die Flucht.

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Dem Eisvolgel gefällt es an Orten, wo es viele Sitzwarten gibt. (Foto: Andi Meier).

Mit dem Hakenschnabel und den Sägezähnen am Schnabelrand hält der Gänsesäger seine Beutefische fest. Er lebt gerne an naturnahen Gewässern. Flussverbauungen und Gewässerverschmutzung machen ihm das Leben schwer. Von Freizeitaktivitäten fühlt er sich schnell gestört.

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Fühlt sich schnell gestört: der Gänsesäger. (Foto: Andi Meier).

Die Bachforelle verlässt ihr Territorium nur, um zwischen Oktober und Januar auf kiesigem Untergrund die Eier abzulegen. Tagsüber verbirgt sie sich im Schatten des Ufers und bleibt – mit dem Kopf gegen die Strömung gerichtet – an Ort. Die Bachforelle ist sehr aufmerksam. Sie flüchtet schon bei kleinsten Erschütterungen oder wegen Schatten, die sich bewegen. Wird sie zu oft gestört, verlässt sie ihr Territorium.

Was bringt die Zukunft?

Zunehmende Freizeitnutzung macht den Tieren im Vogelhölzli zu schaffen. Eine Infotafel auf am Münchensteiner Ufer ruft dazu auf, Rücksicht zu nehmen und den Tieren ihre Ruhe zu gönnen. Wer sein Interesse an der Natur mit dem Beobachten aus der Ferne stillt, wird mit der Freude über die Vielfalt im Vogelhölzli belohnt.

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Gönn dem Graureiher seine Ruhe und beobachte ihn aus der Ferne. (Foto: Marco Stalder).

Der NVVM hat beim Erstellen der Infotafeln des Tiefbauamts Basel-Landschaft mitgewirkt. Diese sollen helfen, die Menschen zu sensibilisieren und den Tieren etwas Ruhe zu gönnen.

Möchtest du mehr über Natur und Tiere erfahren? Dann abonniere den NVVM-Veranstaltungsnewsletter direkt unter diesem Beitrag, damit du unsere Vorträge, Exkursionen und Kurse nicht verpasst.

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10 Tricks, mit denen dein Natur-Verein erfolgreich online geht https://www.nvvm.ch/blog/10-tricks-mit-denen-dein-natur-verein-erfolgreich-online-geht/ https://www.nvvm.ch/blog/10-tricks-mit-denen-dein-natur-verein-erfolgreich-online-geht/#comments Tue, 17 Aug 2021 15:01:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/10-tricks-mit-denen-dein-natur-verein-erfolgreich-online-geht/ Weiterlesen

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Online-Marketing für den Naturschutz, das muss dir als Naturfreundin nicht fremd sein.

Hier bekommst du 10 Online-Marketing-Tipps. Du wirst sehen, dass dir die Online-Marketing-Denke gar nicht so fern liegt.

1. Erforsche den seltenen Vogel

Als Naturschutzverein hast du ein Zielpublikum. Das sind Naturfreunde und Naturfreundinnen.

Nicht jede Person kann und soll sich von dir angesprochen fühlen, sondern ganz explizit Menschen, die ein Herz für Igel, Schwalbe, Dachs und Co. haben.

Wie findest du diesen idealen Naturfreund, den du ansprechen möchtest?

Suche eine Person stellvertretend für deine Zielgruppe der Naturfreundinnen heraus und erstelle einen Steckbrief.

Studiere diese Person so genau, wie einen seltenen Vogel.

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Studiere deinen idealen Naturfreund, wie einen seltenen Vogel.

Der Trick:

Dein Ziel ist es, diese naturliebende Person so genau zu kennen, dass du dich in sie hineindenken kannst. Beobachte diese Person im Geiste ganz genau.

  • Was liest sie?
  • Was macht sie in ihrer Freizeit?
  • Woran studiert sie nachts herum, wenn sie nicht schlafen kann?
  • Wem folgt sie auf Facebook?
  • Was googelt sie?

2. Nimm die Lupe und finde den Unterschied

In der Natur ist eigentlich alles einzigartig. Vielleicht musst du die Lupe oder das Mikroskop zu Hilfe nehmen, aber kein Schmetterling hat genau dasselbe Muster wie der andere.

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Schau genau hin: Im Kleinen ist alles einzigartig.

Auch dein Verein ist einzigartig. Vielleicht gibt es Naturschutzvereine auch in den Nachbargemeinden, aber nur in deinem Verein sind genau diese Personen mit ihrem Wissen und Können.

Stell deine Einzigartigkeit ins Zentrum.

Der Trick:

  • Erstelle eine «Über-uns»–Seite auf deiner Website und stelle deinen Verein vor.
  • Stell vor, was genau deinen Verein speziell macht und schreibe nicht ab, was andere schreiben.
  • Erstelle einzigartige Inhalte für deine Website. Dass sie einzigartig sind, merkst du daran, dass sie nur auf deiner Webseite stehen können, auf jeder anderen Seite wären sie fehl am Platz. Stelle beispielsweise die Lebensräume deiner Gemeinde vor. Es gibt sie nur bei euch! Das müssten keine grossen Naturschutzgebiete sein. Vielleicht gibt es einen kleinen Teich, zu dem jedes Jahr die Kröten wandern oder ein Flussuferabschnitt an dem Eisvögel zu Hause sind. Auch die Projekte deines Vereins gehören in diese Kategorie.

3. Streng dich an für jede Nuss

Als Naturschutz-Verein möchtest du Menschen für die Natur begeistern.

Dafür musst du die Menschen aber auch erreichen. Das geht sehr gut per E-Mail. Das Problem ist: Die meisten Menschen geben ihre E-Mail-Adresse nicht einfach so her.

Für dich heisst das: Es ist ein wenig wie beim Nüsse sammeln. Du wirst dich etwas anstrengen müssen.

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Anstrengend, lohnt sich aber: sammeln für die Zukunft.

Aber du kannst jede gesammelte Nuss in die Tasche stecken. Sie wird dir lange erhalten bleiben und wenn du die Nuss in den Boden setzt, sie giesst und pflegst, wächst ein Baum daraus.

Nutze also jede Gelegenheit.

Sammle E-Mail-Adressen und lass deinen Newsletter-Verteiler wachsen.

Der Trick:

  • Platziere im oberen Drittel der Website eine Anmeldung für deinen Newsletter. Platziere die Anmeldung an möglichst vielen weiteren Stellen der Website.
  • Schreibe bei der Anmeldung genau dazu, was die Person erwartet. Was bekommt sie dafür, dass sie dir ihre E-Mail-Adresse gibt? Vielleicht einmal im Monat eine Auflistung der neusten Vogelsichtungen oder einen Hinweis auf kommende Veranstaltungen? Dann schreib das!
  • Stelle einen Blog auf deine Website und füge auch dort eine Anmeldung für den Newsletter ein.
  • Mach überall wo du kannst auf deinen Newsletter aufmerksam: auf deinen Flyern, in deiner E-Mail-Signatur - einfach überall, wo es geht.

4. Biete die schmackhaftesten Beeren

Du hast deinen Naturfreund studiert, hast einen Steckbrief erstellt und kennst ihn in- und auswendig.

Warum soll sich jetzt dein Naturfreund für dich interessieren?

Natur Verein online erfolg

Weil du die leckersten Beeren hast!

Biete das an, was dein Naturfreund von dir will.

Der Trick:

  • Hänge den Steckbrief beim Schreiben über dein Pult oder lege ihn neben deinen Computer.
  • Richte dich im Geist immer an diesen einen Naturfreund, wenn du einen Text schreibst, eine Veranstaltung planst oder einen Facebook-Post absetzt.
  • Finde heraus welche Fragen und Probleme diese Naturfreundin hat. Was möchte sie wissen, welche Information will sie unbedingt haben?
  • Beantworte die drängenden Fragen dieses Naturfreundes. Vielleicht möchte die Person wissen, wie man im heissen Sommer eine Vogeltränke richtig aufstellt, oder ob man im Winter die Vögel füttern soll? Gib die Antwort!
  • Merke dir die Fragen, die Ratsuchende an deinen Verein stellen, schau dich in passenden Foren und in Facebook-Gruppen um und beantworte die Fragen, die du dort entdeckst.
  • Beantworte die Fragen so ausführlich, dass alle Fragen des Lesers beantwortet sind und er keinen weiteren Bedarf hat, weitere Texte zu lesen. Hat jemand anders schon einen Artikel zum Thema geschrieben? Dann schreib einen besseren!

5. Puste dein Wissen in die Welt

Viele Menschen haben Mühe damit, ihr Wissen einfach so zu teilen. Genau das ist aber der Trick, mit dem du online viele Leute erreichst.

Sei grosszügig und streue dein Wissen in die Welt, wie eine Pusteblume ihre Samen.

10 Tricks Natur Verein erfolgreich online 1
Auch wenn du nicht genau weisst, wohin es entschwindet, streue dein Wissen, lass es los.

Streue dein Wissen.

Der Trick:

  • Teile auf dem Blog deiner Website die Inhalte für die sich dein Naturfreund interessiert.
  • Verschicke dein Wissen in deinen Newsletter.
  • Poste dein Wissen und deine schönen Bilder auf Facebook.

Es muss keine Weltsensation sein. Manche Menschen, die die Natur lieben, können vielleicht nicht so oft nach draussen oder haben vor lauter Arbeit nicht so viel Zeit.

Diese Menschen freuen sich, wenn du ihnen darüber berichtest, was Waldkauz, Blaumeise und der Fuchs in deiner Gemeinde treiben oder wenn du ihnen erklärst, mit welchen Balkonpflanzen sie Schmetterlingen eine Freude machen.

6. Sing das virtuoseste Lied

Gut schreiben können ist die Grundlage, wenn du dein Wissen verbreitet willst.

Auch in der Natur lohnt es sich, Mühe und Arbeit in eine Sache zu stecken, um richtig gut darin zu werden: Der Amselmann mit dem virtuosesten Lied gewinnt die Aufmerksamkeit der Amselfrau ...

lerne gut schreiben
Schreib so virtuos, wie der Amselmann singt.

Gut schreiben für deinen Online-Auftritt heisst: virtuos, hilfreich, spannend, nützlich und vorallem angenehm und einfach zu lesen.

Lerne gut zu schreiben.

Der Trick:

  • Sei klar und verständlich, damit deine Leser Spass beim Lesen haben.
  • Schreib nicht verschwurbelt oder wie in einem Werbetext, sondern in kurzen klaren und verständlichen Sätzen.
  • Vermeide Substantive, wenn du stattdessen ein Verb verwenden kannst: Vollführt der Vogel einen Tanz? Nein, er tanzt! Lässt der Storch auf dem Nest Schnabelgeklapper hören? Nein, er klappert mit dem Schnabel.
  • Schreibe aktiv statt passiv: Wird das Junge von den Vogel-Eltern gefüttert? Nein, die Vogeleltern füttern ihr Junges.

Du brauchst nur ein paar Regeln zu kennen und du schreibst gleich viel besser. Ich empfehle dir dazu das Büchlein «Deutsch für junge Profis» von Wolf Schneider.

7. Singe jeden Morgen

Was passiert, wenn der virtuose Amselmann nur an einem frühen Morgen singt und es sich dann für den Rest des Frühlings auf seinem Ast gemütlich macht? Wenn andere Amselmänner ihre Lieder schmettern und er schweigt, ist er schnell vergessen.

Mit deinen Online-Aktivitäten ist es ähnlich. Deine Nutzer vergessen dich nicht, wenn sie regelmässig von dir hören. So baust du eine Beziehung auf.

Baue Beziehungen auf und pflege sie.

Der Trick:

Sorge dafür, dass du in den Köpfen bleibst. Das funktioniert dann, wenn du regelmässig wahrgenommen wirst.

  • Versende in einem gewissen Abstand E-Mails.
  • Poste in regelmässigen Abständen auf Facebook.
  • Veröffentliche regelmässig Blogartikel.

8. Folge den Jahreszeiten

Im Frühling blüht und wächst alles, im Sommer reifen Samen, im Herbst fallen die Blätter und im nächsten Frühling geht es wieder von vorne los …

Die Natur hat ihre Strategie, um mit den Jahreszeiten klarzukommen. Wichtig ist die Reihenfolge. Es wäre für einen Baum keine gute Idee Anfang Sommer die Blätter abzuwerfen.

folge der online strategie
Die Strategie der Natur: Das Laub fällt im Herbst und die Wiese blüht im Sommer.

Lege auch du deine Strategie fest, mit der du Interessenten in Mitglieder verwandelst.

Stell deine Online-Aktivitäten in eine Reihenfolge.

Der Trick:

Die Reihenfolge ist deine Strategie, die du in dieser Abfolge immer wieder durchspielst:

  • Dank nützlichen Inhalten lernen Interessierte dich als Experte kennen und fassen Vertrauen.
  • Menschen die dir vertrauen, geben dir ihre E-Mail-Adresse.
  • Bleibe in Kontakt mit diesen Menschen und sende ihnen regelmässig E-Mails zu Themen, die sie begeistern.
  • Menschen, die von dir begeistert sind, werden dir folgen und vielleicht später Mitglied werden.

Was in der Natur gilt, gilt auch im Online-Marketing: Halte die Reihenfolge ein.

Naturfreunde sollen dich kennen und schätzen lernen. Überfalle sie deshalb nicht bei der ersten Begegnung mit einer Spendenanfrage oder halte ihnen nicht gleich ein Anmeldeformular unter die Nase. Gib ihnen Zeit, dich kennenzulernen.

9. Füttere den Ameisenhaufen

Eine Website, die niemand besucht, bringt dir nicht viel.

Deine Strategie funktioniert, wenn viele Menschen auf deine Website kommen.

Auf deiner Website sollte es zu und her gehen, wie auf einem Ameisenhaufen: Was du dir wünschst ist ein emsiges Kommen und Gehen und Treiben und auf deinem Ameisenhaufen sollten sich stetig mehr Ameisen tummeln.

Erinnerst du dich an die schmackhaften Erdbeeren? Dort, wo die leckersten Erdbeeren sind, ist das emsigste Treiben.

Sorge für emsiges Treiben auf deiner Website.

Der Trick:

Die nützlichen Inhalte, die du in deinem Blog für deinen Naturfreund erstellt hast, ziehen automatisch Naturfreunde auf deine Website. Man nennt das in der Marketingsprache „Traffic“.

Warum das so ist? Weil du über Themen berichtest, die Naturfreunde interessieren und nach denen sie googeln.

  • Gute Inhalte  werden  in den Google-Suchresultaten weiter oben anzgezeigt.
  • Mit einem Link auf der Facebook-Seite zu deinem Blogartikel,  ziehst du die Nutzer von Facebook auf deine Website.
  • Schalte Facebook-Anzeigen für deine Blogartikel, dann erreichen deine Inhalte noch mehr Leute, die dich noch nicht kennen. Sie landen auf deiner Website und schauen sich dort um.

10. Nimm dir den Wald zum Vorbild

Dein Ziel als Naturschutzverein ist es, Natur zu schützen und Natur zu vermitteln.

Wie erreichst du möglichst viele Menschen?

Kennst du das Internet des Waldes? Es sind die Mykorhizza-Pilze, die über die feinen Wurzeln mit Pflanzen eine Symbiose bilden. Die Myzel-Geflechte der Pilze verbinden sich untereinander und damit die einzelnen Bäume des Waldes zu einem grossen Netzwerk. Über dieses Geflecht tauschen die Bäume mittels chemischer Botenstoffe Informationen aus.

Vernetz dich
Bäume sind untereinander über Mykorhizza-Geflechte vernetzt.

So empfangen Bäume Informationen, die sie niemals erreichen würden, wenn sie ganz alleine wären.

Auch du profitierst, wenn du nicht ganz alleine dastehst. Also:

Vernetz dich!

Der Trick:

  • Vernetze dich: Schreibe Gastbeiträge für andere Webseiten, auf denen sich möglicherweise dein Zielpublikum tummelt.
  • Kontaktiere Webseiten, auf denen Naturfreunde unterwegs sind und frage, ob sie einen Link auf deine Website setzten. Das kann dann der Fall sein, wenn du einen speziell nützlichen Inhalt hast. Vielleicht hast du eine Karte mit den Lebensräumen der Gemeinde? Das ist möglcherweise auch für die Gemeindewebsite interesserant und sie setzen einen Link auf dich.
Funktioniert Online-Marketing auch für Naturschutzvereine?

Ich gebe dir als Antwort zwei Beispiele:

Wenn deine Website die einzige ist, die über die Teufelsgrabenschlucht berichtet, dann werden Menschen, die per Google in Münchenstein nach diesem Ort suchen, zwangsläufig auf deiner Website landen und dich als Experten für diesen und andere Lebensräume in Münchenstein wahrnehmen. Denn nur du berichtest darüber. An den NVVM sind auf diese Weise ganz konkret Naturschutzanfragen gelandet, bei denen der Verein dann mitreden konnte.

content marketing verein
Rotkehlchen im Vogelbad

Wenn sich auf deiner Website eine gute Beschreibung findet, wie man Vogeltränken aufstellt, dann werden Menschen, die im heissen, trockenen Sommer den Vögeln helfen wollen, auf deinen Beitrag stossen. Wenn diese Menschen auf deiner Website dann sehen, dass du spannende Projekte hast, werden sie vielleicht Mitglied oder möchten Freiwilligenarbeit leisten. So geschehen beim NVVM.

Fazit:

Machst du Marketing für deinen Verein, machst du Marketing für die Natur.

Du brauchst keine Vorurteile zu haben, die Natur macht es auch nicht anders.

Deshalb:

  1. Erstelle einen Steckbrief von deinem idealen Naturfreund
  2. Stell deine Einzigartigkeit ins Zentrum
  3. Sammle Kontakte und lass deinen E-Mail-Verteiler wachsen
  4. Biete das an, was der Naturfreund von dir will
  5. Streue dein Wissen grosszügig in die Welt
  6. Lerne gut zu schreiben
  7. Bau Beziehungen auf und pflege sie
  8. Stell deine Online-Aktivitäten in eine Reihenfolge und halte die Strategie ein
  9. Sorge für emsiges Treiben auf deiner Website
  10. Nimm dir den Wald zum Vorbild und vernetze dich

Wenn dir die Natur am Herzen liegt, solltest du nicht zögern und dir die erfolgreichen Methoden aus dem Online-Marketing abschauen.

Das hat nichts mit schmierigen Methoden zu tun. Sondern du sorgst damit dafür, dass Menschen sich für die Natur begeistern und hoffentlich mithelfen, sie zu schützen.

Machst du Marketing für deinen Verein, machst du Marketing für die Natur.

Text: Tanja Dietrich: Beratung für Marketing mit guten Inhalten.

Tanja Dietrich ist PR-Expertin, Biologin und Coach für Online-Sichtbarkeit. Sie unterstützt Organisationen, Vereine und Kleinunternehmer dabei, online bekannt zu werden.

In ihren Blogartikeln zeigt sie, wie man es schafft, mit Content- und Facebook-Marketing Wissen zu vermitteln und den Verein und seine Anliegen bekannt zu machen. www.tanjadietrich.ch

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Die Zauneidechse https://www.nvvm.ch/blog/die-zauneidechse/ https://www.nvvm.ch/blog/die-zauneidechse/#comments Tue, 17 Aug 2021 15:00:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/die-zauneidechse/ Weiterlesen

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Aussehen

Zauneidechsen (Lacerta agilis) können bis 25 cm lang werden. Ihr Körper ist eher gedrungen und kräftig. Der Kopf ist kurz und endet in einer stumpfen Schnauze. 

Ihre Gestalt lässt sie gut von den zierlicheren Mauereidechsen unterscheiden. Zauneidechsen sind braun gefärbt und haben auf dem Rücken einen hellen Streifen mit grossen schwarzen Flecken, beiderseits davon an den Flanken tragen sie Augenflecken. Während der Fortpflanzungszeit sind die Männchen an der Kehle und an den Flanken leuchtend Grün gefärbt.

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Mauereidechse, Foto: Andi Meier,

Titelbild oben: Zauneidechse, Foto: Andi Meier

Lebensraum der Zauneidechse

Die Zauneidechse ist auf der Alpennordseite und dem Wallis heimisch. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt im Mittelland. Über 1000 m Höhe begegnet man den Tieren nur selten.

Der deutsche Name «Zauneidechse» weist auf ihre Lebensweise hin. Zauneidechsen sind Grenzgänger. Sie besiedeln Waldränder, Heckensäume, Wiesenböschungen und Ackerränder. Ebenso findet man sie entlang von Strassen, Bahnlinien und Flussufern oder auch in Kiesgruben. Wichtig für dieses Reptil sind ungenutzte Flächen wie Brachland und Streifen mit Altgras.

Zauneidechsen lieben einzelne Dornengebüsche, Hecken sowie Ast- und Steinhaufen. Diese Kleinstrukturen sind in der gepflegten Landschaft von heute selten geworden. Die Weibchen brauchen vegetationsfreie Stellen auf grabfähigem Substrat, damit sie ihre Eier eingraben können. 

Die Echsen können auch viele durch den Menschen geschaffenen Lebensräume bewohnen, wie Bahndämme, Sand- oder Kiesgruben und Steinbrüche. Ihre bevorzugten Lebensräume fallen oft modernen Kulturlandschaften zum Opfer. Deshalb werden Zauneidechsen zunehmend auf kleine Flächen abgedrängt. So entstehen eine Vielzahl von stark aufgesplitteten Standorten mit wenigen Tieren. Diese Populationen sind anfällig für Verluste.

Lebensweise der Zauneidechse

Zauneidechsen kann man tagsüber gut beobachten. Sie werden besonders in den späten Vormittagsstunden aktiv. Dann sonnen sie sich mit Vorliebe auf kahlen Stellen und in den Lücken der Grasschicht, dort können sie bei Gefahr sofort untertauchen. An heissen Tagen verbringen die Echsen die meiste Zeit im Halbschatten.

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Zauneidechse, Foto: Andi Meier

Im März/April verlassen zuerst meist die Jungen das Winterquartier. Danach erscheinen die Männchen und nach zwei bis drei Wochen folgen die Weibchen.

Die Fortpflanzung der Zauneidechse

Gegen Ende April beginnt die Paarungszeit. Die Männchen haben sich schon gehäutet und tragen jetzt ihre leuchtend grüne Färbung. Treffen sie auf der Partnersuche auf einen Rivalen, führt dies zu unblutigen Kommentkämpfen, die mit der Flucht des unterlegenen Männchens enden. Nach der Paarung werden pro Weibchen etwa 5-10 weichschalige, weisse Eier in ein lockeres Substrat, wie zum Beispiel Sand, eingegraben. Die Inkubationszeit der Eier ist stark temperaturabhängig und kann 30 bis 60 Tage dauern oder auch länger. Dann schlüpfen die bis ca. 6,5 cm langen Jungtiere.

Im Spätsommer/Herbst verschwinden zuerst die Männchen in die Winterquartiere, gefolgt von den Weibchen. Zauneidechsen verschlafen die kalten Monate in frostfreien Schotterhaufen, Holzhaufen, Baumstümpfen oder Gesteinsspalten. Die Jungtiere können noch bis im Oktober beobachtet werden.

Die Leibspeisen der Zauneidechsen

Zauneidechsen fressen vor allem Insekten, Spinnen, Hundert- und Tausendfüsser, Regenwürmer und Schnecken.

Ihre Feinde sind viele Vogelarten und verschiedene Säuger wie Dachs, Wildschwein Fuchs und Igel. Auch die Verarmung der Wirbellosenfauna hat zum Rückgang des Zauneidechsenbestandes beigetragen.

Wenn dich die regionale Tier- und Pflanzenwelt interessiert, dann komm an unsere Vorträge und Exkursionen. Damit du sie nicht verpasst, abonnierst du am besten den Newsletter direkt unter diesem Beitrag.

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Pilze: Lebewesen der dritten Art https://www.nvvm.ch/blog/pilze-lebewesen-der-dritten-art/ https://www.nvvm.ch/blog/pilze-lebewesen-der-dritten-art/#comments Mon, 16 Aug 2021 14:13:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/pilze-lebewesen-der-dritten-art/ Weiterlesen

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Pilze machen keine Photosynthese.

Jetzt schiessen im Wald wieder die Pilze aus dem Boden. Manche sind essbar, andere giftig für den Menschen. Aber Pilze haben noch viel interessantere Eigenschaften. Hast du beispielsweise gewusst, dass Pilze keine Pflanzen sind und dass sie das Internet der Bäume bilden?

In der biologischen Klassifikation bilden Pilze neben Tieren und Pflanzen ein eigenständiges Reich. Wie Tiere ernähren sie sich von organischen Nährstoffen ihrer Umgebung und nicht mittels Photosynthese, wie die Pflanzen.

Pilze sind keine Pflanzen – aber auch keine Tiere

Ihre Zellen besitzen jedoch wie Pflanzenzellen Vakuolen und Zellwände. Die Zellwand wiederum besteht aus Chitin, das sonst noch z.B. bei Krebsen und Spinnen vorkommt.

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Der Fruchtkörper ist der sichtbare Teil des Pilzes.

Was wir von den Pilzen sehen, sind die Fruchtkörper. Sie sind nur ein kleiner Teil des gesamten Organismus. Der grösste Teil sind hauchdünne Pilzfäden, die unter der Erde verborgen sind. Ein einziger Pilz kann sich über eine Fläche von mehreren hundert Quadratmetern ausbreiten und unzählige Pflanzen unterirdisch verbinden. Davon, dass unter einem Hektar Waldboden bis sechs Tonnen Pilzfäden wachsen, merken wir beim Waldspaziergang nichts.

Pilz9
Pilze haben Zellwände aus Chitin, wie Krebse und Spinnen.

Man nimmt an, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Pflanzen in ihrem Wachstum von diesen Pilzfäden gefördert werden. Die Pilze umschlingen die Pflanzenwurzeln mit ihren Hyphen und bilden damit einen sogenannten Myzelmantel, über den die Pflanzenwurzeln Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen.

Pflanzen profitieren von der Symbiose mit Pilzen

Diese Art der Symbiose zwischen Pilz und Pflanze wird als Mykorrhiza (Pilzwurzel) bezeichnet. Bei dieser Symbiose profitieren sowohl der Pilz als auch die Wirtspflanze.

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Einer der bekanntesten Pilze: der Fliegenpilz.

Die Pflanze erhält über den Pilz mehr Nährstoffe, da sein feines Mycel den Boden enger durchwirkt, als ihre eigenen Wurzeln das könnten. Die Pflanzen bekommen Phosphor und Stickstoff geliefert, die die Pilze effektiv aus dem Boden holen. Zudem schützt der Pilz die empfindliche Wurzelspitze vor Schädlingen. Der Pilz erhält quasi als Gegenleistung Nahrung in Form von leicht verwertbarem Zucker, die die Pflanze durch Photosynthese erzeugt hat. Darauf sind die Pilze angewiesen. Ihnen fehlen die nötigen Enzyme, um komplexe Kohlenhydratspeichermoleküle abzubauen.

Pilze sind das Internet des Waldes

Die Myzel-Geflechte verbinden sich untereinander und damit die einzelnen Bäume des Waldes zu einem grossen Netzwerk. Über dieses Geflecht tauschen die Bäume mittels chemischer Botenstoffe Informationen aus.

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Pilze leben in einer Symibose mit Pflanzen.

Pilze sind die beste Müllabfuhr

Andere Pilze wirken als Zersetzer von totem organischen Material. Sie sorgen dafür, dass alles schnell kompostiert und wieder dem Boden zugeführt wird.

Vielleicht lösen Pilze einst auch unser Plastikproblem? Es gibt Bestrebungen Plastikverpackungen durch Materialien aus Mycel zu ersetzen. Auch ein lederähnliches Material und Baustoffe lassen sich aus Pilzfäden herstellen.

Pilz frisst Plastik

Im Regenwald Südamerikas wurde ein Pilz entdeckt, der Polyester und Polyurethane abbauten kann. Auch das lässt hoffen. Denn wie wir in Zukunft mit Kunststoffabfällen umgehen ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit. Kunststoffe verrotten nur extrem langsam und Recycling ist oft nicht möglich.

Wir sind gespannt, mit welchen Überaschungen Pilze in Zukunft sonst noch aufwarten!

Wenn du dich für die regionale Tier- und Pflanzenwelt (und natürlich auch für Pilze) interessierts, dann komm an unsere Vorträge und Exkursionen. Damit du sie nicht verpasst, abonnierst du am besten unter diesem Beitrag den Newsletter.

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Wie alt wird ein Vogel? https://www.nvvm.ch/blog/wie-alt-wird-ein-vogel/ https://www.nvvm.ch/blog/wie-alt-wird-ein-vogel/#comments Mon, 16 Aug 2021 14:09:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/wie-alt-wird-ein-vogel/ Weiterlesen

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Seit sechs Wintern besucht eine Heckenbraunelle den Garten. (Foto: Annegret Schnider).

Hast du dich auch schon gefragt, wie alt Vögel eigentlich werden? Annegret Schnider hat eine Heckenbraunelle beobachtet und Erstaunliches gesehen:

"Über das Alter von Vögeln wissen die meisten Menschen nicht viel. Zwar haben wir jeden Winter wieder Kohlmeisen am Futter oder im Frühling auch vielleicht eine Kohlmeisenbrut im aufgehängten Nistkasten. Aber ob es immer die gleichen Individuen sind, können wir nicht feststellen, da die Kohlmeisen ja alle sehr ähnlich aussehen.

Nun habe ich aber eine erstaunliche Beobachtung gemacht.

Seit sechs Wintern habe ich im Garten eine Heckenbraunelle, die jeden Winter wieder ans Futter kommt!

Heckenbraunellen sind eigentlich Kurzstreckenzieher, das heisst, sie ziehen im Winter weg in den Mittelmeerraum. Es gibt aber jeweils einzelne Vögel, die versuchen, den Winter bei uns zu überstehen. Vor sechs Jahren also erschien zum ersten Mal eine Heckenbraunelle am Weichfutter, das ich fürs Rotkehlchen bereit gestellt hatte.

Kleiner Vogel sorgt für Überaschung

Die Heckenbraunelle blieb den ganzen Winter über in den nahen Gärten, tauchte kurz auf, frass und war dann wieder verschwunden. Gegen Ende März war sie dann weg und tauchte erst gegen November wieder im Garten auf.

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Ob es wohl auch diesen Winter dieselbe Heckenbraunelle ist? (Foto: Annegret Schnider)

Kleinvögel haben eine kurze Lebenserwartung. Bereits im ersten Lebensjahr kommen bei den Heckenbraunellen 65% der Jungvögel um, von den adulten (erwachsenen) Vögeln 53% pro Jahr (Angaben Ornithologische Steckbriefe von Peter Jascur).

Obwohl ich mich jeden Herbst riesig freute, wenn die Heckenbraunelle wieder auftauchte, machte ich mich doch darauf gefasst, dass sie eines Tages nicht mehr ans Futter käme.

Aber auch in diesem Herbst war sie plötzlich wieder da. Das erste Mal entdeckte ich sie kurz auf einem Baum vor dem Fenster. War das ein Vogel, der auf dem Zug war, oder war es "meine“? Einen Tag später landete sie dort, wo ich im Winter immer das Futter hinstelle. Da es vor kurzem noch sehr warm war, fütterte ich aber natürlich noch nicht.

Ist sie es oder ist sie es nicht?

Doch es liess mir keine Ruhe, ich wollte es nun wissen. Zwei Tage später, recht früh am Morgen, stellte ich ein Schälchen mit Weichfutter an die übliche Futterstelle. Und zehn Minuten später pickte die Heckenbraunelle ohne Scheu das Futter aus dem Unterteller.

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Tatsächlich: Die Heckenbraunelle ist ein alter Bekannter. (Foto: Annegret Schnider).

Nun war es für mich eindeutig, dass diese Heckenbraunelle wirklich hier „zu Hause" war und den Garten mit der Futterstelle genau kannte.

Ich freue mich riesig und hoffe, dass sie auch diesen Winter gut übersteht. " 

(Text und Fotos: Annegret Schnider.)

Es ist gut möglich, dass die Heckenbraunelle den Garten von Annegret Schnider auch im nächsten Winter noch besucht. Die Vogelwarte gibt als Höchstalter (EURING) für die Heckenbraunelle über 11 Jahre an.

Aber wie alt werden aber Vögel nun wirklich?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Um das Alter festzustellen, muss ein Vogel mit einem Ring versehen werden. Diesen muss man dann später wieder ablesen und die Daten vergleichen.

Hinzu kommt, dass das Durchschnittsalter von Singvögeln nicht sehr aussagekräftig ist. Denn die meisten Individuen einer Art werden nicht sehr alt. Viele sterben bereits als Jungvögel. Die Sterblichkeit bei Singvögeln beträgt im ersten Jahr 50-80%.

Viele Singvögel sterben bereits im ersten Jahr

Einzelne Individuen wiederum können sehr alt werden: Bei Rotkehlchen ist ein Alter von 17 Jahren bestätigt (EURING). Im Schnitt werden sie aber nur 3 bis 5 Jahre alt. 75 Prozent der Rotkehlchen sterben vor Vollendung ihres ersten Lebensjahres.

Rotkehlchen können 17 Jahre alt werden!

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Rotkehlchen haben eine kurze Lebenserwartung, aber einzelne Individuen können recht alt werden. (Foto: Andi Meier).

Das bestätigte Höchstalter von Buchfinken beträgt 14 Jahre (EURING), bei Kohlmeisen wurden gar 15 Jahre bestätigt.

Bei manchen Vogelarten werden einige Individuen noch viel älter. Manche Papageien werden gar über 100 Jahre alt.

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Frieren Rehe im Winter? https://www.nvvm.ch/blog/frieren-rehe-im-winter/ https://www.nvvm.ch/blog/frieren-rehe-im-winter/#comments Mon, 16 Aug 2021 14:05:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/frieren-rehe-im-winter/ Weiterlesen

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Draussen, wenn's bitter kalt ist. Frieren Rehe eigentlich nicht? (Foto: Andi Meier).

Wenn man im Winter an bitterkalten Tagen gemütlich drinnen an der Wärme sitzt, fragt man sich, wie es die Rehe wohl die ganze Zeit draussen aushalten. Frieren sie eigentlich nicht und haben sie genug zu fressen?

Rehe haben warmes Winterfell

Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, wilde Tiere sind für den Winter gut gerüstet. So wächst auch Rehen ein dichtes Fell, dessen Haare länger sind als im Sommer.

Das Winterfell ist ausserdem so aufgebaut, dass „Hohlräume“ entstehen. Die im Fell enthaltene Luft sorgt für Wärmedämmung. Ähnlich wie bei einer Dauenjacke.

Was fressen Rehe im Winter?

Bei der Futtersuche schieben die Rehe im Winter den Schnee mit den Hufen zur Seite. Schwierig wird es, wenn der Schnee gefroren ist. Finden sie kein Futter am Boden, fressen Rehe nicht selten die Triebe und Knospen von Bäumen.

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Rehe sparen im Winter Energie. (Foto: Andi Meier).

Wenn du im Winter Rehe beobachtest, dann achte bitte darauf, dass du sie nicht erschreckst. Sie wirken dann oft sehr zutraulich und du kannst dich ihnen manchmal bist auf wenige Meter nähern. Es ist aber nicht so, dass sie deine Gesellschaft suchen. Sie wollen einfach Energie sparen und rennen deshalb erst im letzten Moment davon.

Komm Rehen im Winter nicht zu nahe!

Du solltest Rehen also nicht zu nahe kommen. Auch wenn sie stehenbleiben und nicht wegrennen. Ansonten müssen sie schlussendlich vor dir flüchten und verbrauchen Energiereserven, die sie zum Überleben benötigen.

Auch füttern solltest du Rehe nicht. Sie sind auf den Winter gut vorbereitet und im Notfall helfen ihnen erfahrene Förster.

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Soll man im Winter die Vögel füttern? https://www.nvvm.ch/blog/soll-man-im-winter-die-voegel-fuettern/ https://www.nvvm.ch/blog/soll-man-im-winter-die-voegel-fuettern/#comments Mon, 16 Aug 2021 11:43:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/soll-man-im-winter-die-voegel-fuettern/ Weiterlesen

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Überall gibt es jetzt wieder Meisenknödel und Vogelfutter zu kaufen. Aber soll man im Winter wirklich die Vögel füttern? Die Meinungen gehen hier auseinander.

Titelbild: Leckerbissen für Feldsperlinge. (Foto: 123rf.com)

Winterfütterung ja oder nein?

Unsere heimischen Vögel sind sich die kalten Winter natürlich gewohnt. Sie können sich gegen Kälte schützen und wissen wo und wie sie Futter finden. Andererseits ist es in unserer ausgeräumten Landschaft, in den blankgeputzten Gärten und im Siedlungsraum, für Wildvögel nicht mehr so einfach, Futter zu finden.

Sicher ist: Vögel, die bei uns überwintern, sind sehr gut an die kalte Jahreszeit angepasst. Meisenknödel, Futterhäuschen oder Futterbretter sind für die Vögel aber eine willkommene zusätzliche Nahrungsquelle. 

Ausserdem ist das Beobachten an den Futterstellen für viele tierliebende Menschen eine schöne Gelegenheit zu einem echten Kontakt mit einheimischen Vögeln. Hier findest du 12 Vögel, die du im Winter beobachten kannst.

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Bergfinken an der Futterstelle. (Foto: Annegret Schnider).

So kann man zum Beispiel mit etwas Glück Bergfinken an die Futterstelle locken. Nicht jeden Winter kann man diese hübschen Vögel aus dem Norden bei uns beobachten. Das hängt davon ab, ob sie in ihrem angestammten Gebiet genügend Futter finden, und ob bei uns die Buchen viele Buchennüsschen tragen.

Die Bergfinken auf dem Bild fanden sich regelmässig bei der Futterstelle im Garten ein. Bergfinken kehren, sobald es wärmer wird, in ihr Brutgebiet im Norden (Taiga Eurasiens) zurück.

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Kirschkernbeisser-Männchen am Futterhaus. (Foto: Annegret Schnider).

Im Winter füttern und Vögel beobachten

Da massvolles Füttern unschädlich ist, muss man auch nicht darauf verzichten. Aber du solltest es richtig machen. Es ist auch gar nicht schwer. Merke dir einfach unsere 5 Regeln.

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Futterhäuschen immer sauber halten! (Foto: 123rf.com)

5 Regeln für das Füttern von Vögeln im Winter

  1. Verwende Futterspender, die so gestaltet sind, dass die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen.
  2. Wenn du Futterhäuschen verwendest, dann reinige diese regelmässig mit heissem Wasser und lege täglich nur wenig Futter nach.
  3. Hänge Futterspender an einer übersichtlichen Stelle auf, so dass sich keine Katzen anschleichen können. In einem angemessenen Abstand sollten Bäume oder Büsche Deckung bieten.
  4. Als Basisfutter eignen sich Sonnenblumenkerne. Bei ungeschälten Kernen fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen die Vögel  länger an ihrer Futterstelle. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.
  5. Verwende möglichst keine Meisenknödel oder andere Futtermittel mit Plastiknetzen. Wenn doch, entsorge die Plastikteile unbedingt, wenn sie leergegessen sind.

Futterhäuschen – Futter für alle?

Einen wichtigen Punkt solltest du nicht vergessen. Wo Singvögel angelockt werden, zieht es auch Raubvögel hin. Denn sie ernähren sich unter anderem von kleineren Vögeln. So kann es sein, dass ein Raubvogel die prakische Futterquelle entdeckt und zum Jagen nutzt.

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Auch Rauvögel entdecken das Futterhäuschen als Nahrungsquelle. (Foto: Andi Meier).

Garten als Vogelparadies

Wenn du den Vögeln wirklich helfen willst, dann denke das ganze Jahr über an sie: Pflanze einheimische Pflanzen im Garten, dort finden Insekten ein Zuhause, die wiederum Nahrung für viele Vögel sind.

Schneide Büsche im Herbst nicht zurück, lass Samen und Früchte stehen, sie decken unseren gefiederten Freunden im Winter den Tisch.  Lass etwas Wildnis im Garten wachsen, die Vögel werden es dir mit ihrer Anwesenheit danken.

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Einfach mal den Garten nicht gleich aufräumen. Das macht Freude! (Foto: Andi Meier).

Wenn du auch im Sommer Vögel beobachten möchtest, kannst du dann ein Vogelbad aufstellen.

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Jungvogel hilft bei der Aufzucht der Geschwister https://www.nvvm.ch/blog/jungvogel-hilft-bei-der-aufzucht-der-geschwister/ https://www.nvvm.ch/blog/jungvogel-hilft-bei-der-aufzucht-der-geschwister/#comments Mon, 16 Aug 2021 11:32:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/jungvogel-hilft-bei-der-aufzucht-der-geschwister/ Weiterlesen

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Ich habe seit einigen Jahren einen Brutkasten für Meisen auf meinem Balkon. Im Meisen-Tagesgeschäft beobachtete ich Anfang Mai 2019, wie seit 10 Tagen wie ein wegen der Wetterbedingungen voreilig geschlüpfter Kohlmeisen- Jungvogel zusammen mit dem Elternpaar seine Geschwister bei der Fütterung mithalf.

Titelbild: Kohlmeise hat eine Raupe erbeutet. (Foto: Andi Meier).

Fünf Wochen zuvor befand sich im Nest nur ein einziges Ei, dann wurde wegen schlechten Wetterlage die Eiablage unterbrochen. Die beiden Eltern brüteten jedoch weiter, während meistens das Männchen die Kontrolle im Aussengelände im Griff hatte.

Bei meiner nächsten Kontrolle vor ungefähr vor drei Wochen lagen sechs Eier im Nest und der bereits vorhandene Jungvogel.

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Kohlmeise füttert ihr Junges. (Foto: Marco Stalder).

Im Ablauf der zurück liegenden Jahre hatte die Aufzucht der Kohlmeisen folgende Erfolge erzielt: 2018: 7 ausgeflogenen Jungvögel. 2017 fehlt plötzlich das Weibchen im Gelege 9 Eier zurücklassend. Das Nest übergab ich vollkommen intakt der Behindertenschule in der Lärchenstrasse zur Anschauung und Bildung der Kinder.

Im 2016 sind zwei Gelege ausgebrütet worden mit 8 beziehungsweise 7 Jungvögel. 2015 hatte ich in einem provisorischen Brutkasten 5 Jungvögel.

Es beglückt mich ausserordentlich über den Erfolg eines einzigen Kohlmeisenpaares, die darüber bin ich mir wegen der Nähe des Beobachtungplatzes sicher immer die gleichen waren, die auch im Winter zum Teil mit einigen Jungvögeln hier am Futterhaus sich bedienten.

Weitere Beobachtung: 11 Wintergoldhähnchen, eine beringte Kohlmeise diesen Winter. Auf dem Nordbalkon bedienen sich im Augenblick ein Eichelhäherpaar und eine Elster sowie ein Blaumeisenpaar am Futterhaus.

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Eichelhäher (Foto: Andi Meier). 

Nach meinen Beobachtungen glaube ich, dass Eichelhäher gegenüber im Raum Lärchen -Fichtenwald-und Dammstrasse brüten.

Ich hoffe, dass ich mit meiner Hilfe an die darbende Vogelwelt etwas gutes mache und sicher auch meine Vogelfreunde damit erfreue.

Text: Gastbeitrag von Boris Michael Oppliger

Auch Annegret Schnider beobachtet über viele Jahre hinweg immer wieder die gleichen Vogel-Persönlichkeiten in ihrem Garten. Hier berichtet sie im Beitrag "Wie alt wird ein Vogel" über ihre Begegnung mit einer Heckenbraunelle.

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Zaunkönig: Das musst du tun, damit es ihm ihn deinem Garten gefällt https://www.nvvm.ch/blog/zaunkoenig-das-musst-du-tun-damit-es-ihm-ihn-deinem-garten-gefaellt/ https://www.nvvm.ch/blog/zaunkoenig-das-musst-du-tun-damit-es-ihm-ihn-deinem-garten-gefaellt/#comments Mon, 16 Aug 2021 09:54:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/zaunkoenig-das-musst-du-tun-damit-es-ihm-ihn-deinem-garten-gefaellt/ Weiterlesen

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Was ist denn das, huscht hier ein Mäuschen durch das Unterholz? Nein, es ist ein Vögelchen! Der winzige braune Vogel mit dem kurzen, nach oben gerichteten Schwänzchen ist ein Zaunkönig. Blitzschnell huscht er am Boden oder im Gehölz herum, so dass man ihn immer wieder einmal mit einer Maus verwechselt.

Titelbild: Torben Weber

Kleiner Zwerg singt ganz laut

Der Zaunkönig ist der Zwerg unter den Vögeln bei uns, nur die Goldhähnchen sind noch kleiner. Und trotzdem – der laute Gesang des Zaunkönig-Männchens ist nicht zu überhören. Manchmal hört man ihn schon im Januar oder Februar.

Zaunkönige gehören zwar zu den Zugvögeln, viele von ihnen verbringen aber den Winter bei uns. Von seinem freudigen Gesang inmitten von Eis und Schnee kommt auch das Sprichwort "Sich freuen wie ein Schneekönig".

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Foto: Torben Weber

Wer einen Zaunkönig entdeckt, kann sicher sein, sich an einem naturnahen Ort zu befinden. Denn Zaunkönige sind auf einen unterholzreichen Lebensraum angeweisen, der ihnen Schutz, Nahrung und Nistmöglichkeiten bietet. Das kann auf dem Land genauso wie in der Stadt in Ufergebüschen, Laub- und Mischwäldern, Parks, Gärten und sogar im Vorgarten sein. Wichtig ist, dass man dem Zaunkönig ein bisschen Wildnis gönnt.

Der Zaunkönig liebt Wildnis

Als Bodenbrüter bauen Zaunkönige ihr Nest unter Wurzeln, niedrigen Ästen und Zweigen und unter Hecken. Deshalb solltest du Sträucher nicht bis zum Boden abschneiden. Auch in Vorgärten mit englischem Rasen und exotischen Gehölzen kann er nicht leben.

Am besten wählst du heimische Bäume und Sträucher für den Garten, darin leben die verschiedensten Insekten und Spinnen. Im Gegensatz zu exotischen Pflanzen lebt auf Weiden, Birken oder Haselnuss eine Vielfalt von 100 bis 450 verschiedene Insektenarten.

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Foto: Torben Weber

Zaunkönig – der Kältekuschler

Dem Zaunkönig kannst du auch mit alten knorrigen Bäumen eine Freude machen. Denn sein Winterquartier findet er in Baumhöhlen. Um sich vor der Winterkälte zu schützen, kuschelt er sich dort gerne mit bis zu 20 Artgenossen zusammen, obwohl die winzigen Vögel sonst eigentlich Einzelgänger sind.

Manchmal wählt er auch  ein altes Kugelnest aus der Brutzeit, einen heruntergefallenen Nistkasten oder ein anderes Versteck. Dort sitzt er mit den anderen Zaunkönigen dicht zusammen und verringert so den Wärmeverlust.

Noch etwas freut den Zaunkönig: Besonders im Winter frisst er Sämereien, deshalb solltest du Pflanzen und Büsche im Herbst nicht schneiden. Ihre Samen und Früchte decken dem Zaunkönig im Winter den Tisch. Auf Moosentfernungsmittel, Insektizide oder Unkrautvernichtungsmittel solltet du unbedingt verzichten.

Früh im Frühling bauen die Zaunkönig-Männchen mehrere halbkugelige Nester. Sie sind aus Moos und weichem Material wie Federn und Haaren gefertigt und finden sich im Gebüsch oder zwischen knorrigen Wurzeln.

Lass im Garten unterholzreiche Wildnis wachsen und der Zaunkönig wird sich von ganz allein ansiedeln.

Mit Asthaufen für Igel machst du auch dem Zaunkönig eine Freude. Holzstapel, alte Mauerreste oder Natursteinmauern mit Spalten und Nischen bieten ihm ebenfalls Unterschlupf. Auch im Schutz von Brombeergebüsch und im Brennesselgestrüpp fühlt er sich wohl – genau wie andere Bodenbrüter, beispielsweise das Rotkehlchen.

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Foto: Torben Weber

Der Zaunkönig gehört zu den kleinsten Vögeln Europas. Man kann ihn das das ganze Jahr über singen hören. Sein Lebensraum sind Wälder, Parks und Gärten mit viel Unterholz und Gestrüpp. In deren Nischen findet er auch im Winter noch das ein oder andere Insekt oder Samenkorn, das anderen Augen verborgen bleibt. 

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Möwen in der Schweiz: Wieso leben Meeresvögel in Münchenstein? https://www.nvvm.ch/blog/moewen-in-der-schweiz-wieso-leben-meeresvoegel-in-muenchenstein/ https://www.nvvm.ch/blog/moewen-in-der-schweiz-wieso-leben-meeresvoegel-in-muenchenstein/#comments Fri, 13 Aug 2021 15:16:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/moewen-in-der-schweiz-wieso-leben-meeresvoegel-in-muenchenstein/ Weiterlesen

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In der Region Basel kennt man sie gut, sie gehören eigentlich zum Stadtbild, die Lachmöwen. Sie bevölkern das Rheinufer oder tummeln sich in Münchenstein im Park im Grünen. Möwen sind eigentlich typische Meeres- und Küstenvögel. Was machen diese Möwen in der Schweiz?

Möwen sind Meeresvögel…

Möwen sind Meeresvögel – oder «Seevögel». Alle 54 Arten (die Anzahl kann je nach Systematik leicht schwanken) gehören zu derselben Familie, den «Möwenverwandten» oder Laridae. Ihnen am nächsten sind die Seeschwalben Sternidae, und in die weitläufige Verwandtschaft gehören auch die Regenpfeifer, Alken- oder Schnepfenvögel.

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Silbermöwe

… und manche leben in der Schweiz

Wenn wir im Park im Grünen in Münchenstein Möwen sichten, muss es sich nicht unbedingt um Vögel handeln, die auch bei uns brüten. Wenn es im Norden Europas kalt wird und Strände, Böden und Seen zufrieren, finden die Vögel dort weniger Nahrung. Sie sind gezwungen, anderswo zu suchen. Die Schweiz ist wohl ein ideales Winterquartier, denn ihre Gewässer sind im Flachland nur sehr selten von einer Eisschicht bedeckt, und die Menschen lassen die hübschen Vögel in der Regel in Ruhe. Ausserdem hat es hier genug zu fressen – auch wegen der vielen Menschen. Die Überlebenschancen sind in der Schweiz also gut, und deshalb überwintern jährlich auch viele Möwen und andere Wasservögel in der Schweiz.

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Lachmöwen in der Schweiz

Möwen sind flexibel

Kiesinseln in Flüssen und Seen und neu entstandene Sandbänke sind frei von Raubtieren. Solche Biotope sind echte Alternativen zur Meeresküste! Möwen sind flexibel und im Gegensatz zu anderen Wasservögeln weniger an Seen und Flüsse gebunden. So legen sie bei der Nahrungssuche als exzellente Flieger problemlos teils grössere Strecken zu einem Gewässer zurück.

Sind die Winter im Norden und Nordosten Europas hingegen mild, dann nehmen deutlich weniger Möwen die Reise in die Schweiz auf sich. Viele Möwenarten haben gelernt, mit Menschen oder in ihrer Nähe zu leben; sie legen in der Regel die meiste Scheu ab, wirken für Vögel eher cool und distanziert. So bedienen sie sich auf landwirtschaftlichen Flächen gern an Würmern und Bodeninsekten, ja sogar an Sämereien, und folgen den Traktoren wie am Meer einem Fischerboot.

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Mantelmöwe, junge und erwachsene Silbermöwen und ein Steinwälzer finden in einem Fischereihafen einen vergessenen Fisch.


Wenn der Frühling kommt, verlassen die meisten Lachmöwen die Schweiz wieder. Vermutlich überwintern hier an die 40'000 Lachmöwen, genau Zahlen sind momentan leider nicht verfügbar. Laut Vogelwarte steht aber wieder eine grossangelegte Zählung an. Zählen kann man die Möwen eigentlich nur an ihren Schlafplätzen: Sie versammeln sich abends gemeinsam an Seen. Die letzte Schlafplatzzählung stammt noch aus den 1970-er Jahren.

Gab es schon immer Möwen in der Schweiz?

Möwen sind wahre Kosmopoliten. Sie brüten auf allen Kontinenten, sogar an den Rändern der Antarktis! In den Tropen sind Möwen aber deutlich seltener als in gemässigten oder subpolaren Gebieten. Manche Arten wandern im Winter in etwas wärmere Gefilde, die Stärke des Zugs ist jeweils abhängig von der Art oder der Witterung und dem Nahrungsangebot.

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Lachmöwen im Park im Grünen in Münchenstein (Foto: Andi Meier)


Möwen waren in der Schweiz früher sehr selten und Brutkolonien praktisch nicht vorhanden. Ein gutes Dutzend Möwenarten findet gelegentlich als Irr- oder Gelegenheitsgast oder nach Stürmen in die Schweiz. Richtig Fuss fassen konnten in der Schweiz bis ins 19. Jahrhundert offenbar keine Möwenarten.

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Lachmöwe an einem Sandstrand in der Bretagne

Brutkolonien in der Schweiz

1865 wurde im Kanton Sankt Gallen die erste Schweizer Lachmöwen-Kolonie entdeckt. Diese war offensichtlich erfolgreich, sodass zwischen 1925 und 1974 weitere natürliche Verlandungszonen in der Nordostschweiz und am Neuenburgersee kolonisiert wurden. Nach 1965 entstanden weitere Brutgruppen auf neu aufgeschütteten Kiesinseln. 1980 lebten 3800 Paare in der Schweiz! Seither gingen die Zahlen – wie im grenznahen Ausland übrigens auch – wieder markant zurück. Heute leben etwa 500–1000 Paare in der Schweiz.

Warum heissen Lachmöwen Lachmöwen?

Ist ja klar, möchte man meinen, ihr Ruf tönt ja wie menschliches Lachen. Vermutlich ist diese Annahme aber falsch; wenn schon eine Möwe so richtig lachen kann, dann wäre das wohl die Silbermöwe. Die Lachmöwe bleibt beim Rufen viel ernster; auch wenn der veraltete wissenschaftliche Name Larus ridibundus etwas anderes verheisst, nämlich lachende Möwe. Vielmehr dürfte der deutsche Name nicht von lachen sondern von Lache kommen. Eine «Lache» ist ein altes Wort für einen See. Der Name Lachmöwe weist darauf hin, dass Lachmöwen (auch) an Seen leben.

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Rufende Silbermöwe

Der Erfolg der Mittelmeermöwe

1968 kam eine weitere Möwenart hinzu, die Mittelmeermöwe. Früher galt die gelbbeinige Grossmöwe als Unterart der weit verbreiteten Silbermöwe, von der sie auch nicht einfach zu unterscheiden ist – so gibt es auch gelbbeinige Silbermöwen (!). Vor einigen Jahren wurde sie jedoch als eigenständige Art beschrieben. Bis in die 90-er Jahre vermehrte sich die Mittelmeermöwe in der Schweiz nur sporadisch und langsam, ab 1997 ist die Population stark und stetig angewachsen auf heute etwa 1400 Paare. Die Silbermöwe breitete sich nun über das ganze Mittelland aus.

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Mittelmeermöwe (Foto: Andi Meier)


1994 brüteten am Genfersee die ersten Silbermöwen auf Hausdächern! Ein hohes steinernes Haus bietet wohl ähnliche Verhältnisse wie eine felsige Steilküste. Nach der Jahrtausendwende wurden noch weitere Mittelmeermöwenpaare auf Hausdächern beim Brüten beobachten, zunächst waren es einzelne Paare, später wuchs im Waadtland eine Möwenkolonie auf einem Flachdach auf 45 Paare an!

Heute brüten Lachmöwe und Mittelmeermöwe in der Schweiz fast nur noch auf vom Menschen gefertigten Strukturen wie Häusern, Dächern oder Aufschüttungen. Die Mittelmeermöwe ist sehr dominant und konkurrenziert am Brutplatz die Lachmöwe. Diese muss immer häufiger ausweichen. Beide sind jedoch gut an die dynamischen Lebensräume der Zivilisation angepasst und können flexibel reagieren.

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Junge Mittelmeermöwe (Foto: Andi Meier)

Fortpflanzung bei den Möwen

Die meisten Möwenarten nisten in grossen, oft dicht gepackten und sehr lauten Kolonien. Innerhalb der Kolonien verteidigen sie winzige Reviere. Die Partner scheinen über die Jahre recht monogam zu sein, wenn auch nicht streng.

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Die Umgangsformen in einer Silbermöwenkolonie sind nicht immer die besten.


Üblicherweise legen die Weibchen zwei oder drei gesprenkelte Eier in Nester, die sie aus Pflanzenteilen gebaut haben. Die Nester werden von den Erwachsenen erbittert und aggressiv verteidigt, sowohl gegen die unliebsamen nachbarlichen Artgenossen als auch gegen andere Vögel oder Säugetiere. Die Jungen schlüpfen nach 3-5 Wochen und können dann bereits sehen und stehen; sie bleiben jedoch als Nesthocker je nach Art bis zu zwei weiteren Monaten im Nest.

Die grossen Möwen-Arten benötigen bis zu vier Jahre, um ihr Adultgefieder zu erreichen, die kleineren schaffen dies in der Regel in zwei Jahren. Die Bestimmung der Grossmöwen ist deshalb nicht immer ganz einfach!

Möwen leben in der Regel lange: Den verbürgten Rekord hält eine Heringsmöwe mit 49 Jahren.

Möchtest du mehr über die Vögel der Region erfahren? Dann komm an unsere Vorträge und Exkursionen. Damit du nichts verpasst, abonniert du am besten den NVVM-Veranstaltungsnewsletter unter diesem Beitrag.

Mehr zu Möwen an der Meeresküste auf www.thomasjermann.ch

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Gruppe von Lachmöwen



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Welche Neophyten sollte man bekämpfen? https://www.nvvm.ch/blog/welche-neophyten-sollte-man-bekaempfen/ https://www.nvvm.ch/blog/welche-neophyten-sollte-man-bekaempfen/#comments Fri, 13 Aug 2021 15:15:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/welche-neophyten-sollte-man-bekaempfen/ Weiterlesen

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Neophyt heisst übersetzt „neue Pflanze“ oder nach Duden - aus dem Spätgriechischen - „neu gepflanzt“. Der Ausdruck wird für Pflanzen verwendet, die sich in einem Gebiet angesiedelt haben, wo sie ursprünglich nicht vorkamen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Pflanzen durch den Menschen bewusst eingeführt oder versehentlich eingeschleppt wurden. Als zeitliche Grenze wurde das Jahr 1492 gewählt.

Die Entdeckung Amerikas

1492 ist das Jahr in dem Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Über die neuen Handelswege wurden Pflanzen nach Europa eingeführt, indem sie zum Beispiel mit Schiffen von Amerika oder Südostasien mitgebracht wurden. Entweder als Samen oder kleinen Pflänzchen in der Fracht oder auch auf Containern. Teilweise kamen gebietsfremde Pflanzen als sogenannte " blinde Passagiere"  in ihre neue Heimat. 

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Japanischer Staudenknöterich, ein invasiver Neophyt, Foto: 123.rf.com

Viele bekannte Nutzpflanzen wie Kartoffel, Tomaten und Mais waren ursprünglich bei uns nicht heimisch. Sie wurden absichtlich für die Landwirtschaft und den Gartenbau eingeführt. Die Sonnenblume haben zum Beispiel spanische Seefahrer als Kerne von Amerika nach Europa mitgebracht. Die Kartoffel kam erst im siebzehnten Jahrhundert aus Italien in die Schweiz. Mit dem weltweiten Reiseverkehr und Handel werden auch heute noch Pflanzen in andere Gegenden transportiert. Viele dieser gebietsfremden Pflanzen sind verwildert und haben sich an ihre neue Umgebung angepasst.

Goldrute
Kanadische Goldrute.

Invasive Neophyten

Faktoren wie etwa die Lage, Klimazone oder Bodenbeschaffenheit spielen eine Rolle, ob sich neue Pflanzenarten in einer Region dauerhaft ansiedeln können. Viele eingeführte Pflanzenarten, wie zum Beispiel die Rosskastanie, haben sich bei uns gut integriert und ergänzen die einheimische Pflanzenwelt, bieten Nektar für Insekten oder dienen als Heilpflanzen. Es gibt aber Arten, die sich invasiv verhalten und die einheimische Flora verdrängen.

Die invasive Neophyten breiten sich stark aus, verdrängen die einheimische Flora und reduzieren so die Artenvielfalt. Gewisse dieser Pflanzen sind auch schädlich für unsere Gesundheit, sie können Bachufer destabilisieren oder Bauten schädigen. Da sie aus anderen Gebieten stammen, haben sie häufig wenig natürliche Feinde, wachsen und verbreiten sich gut und konkurrenzieren mit der ursprünglich vorkommenden Vegetation. Dies sind Gründe warum invasive Arten heute als grosse Bedrohungen für die Biodiversität gelten.

Springkraut
Drüsiges oder Indisches Springkraut, Foto: 123.rf.com

In der Schweiz haben sich bis jetzt etwa 500 bis 600 Arten angesiedelt, wobei die Mehrheit dieser Arten gut integriert ist. Einige verhalten sich jedoch invasiv, verdrängen einheimische Arten und tragen zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Beispiele invasiver Neophyten sind: 

  • der Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica) 
  • der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
  • das Beifussblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia)
  • die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
  • das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera)
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Riesen-Bärenklau, Foto: 123.rf.com

Der austretende Milchsaft des Riesenbärenklaus kann bei Sonnenschein die Haut verätzen. Das hübsch blühende Drüsige Springkraut überwuchert an vielen Orten die Bachufer, was sich auf die Tierpopulation auswirkt, welche am Bachufer im Gehölz Brutplätze findet, wie zum Beispiel die Stockente.

Was kann man tun

Im Garten sollte man darum keine invasiven Arten  anpflanzen und stattdessen lieber einheimische Arten verwenden. Falls man invasive Arten im Garten erkennt, sollte man sie ausreissen, aber nicht im eigenen Kompost, sondern sachgerecht entsorgen. 

Abgeblühte Blütenstände sollte man abschneiden, da die Pflanzen oft eine grosse Menge Samen haben. Die Rhizome sollten man ausstechen.  Mehr Informationen über invasive Neophyten findet man hier oder auch hier.

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Der Neuntöter: Ein Vogel mit speziellen Vorlieben https://www.nvvm.ch/blog/der-neuntoeter-ein-vogel-mit-speziellen-vorlieben/ https://www.nvvm.ch/blog/der-neuntoeter-ein-vogel-mit-speziellen-vorlieben/#comments Fri, 13 Aug 2021 15:13:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/der-neuntoeter-ein-vogel-mit-speziellen-vorlieben/ Weiterlesen

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Eine Familien-Bezeichnung, die die Fantasie anregt

Die Vogelfamilie der Würger (Laniidae), zu denen auch der Neuntöter (Lanius collurio) zählt, hat mich schon immer fasziniert. Würger!? – Was für eine Bezeichnung für mittelgrosse Singvögel, die noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts als mutige, mordsüchtige Räuber verschrien waren.

Titelbild: Ein Neuntöter-Paar, Foto: Andi Meier

Was hatten wohl Würger zu "würgen"? Schlangen sie vielleicht zu grosse Beute hinunter, die ihnen im Hals stecken blieb, und die sie dann wieder heraus-"würgen" mussten? Oder er-"würgten" sie vielleicht gar ihre Beute? Damals, in den Nachkriegsjahren, fern von Computer und Social Media, malte ich mir als junger Vogelfreund Unerklärliches eben in phantasievollen Überlegungen selbst zurecht.

So falsch lag ich letztlich gar nicht. Würger scheiden die unverdaulichen Reste verzehrter Beutetiere (Chitinteile der Insekten, Federn, Haare, Knochen von Wirbeltieren) tatsächlich in Form von Speiballen (Gewölle) aus, wovon sich die Familien-Bezeichnung auch ableitet. Würgen wurde auch im Sinn von "töten" oder "erdrosseln" verstanden.

Weshalb spiesst der Neuntöter seine Beute auf?

Damit sind wir bereits beim ungewöhnlichen Nahrungserwerb von Neuntöter und seinen 32 "Vettern", die zusammen die Familie der Würger bilden. Sie alle sind geschickte Jäger, die gerne auf exponierten Warten auf Beute lauern und sie von dort aus nach wendigen Jagden überfallen.

Anschliessend spiessen sie sie oft auf Stacheln und Dornen oder klemmen sie in Astgabeln ein. Zur Vorratshaltung? Vielleicht. Jedenfalls deutete man dieses Verhalten früher so, weil man annahm, dass die Vögel erst mindestens neun Tiere töten mussten, bevor sie sie verzehren durften.

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Neuntöter spiessen ihre Beute oft auf Stacheln und Dornen oder klemmen sie in Astgabeln ein.

Hat man heute das Glück, einen Neuntöter beim Aufspiessen und Zerkleinern seiner Beute im Feldstecher oder Fernrohr zu beobachten, kann man einen viel plausibleren Grund für dieses Verhalten feststellen. Mit dem Aufspiessen beabsichtigt er vor allem grössere Tiere wie Käfer, Eidechsen oder gar eine kleine Maus gezielt zu bearbeiten, zum Beispiel in kleinere "Häppchen" zu zerlegen, wenn er zur Brutzeit Jungvögel füttern muss.

Im ausgezeichneten, höchst eindrücklichen knapp siebenminütigen Video von BirdLife Schweiz (www.birdlife.ch), das ich allen Lesern sehr empfehle, kann man ab 1:45 min einem Weibchen zuschauen, wie es bei zwei Versuchen eine verpuppte Raupe aufspiesst.

Für dieses, für Singvögel ungewöhnliche Verhalten, hat der wissenschaftliche Namensgeber eine treffende lateinische Bezeichnung gewählt – er nannte die Gattung "Lanius", was ins Deutsche übersetzt "Fleischer" heisst.

Der Jäger im Taschenformat und sein Nahrungsspektrum

Das Beutespektrum des Neuntöters ist sehr breit. Seine Hauptnahrung besteht aus Wirbellosen, hauptsächlich Grossinsekten und deren Larven. Daneben jagt er auch Kleinsäuger, meist Mäuse, sowie kleine Amphibien und Reptilien. Ausnahmsweise stehen auch Nestlinge und Jungvögel kleinerer Singvogelarten auf seinem Speisezettel; ein negativer Einfluss auf die ent-sprechenden Brutbestände lässt sich jedoch nicht nachweisen.

Zur "Bearbeitung" der Beute ist noch ein anderes interessantes Verhalten erwähnenswert. Die meisten (vielleicht alle?) Würger halten Nahrungsbrocken mit den Zehen eines Fusses "in der Faust". Das ist längst nicht bei allen Vogelarten der Fall. Bei uns in der Schweiz tun dies nebst dem Neuntöter regelmässig auch Meisen und Eulen.

Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Vögel

Im vorhin erwähnten Video ist auch gut zu erkennen, dass Neuntöter kräftige, grossköpfige und langschwänzige Vögel mit markantem, gekrümmtem Schnabel und hakenbewehrter Schnabelspitze sind.

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Ein Neuntöter-Paar: Männchen links, Weibchen rechts

Die Geschlechter sind unterschiedlich gefärbt und damit beim Beobachten recht gut zu unterscheiden. Wichtige Bestimmungsmerkmale sind vor allem die auffällige, breite, schwar-ze "Piratenmaske" und die graue Kappe des Männchens sowie die hellbraune Brust- und Flan-kenschuppung samt braunem Scheitel der Weibchen und Jungvögel.

Ferner wird nun auch durch die Mantelfärbung ersichtlich, weshalb der Neuntöter auch Rotrückenwürger genannt wird - eine Bezeichnung, die viel besser zum hübschen Vogel passt und erst noch seine Ver-wandtschaft erklärt.

Ein Lebensraum …

Neuntöter schätzen reich strukturierte, extensiv bewirtschaftete Landschaften mit einem hohen Anteil an Hecken, einzeln stehenden dorn- oder stachelbewehrten Sträuchern sowie Ast- und Steinhaufen. Sie nutzen aber auch Streuobstgärten, Übergangsbereiche zwischen Kulturland und Wald sowie Rebberge.

Zentrales Element sind Dornenbüsche, die als Jagdwarten und Nest-standort für die Jungenaufzucht unbedingt zur Verfügung stehen müssen.

… der bei uns rar wird

Dass heute der Neuntöter solche idealen Lebensräume immer seltener findet und seine Bestände seit Jahrzehnten deshalb rückläufig sind, ist auf die fortlaufende Intensivierung der Landwirtschaft mit entsprechender Mechanisierung und Bodenverbesserungsmassnahmen zurückzuführen. Mit der damit verbundenen Ausräumung wertvoller Lebensräume durch Eliminierung kleinräumiger Strukturen, wird dem Neuntöter letztlich nicht nur sein Lebensraum, sondern gleich auch noch seine Nahrungsgrundlage entzogen.

Der Neuntöter hat in unserem Land somit nur eine Überlebenschance, wenn es dem Naturschutz gelingt, seine bestehenden Le-bensräume in den Brutgebieten zu erhalten. Es wäre höchst bedauernswert, wenn ihn das gleiche Schicksal wie seine Schweizer "Vettern" erreichen würde – über sie werde ich weiter unten noch berichten.

Wo ist eigentlich der Neuntöter "zuhause"?

Natürlich bei uns, ist man versucht zu sagen, denn schliesslich gilt er als einheimischer Brutvogel. Das ist richtig, aber er ist eben auch ein Langstreckenzieher wie zum Beispiel der Mauersegler. Das heisst, beide Arten verbringen die lange Winterzeit im tropischen und südlichen Afrika und nur die kurze Brutzeit von kaum 4 Monaten in Europa.

Dass Langstreckenzieher also zweimal im Jahr, quasi nur als "Brutgäste" zur Aufzucht ihrer Jungen, eine viele Tausend Kilometer lange, anstrengende, gefährliche Zugstrecke auf sich nehmen, löst bei vielen Vogelfreunden immer wieder Erstaunen und grosse Bewunderung aus.

Neuntöter sind interessanterweise auf zwei sehr unterschiedlichen Zugrouten unterwegs. Auf dem Herbstzug überqueren sie den östlichen Mittelmeerraum und folgen dann dem Niltal und dem Ostafrikanischen Graben in ihre Winterquartiere nach Südost- und Südafrika.

Der Frühjahrszug führt sie erstaunlicherweise auf einer deutlich östlicheren und damit längeren Linie über die Arabische Halbinsel und die Türkei in die europäischen Brutgebiete. Dieses Zugverhalten wird als Schleifenzug im Gegenuhrzeigersinn bezeichnet und mit der nacheiszeitlichen Evolutionsgeschichte der Art erklärt.

Würger haben es bei uns schwer

Das Verbreitungsgebiet der heute bekannten 33 Würger-Arten erstreckt sich über Eurasien, Afrika und Nordamerika. Vier von ihnen brüteten noch bis Anfang Siebzigerjahre in der Schweiz, nämlich Schwarzstirnwürger, Raubwürger, Rotkopfwürger und Neuntöter. Ausser letzterem sind bei uns inzwischen alle als Brutvögel ausgestorben.

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Schwarzstirnwürger

Der von Südosteuropa bis Kasachstan verbreitete Schwarzstirnwürger Lanius minor erreichte bei uns den Westrand seines Brutareals und war deshalb nie häufiger Brutvogel; seine letzte Schweizerbrut wurde 1972 registriert.

Der in Nordeuropa verbreitete Raubwürger Lanius excubitor, mit 21-26 cm Körpergrösse der Grösste der Vier, brütete letztmals 1985 in der Ajoie JU; seither ist er jährlicher Wintergast in kleinerer Zahl.

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Raubwürger

Und auch vom Rotkopfwürger Lanius senator fehlen leider seit 10 Jahren Bruten in unserem Land.

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Rotkopfwürger

Obwohl der Neuntöter auf der aktuellen Roten Liste als ungefährdet eingestuft ist, ist seine langfristige Zukunft in unserem Land längst nicht gesichert, vor allem dann, wenn seine fürs Brutgeschäft benötigten Lebensräume weiterhin abnehmen. Unser Vogel des Jahres 2020 braucht deshalb dringend unsere Unterstützung und Förderung. Aus diesem Grund hat ihn BirdLife Schweiz auch als Botschafter für die neue Kampagne "Ökologische Infrastruktur" gewählt.

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Zum Schluss noch das ausführliche Portrait:

Steckbrief Neuntöter

Klasse: Vögel (Aves)

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)

Unterordnung: Singvögel (Passeri)

Familie: Würger (Laniidae)

Artname wissenschaftlich: Lanius collurio Linné, 1758

Artname deutsch: Neuntöter

Artname französisch: Pie-grièche écorcheur

Artname italienisch: Averla piccola

Artname rätoromanisch: pitgaspina brin

Artname spanisch: Alcaudón dorsirrojo

Artname englisch: Red-backed Shrike

Artname synonym: Rotrückenwürger

Artname volkstümlich: "Dorndreher", "Hagspatz", "Hagägerscht", "Schäckerdickkopf"

Körpergrösse: 16-18 cm

Flügelspannweite: 24-27 cm

Gewicht: 21-40 g

Geschlechter: Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt und am bes-ten durch die Gesichtsmaske zu unterscheiden. Sie ist bei den Männchen breit, kräftig schwarz und reicht bis zur Stirn, bei den Weibchen braun und nur hinter dem Auge deutlich sichtbar, und bei Jungvögeln ist sie hellbraun und oft nur angedeutet

Verbreitung Europa: Die Brutgebiete liegen in Eurasien und erstrecken sich von Europa über die Türkei bis weit ins Westsibirische Tiefland. Nicht besiedelt sind Mittel- und Südspanien, England ausser dem Süden und Nordskandinavien

Verbreitung Schweiz: Brutvogel in der ganzen Schweiz. 90% aller Paare brüten unter 1400 m. Das Mittelland ist nur spärlich besiedelt; höhere Dichten werden in den inneralpinen Trockentälern sowie am Jurasüdfuss und im Klettgau erreicht

Lebensraum: Halboffene, reich strukturierte Landschaften mit Hecken, einzelnstehenden dorn- oder stachelbewehrten Sträuchern (Weissdorn, Schwarzdorn, Brombeere, Heckenrose), die als Neststandort und Jagdwarte dienen, sowie extensiv genutzten Weiden mit einer hohen Dichte an Gliederfüssern (Insekten, Spinnentieren, Tausendfüssern). Streuobstgärten, verbuschte Brachen oder Rebberge werden eher selten besiedelt

Zugverhalten: Langstreckenzieher (Schleifenzug im Gegenuhrzeigersinn), Nacht-zieher

Frühjahrszug: Mai bis Anfang Juni über Griechenland, Ägypten

Herbstzug: Ende Juli bis Anfang Oktober über Arabische Halbin-sel, Türkei

Zugstrecken: 6'000-12'000 km

Winterquartier: Trockensavannen des Kalahari- und Limpopobeckens (Simbabwe, Botswana, Südafrika)

Nahrung: Insekten (Hautflügler, Käfer, Heuschrecken, Grillen), Spinnen, Tausendfüsser, Regenwürmer, selten Kleinsäuger und Reptilien, ausnahmsweise Kleinvögel und Vogelnestlinge; im Sommer und Herbst Beeren. Spiesst seine Beute zur Bearbeitung oder als Vorrat in Ast-gabeln oder auf Dornen und Stacheln

Neststandort: Bevorzugt in dichtem Dornen- oder Stacheldickicht

Nest: Massiger Napf aus Zweigen, krautigen Stängeln und Moos, mit fei-nem Pflanzenmaterial, Haaren und Daunen ausgekleidet. Den Roh-bau besorgt das Männchen, den Endausbau das Weibchen. Baudauer 4-6 Tage.

Gelegegrösse: 4-7 Eier

Brutzeit: Mitte März bis Ende Juni

Brutdauer: 13-16 Tage. Das Weibchen brütet und wird vom Männchen gefüt-tert

Nestlinge: Nesthocker, nackt

Nestlingszeit: Die Nestlinge werden von beiden Eltern versorgt, aber nur vom Weibchen gehudert (gewärmt). Mit 13-16 Tagen verlassen sie das Nest, ab 26 Tagen beginnen sie mit ersten Jagdversuchen, und ab 36 Tagen sind sie selbständig

Jahresbruten: 1. Zweitbruten sind selten

Alter: Ältester beringter Vogel knapp 8 Jahre; in Gefangenschaft 10 Jahre

Bestand Europa: 7,4-14,3 Millionen Brutpaare (2015)

Bestand Schweiz: 10'000-15'000 Brutpaare (2013-2016)

Gefährdung: Gilt als nicht gefährdet (Rote Liste Kategorie LC = least concern). Aber Lebensraumveränderungen in den Brutgebieten durch Intensivlandwirtschaft, Rückgang von Grossinsekten, extreme Wetterlagen zur Brutzeit sowie Trockenheit in den Rast- und Überwinterungsgebieten könnten für die grösseren festgestellten Bestandesschwankungen verantwortlich sein

Möchtest du diesen Bericht ausdrucken?

Du findest den Bericht über den Neuntöter hier zum Download.

Text: Peter Jascur: Peter Jascur ist der Kopf hinter den "Ornithologischen Steckbriefen". Dieses ausführliche und doch handliche Taschenlexikon stellt die 234 häufigsten in der Schweiz beobachtbaren Vogelarten vor. In 2-seitigen Portraits vermittelt es eine Fülle von Informationen zu Bestimmungsmerkmalen, Verbreitung, Bestand, Zugstrategie, Gefährdung, Nahrung, Stimme, Verhalten und Fortpflanzung jeder beschriebenen Art.

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Frieren Enten im Winter an die Füsse? https://www.nvvm.ch/blog/frieren-enten-im-winter-an-die-fuesse/ https://www.nvvm.ch/blog/frieren-enten-im-winter-an-die-fuesse/#comments Fri, 13 Aug 2021 15:06:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/frieren-enten-im-winter-an-die-fuesse/ Weiterlesen

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Spaziert man im Winter einem Gewässer entlang, kann man Enten dabei beobachten, wie sie schnatternd im kalten Wasser herumpaddeln oder gemütlich auf einem zugefrorenen See stehen. Wie geht das? Warum frieren ihre Füsse nicht ab, wenn sie «barfuss» auf dem Eis stehen? Und weshalb haften ihre Füsse auch nicht auf dem Eis fest?


Titelbild: Graureiher, Stockenten und Lachmöwen. Foto: Andi Meier

Entenfüsse ein ausgeklügeltes System

Tatsächlich haben Enten nicht wie wir Menschen warme Füsse, sondern kalte. Sie sind etwa 0°C kalt. Damit haben ihre Füsse etwa die gleiche Temperatur wie das Eis. Dies ist notwendig, denn, hätten sie warme Füsse, würde das Eis rund um die Füsse tauen. Das Schmelzwasser würde in der kalten Umgebung wieder abkühlen und somit die Füsse festfrieren. Zudem würden warme Füsse ständig Energie in Form von Wärme an die Umgebung verlieren. Um ihre Energiebilanz zu halten, müsste die Ente dann dauernd fressen.

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Mandarinente (Foto: Andi Meier)
Warmer Körper trotz kalter Füsse

Eine geschickte Konstruktion in den Beinen der Wasservögel verhindert, dass ihre Füsse sich erwärmen. Das warme, sauerstoffreiche Blut vom Herzen gelangt über die Blutbahnen (Arterien) in die Füsse. Dabei liegen die Arterien ganz dicht und eng verflochten mit den Blutbahnen (Venen), die das kühle Blut wieder zurück in den Körper führen. Das abwärtsströmende arterielle Blut wärmt also das aufwärtsströmende venöse Blut auf und kühlt sich dabei ab. Somit bleiben die Füsse kalt, der Körper aber bleibt immer schön warm, bei etwa 40°C. Auf diese Weise geht keine Wärme verloren. Diese Wärmerückgewinnung nennt man auch Gegenstromprinzip.

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Stockente (Foto: Andi Meier)

Zusätzliche Wärmequelle

Neben dem Gegenstromprinzip besitzen die Enten im Winter ein dichtes Federkleid. Indem sie das Gefieder aufplustern, bildet sich ein schützendes Luftpolster, das zusätzlich vor der Kälte schützt. Zudem fetten Enten ihr Gefieder ein. So perlt das kalte Wasser von den Federn ab und kommt gar nicht erst bis an den Körper.

Auch sonst sind Enten auf Kälte bestens eingestellt. Wetterfeste Deckfedern schützen die wärmenden Daunen vor Nässe. Ausserdem fetten sie das Deckgefieder mit einem öligen Sekret aus der Bürzeldrüse ein. So sind sie gegen Nässe geschützt.

Übrigens ist es ein verbreiteter Irrglaube, dass Zugvögel in wärmere Gebiete zögen, um der Kälte zu entfliehen. Das tun sie vorallem, weil im Winter die Nahrung knapp wird.

Möchtest Du wissen, wie Rehe es im Winter im Freien aushalten. Oder ob Eichhörnchen einen Winterschlaf halten?

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Warum verfärben sich im Herbst die Blätter? https://www.nvvm.ch/blog/warum-verfaerben-sich-im-herbst-die-blaetter/ https://www.nvvm.ch/blog/warum-verfaerben-sich-im-herbst-die-blaetter/#comments Fri, 13 Aug 2021 15:02:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/warum-verfaerben-sich-im-herbst-die-blaetter/ Weiterlesen

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Herbstlaub: Alles so schön bunt hier! 

Was gibt es schöneres, als durch einen bunten Herbstwald zu spazieren. Aber ein bisschen seltsam ist es schon, dass das saftige Sommergrün plötzlich rot und gelb leuchtet, oder nicht?

Manche Blätter leuchten gelb, andere knallrot. In diesem Artikel erfährst du, warum im Herbst bunte Blätter fallen.

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Manche Farbstoffe lassen die Blätter rot leuchten. (Foto: Andi Meier).

Wer wissen möchte, warum sich die Blätter im Herbst verfärben, muss erst einmal wissen, warum sie im Sommer eigentlich grün sind: Der für die Photosynthese verantwortliche grüne Farbstoff in den Blättern heisst Chlorophyll.

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Chlorophyll lässt Blätter grün leuchten. 

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden, gibt es weniger Licht und der Baum fährt die Photosynthese zurück. Der Baum baut das Chlorophyll ab und lagert es bis zum Frühling in den Wurzeln, Ästen und im Stamm ein. Nun kommen die gelben, roten und orangefarbenen Pigmente zum Vorschein.

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Es gibt Farbstoffe für rot, gelb, orange. (Foto: Andi Meier)

Manche Farbstoffe steckten schon vorher in den Blättern, wurden aber vom grün des Chlorophylls verdeckt. Diese Farbstoffe heissen Carotinoide und Xantophylle.

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Was gibt es schöneres, als ein Spaziergang unter bunten Blättern? (Foto: Andi Meier).

Ausserdem bildet der Baum im Herbst zusätzlich Anthozyane – die die Blätter rot leuchten lassen. Also: Nichts wie nach draussen! Freu auch du dich an den bunten Blättern.

Übrigens: vielleicht triffst du bei deinem Herbstspaziergang auf einen Pilz. Hier erfährst du Dinge über diese seltsamen Lebewesen, die du nicht erwarten würdest.

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Jungvogel gefunden. Was tun? https://www.nvvm.ch/blog/jungvogel-gefunden-was-tun/ https://www.nvvm.ch/blog/jungvogel-gefunden-was-tun/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:59:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/jungvogel-gefunden-was-tun/ Weiterlesen

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Die Vogeleltern sind jetzt fleissig daran, ihre hungrigen Jungen in den Nestern und den Nistkästen zu füttern. Bitte denk daran, wenn du einen vermeintlich hilflosen Jungvogel findest: Viele Jungvögel verlassen ihr Nest noch bevor sie richtig fliegen können. Sie werden dann auf dem Boden weiter von den Eltern versorgt. Deshalb solltest du den kleinen Vogel dort belassen, oder, falls er sich an einem gefährlichen Ort befindet, in der Nähe etwas sicherer oder erhöht platzieren.

Titelbild: Junge Kohlmeise wird von einem Elternteil gefüttert. (Foto: Marco Stalder)

Wenn du einen flugunfähigen Vogel findest, versuche einzuschätzen, ob es sich um einen Jungvogel oder um einen bereits selbständigen Vogel handelt. Wichtige Informationen über den Umgang mit Jungvögeln findest du bei der Vogelwarte Sempach.

Warum Jungvögel an Ort belassen?

Ein Jungvogel hat die besten Überlebenschancen, wenn er von den Altvögeln gefüttert und betreut wird. Wenn du den Jungvogel also am Ort lässt, gibst du den Vogeleltern die Chance, ihren Nachwuchs weiterzufüttern. Denn in den seltensten Fällen wurden die Jungvögel wirklich verlassen.

Nestflüchter und Nesthocker

Bei Vögeln gibt es Nesthocker und Nestflüchter. Nestflüchter sind zum Beispiel Enten und Hühnervögel. Sie haben ein vollständiges Dunenkleid und können sofort laufen bzw. schwimmen. Sie beginnen schon bald, selbstständig Nahrung aufzunehmen. Beispiele von Nestflüchtern sind Enten und Hühnervögel.

Junge Nesthocker sind am Anfang nackt und blind. Sie bleiben längere Zeit im Nest und werden von den Eltern gefüttert und gepflegt. Nesthocker sind zum Beispiel Greifvögel, Eulen, Spechte, Segler und alle Singvögel.

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Buntspecht mit Jungvogel. (Foto: Annegret Schnider)

Bei einigen dieser Arten verlassen die Jungen das Nest manchmal schon, bevor sie richtig fliegen können. Dies ist z.B. bei Amseln und anderen Drosseln häufig der Fall.

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Junge Amsel (Foto: 123rf.com)

Daher kann es sein, dass du einen scheinbar verlassenen Jungvogel findest. Manchmal flattern sie ungeschickt herum. Sie sind aber meistens nicht verletzt. Sie sind auch nicht aus dem Nest gefallen, sondern es ist normal, dass sie sich versteckt in der Umgebung des Nestes aufhalten, wo sie von den Eltern weiterhin gefüttert werden.

Deshalb solltest du diese Jungvögel nicht mitnehmen. Auch sind ihre Überlebenschancen in menschlicher Obhut gering und die Auswilderung ist schwierig.

Wann sollst du einschreiten?

Du solltest nur etwas tun, wenn du ganz sicher bist, dass der Jungvogel in Gefahr ist, oder wenn ihn die Eltern wirklich verlassen haben. Das kannst du daran erkennen, dass zum Beispiel das Nest zerstört ist oder du die Altvögel tot auffindest.

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Junge Blaumeise (Foto: 123rf.com)

Wenn ein kleiner Vogel an einem gefährlichen Ort sitzt, beispielsweise auf einer Strasse oder an einem vor Katzen oder Regen ungeschützten Ort, kannst du ihn in die nächste Hecke oder in den nächsten Baum setzen. Beobachte ihn dann aus einer Distanz von mindestens 50 Metern. Wenn nicht spätestens nach einer Stunde die Eltern mit Futter auftauchen, kannst du ihn in Obhut nehmen.

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Junger Gimpel im Vogelbad (Foto: Annegret Schnider).

Du musst aber wissen, dass alle Nesthocker ausser den Singvögeln sehr schwierig aufzuziehen sind. Ausserdem brauchst du für die Pflege und Haltung von Wildvögeln eine Genehmigung, die du beim Kanton (Jagdverwaltung oder Veterinäramt) beantragen musst.

Am besten bringst du den Vogel für die weitere Betreuung umgehend einer offiziellen Pflegestation (Kontakt für die Vogel-Pflegestation für die Region Basel), einem Tierspital oder der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.

Spezialfall Segler und Greiffvögel

Segler sind als reine Insektenfresser sehr schwierig aufzuziehen (siehe separates Merkblatt). Aus dem Nest gefallene Jungsegler haben eine recht gute Überlebenschance, falls sie einem Paar mit gleichaltrigen Jungen untergeschoben werden können. Die Altvögel akzeptieren solche „Stiefkinder“ meist problemlos und ziehen sie wie eigene Junge auf.

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Junger Mauersegler (Foto: 123rf.com).

Viele Seglerkolonien werden von engagierten Vogelschützer(inne)n betreut, die mögliche Ersatzeltern kennen. Auf Anfrage geben die Vogelwarte und der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz Kontaktadressen bekannt.

Greifvögel und Eulen (weissliches oder graues Dunenkleid, hakenförmiger Oberschnabel) gehören übrigens immer in die Pflege von Fachleuten! Ihre Betreuung ist aufwändig und erfordert grossen Sachverstand.

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Junger Uhu (Foto: Peter Ertl)

Nothilfe für verwaiste Jungvögel

Für den Fall, dass du einen jungen Singvogel für kurze Zeit in Obhut nehmen musst, erhältst du bei der Vogelwarte einige Pflegehinweise.

Lade hier das Ratgeber-Merkblatt für aufgefundene Jungvögel der Vogelwarte Sempach herunter.

Hast du in der Region Basel einen Vogel gefunden der wirklich Hilfe braucht, kannst Du bei der Vogelpflegestation anrufen. WICHTIG: Bitte lies unbedingt zuerst die Informationen der Webseite der Vogelstation. 

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Die Waldohreule stellt sich vor https://www.nvvm.ch/blog/die-waldohreule-stellt-sich-vor/ https://www.nvvm.ch/blog/die-waldohreule-stellt-sich-vor/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:56:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/die-waldohreule-stellt-sich-vor/ Weiterlesen

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Hallo - ich heisse Asio otus. Das ist mein wissenschaftlicher Name, der frei übersetzt "Die Eule mit den Ohren" heisst. Aber das ist nicht ganz richtig, denn meine aufrichtbaren "Ohren" sind gar keine Ohren zum Hören.

Titelbild: Sieht aus wie Ohren, aber es sind nur Federn. (Foto: Andi Meier)

Sie sind Federbüschel, mit denen ich zusammen mit meinem Gesichtsschleier meine Stimmung ausdrücken kann und die mir auch bei der Tarnung helfen, wenn ich mich auf einem Baum verstecke und den Tag "verschlafe". Denn wie fast alle Eulen werde ich erst in der Dämmerung aktiv und gehe dann, wenn's Nacht ist und ich Hunger habe, auf die Jagd.Waldorheule4 1
Gut getarnt! (Foto: 123rf.com)

Ich bin weit verbreitet - verhalte mich aber gern möglichst unauffällig

Das ist auch der Grund, dass mich viele Menschen noch nie gesehen haben, obwohl ich mit meinen Artgenossen fast überall in unserem Land zu entdecken wäre. Speziell wohl fühlen wir uns im Mittelland, im Jura und in den Voralpen bis in Höhen gegen 1500 m. Aber nicht nur in der Schweiz sind wir zu Hause; die Regionen in denen meine Verwandten leben, erstrecken sich von Europa, wo wir zu den häufigsten Eulen gehören, bis ins ferne China. Und sogar in Nordwestafrika und in Nordamerika sind wir daheim.

Wer mich zum ersten Mal sieht, könnte meinen, ich sei ein kleiner Uhu

Das ist nicht ganz abwegig, weil wir beide ein braun-schwarz geflecktes Gefieder mit markanten Ohrbüscheln tragen und unsere Augen orange sind. Aber ich bin nur halb so gross wie ein Uhu, und auch mein brauner Gesichtsschleier unterscheidet sich wegen der feinen schwarzweissen Einfassung und seiner kreisrunden Form stark vom deutlich breit-ovalen, grauen Uhu-Schleier.

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Typisch Waldohreule: der kreisrunde Gesichtsschleier. (Foto: 123rf.com)

Hingegen haben wir beide, wie alle Eulen, vierzehn Halswirbel, die es uns ermöglichen, unseren Kopf um bis zu 270 Grad zu drehen. Ohne unseren Körper umwenden zu müssen, können wir sogar feststellen, was hinter unserem Rücken passiert. Unglaublich, nicht wahr?

Mein Schleier hat nichts mit der Mode zu tun

Der Schleier oder Gesichtsschleier ist eine kranzförmige Einfassung aus steifen Federn, die das Gesicht von uns Eulen ziert. Er kontrastiert mit der übrigen Gefiederfärbung und verleiht uns so unser unverwechselbares, arttypisches Aussehen. Hauptsächlich dient er aber der Lenkung und Verstärkung von Schallwellen in Richtung unserer hochspezialisierten Ohren und ermöglicht uns damit kleinste Geräusche auch auf grössere Distanz zielsicher wahrzunehmen – ein entscheidender Vorteil, wenn wir in der Dunkelheit auf der Jagd sind. Auch Weihen, andere elegante Greifvögel, tragen einen Gesichtsschleier, der ihnen ebenfalls eine bessere Beutewahrnehmung ermöglicht.

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Waldohreule (Foto: Andi Meier)

An meinen Lebensraum stelle ich sehr hohe Ansprüche

Ich bevorzuge halboffene Landschaften mit fliessenden Übergängen zwischen Wald und Kulturland zu denen auch Magerwiesen, Hecken und Obstbaumbestände gehören. In Wäldern hingegen behagt es mir nur, wenn sie durch genügend grosse Freiflächen unterbrochen sind, in denen ich jagen kann. Wie man sieht, bin ich also keine typische Wald-Eule, auch wenn mein Name dies andeutet. Besonders gut gefällt es mir übrigens im Leimental, wo ich noch ideale Lebensräume finde.

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In der Region Basel gefällt es der Waldohreule im Leimental. (Foto: 123rf.com)

Meine Nahrung erbeute ich hauptsächlich im offenen Gelände

Ich jage gerne im langsamen, schaukelnden Pirschflug, seltener auch aus einem Ansitz. Habe ich ein Beutetier ausgemacht, versuche ich es aus flachem, lautlosem Gleitflug aber nie aus einem Sturzflug zu ergreifen. Wie bei meinen sieben anderen Eulen-Verwandten, die in unserem Land wohnen, bin ich mit samtweichen Federn mit einer feinen Zähnelung ausgerüstet, was meinen Flug fast unhörbar macht und mir dadurch erlaubt, meine Beute zu überraschen. Das sind zum grossen Teil Feld- und Wühlmäuse, viel seltener auch Waldmäuse. Die übrigen Beutetiere und Kleinvögel machen weniger als 5% meines Speiseplans aus. Mein Appetit ist gross; und so bringe ich es pro Jahr auf gut 1000 erbeutete Mäuse – Nahrung für meine Jungen nicht eingerechnet.

Das Frühjahr ist die Zeit der Jungenaufzucht

In mäusereichen Jahren brüten wir früh, sodass die Ablage von bis zu 8 Eiern bereits im Februar erfolgen kann. In weniger ergiebigen Jahren beginnt die Eiablage hingegen erst im März und umfasst dann meist nur 3-5 Eier. Nach einer Brutzeit von 4-5 Wochen schlüpfen die Küken. In den ersten Tagen werden sie von den Weibchen zum Schutz vor Kälte und Nässe gehudert, das heisst unter das Gefieder genommen. Schon nach 2-3 Wochen verlassen die Jungen das Nest, obwohl sie noch nicht fliegen können, und verstecken sich in Nestnähe im Gezweig; sie werden deshalb Ästlinge genannt.

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Junge Waldohreule, in diesem Alter "Ästling" genannt. (Foto: 123rf.com)

Dort füttern wir Elterntiere sie noch längere Zeit, weil die Kleinen erst ab der 10. Lebenswoche selber jagen können. Sie wirken, wie im Bild rechts, in ihren flauschigen Jugendkleidern mit dunklem Schleier und orange-roten Augen äusserst niedlich.

Der Landschaftswandel bereitet uns Sorge

Naturnahe Landschaftselemente wie Hecken, Feldgehölze oder alte Obstbaumbestände sind leider in den letzten Jahren in der Schweiz immer seltener geworden. Dort hatten wir aber unsere Verstecke und Nistplätze, die uns nun zunehmend zu fehlen beginnen. Und da es in der intensiv genutzten Landwirtschaft viel schwieriger ist, genügend Beutetiere zu fangen, fühlen wir uns je länger je mehr in die Enge getrieben. Wir sind zwar noch nicht bedroht, aber eine Lebensraumaufwertung zum Beispiel mit Buntbrachen, Extensivwiesen oder ökologischen Ausgleichsflächen würde sich auf unsere Nahrungsgrundlage und damit auf unsere Bestandeszahlen positiv auswirken.


Hier erfährst du, welche Vögel 2018 in Münchenstein gesichtet wurden.

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Möchtest du diesen Bericht ausdrucken? Du findest den Bericht über die Waldohreule hier zum Download.

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Vor einem Baumstamm schwer zu erkennen. (Foto: 123rf.com)

Zum Schluss ein Blick in unseren Personalausweis

Name deutsch: Waldohreule

Name wissenschaftlich: Asio otus (Linnaeus, 1758)

Körpergrösse: 35-37 cm

Flügelspannweite: 90-100 cm

Gewicht: 250-370 g (Weibchen), 230-280 g (Männchen)

Jahresbruten: 1, ausnahmsweise 2

Gelegegrösse: 3-5 Eier, in mäusereichen Jahren bis zu 8 Eier

Brutdauer: 27-28 Tage/Ei (das Weibchen brütet und wird vom Männchen versorgt)

Nestlingszeit: 2-3 Wochen (betreut durch das Weibchen; Nahrungsbeschaffung für die ganze Familie durch das Männchen)

Weitere Entwicklung: voll flugfähig ab 5 Wochen, selbständig nach etwa 2 Monaten

Bestand in der Schweiz: 2'500-3'000 Brutpaare (seit den 70er-Jahren rückläufiger Trend)

Bestand in Europa: 0.4-0.8 Millionen Brutpaare

Text: Peter Jascur*

*Peter Jascur ist der Kopf hinter den "Ornithologischen Steckbriefen".

Dieses ausführliche und doch handliche Taschenlexikon stellt die 234 häufigsten in der Schweiz beobachtbaren Vogelarten vor. In 2-seitigen Portraits vermittelt es eine Fülle von Informationen zu Bestimmungsmerkmalen, Verbreitung, Bestand, Zugstrategie, Gefährdung, Nahrung, Stimme, Verhalten und Fortpflanzung jeder beschriebenen Art.

Das doppelbändige Werk ist beim BNV Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband, Liestal, erhältlich. Preis Fr. 42.- plus Porto und Verpackung.

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12 Vögel, die du im Winter beobachten kannst https://www.nvvm.ch/blog/12-voegel-die-du-im-winter-beobachten-kannst/ https://www.nvvm.ch/blog/12-voegel-die-du-im-winter-beobachten-kannst/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:55:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/12-voegel-die-du-im-winter-beobachten-kannst/ Weiterlesen

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Auch wenn es jetzt in der Vogelwelt stiller geworden ist: Im Winter kannst du prima Vögel beobachten. Mauersegler und Zilpzalp sind zwar in den warmen Süden gezogen und auch das Klappern der Störche ist nicht mehr zu hören. Doch manche Vögel trotzen der Kälte und bleiben da. Auch der Zaunkönig, der eigentlich ein Zugvogel ist, trifft man oft auch im Winter an.

Hier stellen wir dir 12 Vögel vor, die du im Winter beobachten kannst. Einer von ihnen ist der Kleiber.

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Dem Kleiber gefällts auch im Winter bei uns (Foto: Andi Meier).

Der Kleiber bleibt im Winter da

Der Kleiber findet in der Borke von Bäumen immer noch eine Larve oder Spinne, nimmt jedoch auch Bucheckern und Nüsse, die er aufklopft.

Grössere Beutetiere klemmt der Kleiber in eine Rindenspalte, hängt sich kopfunter darüber und meisselt mit dem kräftigen Schnabel mundgerechte Bissen ab. Dasselbe tut er mit grösseren Nüssen und Eicheln, die er mit seinem kräftigen Schnabel knackt.

Rotkehlchen machen Winterferien

Warst du auch schon im Winter in der Dunkelheit unterwegs und hast lautes Zwitschern und Jubilieren vernommen? Das ist kein Hirngespinst, es sind Rotkehlchen. Gerade wenn der Mond hell scheint oder sich eine helle Strassenlampe oder ein helles Fenster in der Nähe befindet, singen sie besonders gerne.

Rotkehlchen singen auch dort sehr häufig zu den stillen Nachtzeiten, wo es tagsüber laut ist. So hören die Weibchen ihre Botschaft besser. Doch warum bloss singen sie mitten im kalten Winter?

Rotkehlchen singen im Winter.

Von Oktober bis März halten sich viele Rotkehlchen aus Nordosteuropa bei uns auf. Dort, wo die singenden Rotkehlchen herkommen, sind Temperaturen um null Grad schon fast frühlingshaft.

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Rotkehlchen (Foto: Andi Meier).

Die Rotkehlchen aus dem kühlen Norden machen also bei uns in der "Wärme" Winterurlaub, während die meisten Schweizer Rotkehlchen ihren Urlaub ebenfalls im Süden verbringen – am warmen Mittelmeer nämlich.

Es sind nicht dieselben Rotkehlchen, die du im Winter und im Sommer beobachest.

Die Gäste aus dem Norden unterscheiden sich übrigens von den Einheimischen: Sie sind viel weniger scheu als ihre zurückhaltenden heimischen Artgenossen.

Vögel beobachten im Winter: freie Sicht auf die Vogelwelt

Im Winter ziehen zwar viele heimische Vögel in den Süden, aber jene die dableiben, siehst du besonders gut. Aus dem einfachen Grund, weil es keine Blätter an den Bäumen hat, zwischen denen die Vögel verschwinden.

Also nimm deinen Feldstecher und ab nach draussen. Du hast jetzt freie Sicht zum Beispiel auf die Sumpfmeise, den Haussperling, die Blaumeise oder die Kohlmeise.

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Legt Samen und Körner als Wintervorrat an: die Sumpfmeise (Foto Andi Meier).

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Vorwitziger Weltenbürger: der Haussperling. (Foto: Andi Meier).

Der Haussperling ist unglaublich anpassungs- und durchsetzungsfähig, lustig und lästig zugleich und stets misstrauisch. Hier erfährst du mehr über diesen vermeintlichen Allerweltsvogel.

Blaumeisen: einfach zu erkennen

Die Blaumeise erkennst du sofort, denn sie ist die bunteste unserer Meisen und sogar der einzige blau-gelbe Vogel Europas. Sie ist auch in unseren Gärten zu Gast, sobald dort ein paar ältere Bäume stehen. 

In unseren Gärten suchen Blaumeisen auch gerne in Stängeln vorjähriger Stauden. Wer naturnah gärtnert, sollte darum nach der Blüte nicht gleich alles entfernen.

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Blaumeise: der einzige blau-gelbe Vogel Europas (Foto: Andi Meier).

Wie sich die Blaumeise von ihrem Vetter der Kohlmeise unterscheidet, erfährst du hier in diesem Artikel.

Die Kohlmeise gehört zu unseren häufigsten Brutvögeln. Auch sie haben einen gelblichen Bauch.

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Gelber Bauch: die Kohlmeise (Foto:Andi Meier).

Manche Vögel haben ganz spezielle winterliche Angewohnheiten. Zu ihnen gehört unser häufigster Brutvogel, der Buchfink.

Buchfink: der ledige Vogel

Der Buchfink ist einer der Vögel, die man im Winter gut am Futterhäuschen beobachten kann.

Man trifft ihn überall dort an, wo es ein paar Bäume hat. Wählerisch ist er nicht. An der Futterstelle nimmt er meistens die Samen, die auf den Boden gefallen sind.

Im Winter sind vor allem männliche Buchfinken bei uns.

Meistens siehst du bei uns im Winter die Männchen. Die Weibchen sind der Kälte weniger gut gewachsen, deshalb ziehen vor allem sie im Winter nach Westen und Süden. So hat der Buchfink wohl auch seinen wissenschaftlichen Namen erhalten:  Fringilla coelebs, der «ledige Fink».

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Weiblicher Buchfink (Foto: Andi Meier).

Etwas mehr Geduld brauchst du, wenn du diesen Vogel beobachten möchtest:

Der mit der braunen Kappe: der Feldsperling

Während du den «Spatz» (Haussperling) häufig im Siedlungsraum beobachten kannst, meidet der Felsperling das Innere von Städten und Dörfern. Du findest ihn in mit Hecken und Kleingehölzen durchzogenen Kulturlandschaften und auch in Obst- und Gemüsegärten und an Waldrändern.

Was den Feldsperling sonst noch vom Haussperling unterscheidet, erfährst du in diesem Artikel.

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Feldsperling mit auffälliger Kappe (Foto: Andi Meier).

Manche Vögel kannst du ausschliesslich im Winter bei uns beobachten. Zu ihnen gehören die Lachmöven.

Im Winter ist Lachmöwenzeit

Lachmöwen sind bei uns Wintergäste. Du kannst sie am besten an Seen beobachten und ihre akrobatischen und geschickten Flüge bewundern. In der Region Basel kannst du sie gut im Park im Grünen (Grün 80) in Münchenstein bewundern.

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Geschickter Flieger: die Lachmöwe (Foto: Andi Meier).

Ihren Namen hat die Lachmöwe wohl wegen ihres kichernden oder lachenden Rufs erhalten, möglicherweise wurde sie aber auch nach den flachen Binnengewässern (Lachen oder Pfützen) benannt, an denen sich diese Möwen gerne einfinden.

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Die Lachmöwe kann auch gut schwimmen (Foto: Andi Meier).

Dann gibt es noch einen Vogel, der eigentlich im Winter nach Süden fliegt. Aber vielleicht ist das auch schon aufgefallen: Viele Weissstörche verbringen den Winter in unserer Region.

Viele dieser Störche sind beringt. Durch Ablesen der Ringe kann man herausfinden, wo der Vogel beringt wurde und wie alt er ist. Mehr über die Störche die du im Winter beobachten kannst, findest du hier.

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Weissstörche auf einem Feld bei Ettingen (BL). (Foto: Annegret Schnider)


Beim nächsten Vogel, den wir dir vorstellen, musst du gut hinschauen, wenn du ihn beobachten willst, denn er ist winzig.

Der kleinste Vogel Europas: das Wintergoldhähnchen

Mit nur 4-8 Gramm Gewicht ist das Wintergoldhähnchen der kleinste Vogel Europas. Es ernährt sich ganzjährig von winzigen, weichhäutigen Insekten und Spinnen.

Er ist so klein wie sonst kein Vogel in Europa.

Ein Vogel dieser Grösse muss Erstaunliches leisten, um seine Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Jeden Tag braucht er Nahrung im Umfang des eigenen Körpergewichts. Während der kurzen Wintertage muss er in 6-7 Stunden genügend Insekten fangen, um die rund 17-stündige Nacht bei kalten Temperaturen im Freien zu überstehen.

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Hübscher gelber Scheitel: das Wintergoldhähnchen (Foto: 123rf.com).

Bevorzugte Nahrungssuchplätze des Wintergoldhähnchens sind Kammäste älterer Fichten. Bei starkem Schneefall schlüpfen Wintergoldhähnchen gelegentlich sogar unter die Schneedecke, um so an darunter liegende Fichtenzweige zu kommen. Dort finden sie Springschwänze und andere Kleininsekten ihres Beutespektrums.

Das Wintergoldhänchen jagt unter der Schneedecke!

Wintergoldhähnchen sind Teilzieher. Lediglich die Brutpopulationen des hohen Nordens verlassen im Winter vollständig ihre Brutgebiete. Die Brutvögel Finnlands ziehen beispielsweise nach Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Nordfrankreich. Vereinzelt erreichen sie auch den Süden Frankreichs, den Norden Spaniens und Italiens.

Rote Schönheit: der Gimpel

Hoffentlich gibts nochmal Schnee, denn dann ist der Gimpel besonders hübsch anzusehen. Zu seinem zweiten Namen «Dompfaff» hat ihm die schwarze Kappe und die rosa Brust verholfen. Das Weibchen ist übrigens deutlich tarnfarbener. Im Winter, vielleicht sogar ein Leben lang, bleiben die Partner zusammen.

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Der mit dem prächtigen roten Bauch: der Gimpel.

Auf dem Speiseplan des Gimpels steht überwiegend vegetarische Kost. Im Winter kann man ihn beobachten, wie er die frischen Knospen von Obst- und anderen Laubbäumen abzwickt. Das macht er zwischen Januar und April, wenn er sonst wenig Nahrung findet. Damit hat er sich früher in vielen Gegenden unbeliebt gemacht.

Der scheue Vogel bevorzugt dichtes Gebüsch und Bäume, in Parks und Gärten findet man ihn vor allem dort, wo immergrüne Pflanzen stehen, aus denen dann nur sein melancholisches Flöten zu hören ist. Bei den Gimpeln singen übrigens auch die Weibchen.

Auch Gimpelweibchen singen.

Dies sind nur einige Beispiele von Vögeln, die du im Winter beobachten kannst. Es gibt noch viele mehr.

Viele von ihnen kannst du sehen, wenn du ihnen eine Futterstelle anbietest. Hier erfährst du, wie du Vögel im Winter richtigt fütterst.

Wenn du die Vögel an der Futterstelle fotografieren möchtest –hier noch ein Tipp.

Vögel im Winter fotografieren – Tipp für Fotografen

Futterstellen eignen sich nicht nur zum beobachten, sondern auch zum fotografieren. Die meisten Fotos auf dieser Seite wurden an diesem Futterhäuschen aufgenommen.

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So kommst du am Futterhäuschen zu natürlichen Fotos (Foto: Andi Meier).

Wenn du auch im Sommer Vögel beobachten oder fotografieren möchtest, kannst du ein Vogelbad aufstellen. Hier erfährst du, wie du es richtig machst.

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Machen Eichhörnchen einen Winterschlaf? https://www.nvvm.ch/blog/machen-eichhoernchen-einen-winterschlaf/ https://www.nvvm.ch/blog/machen-eichhoernchen-einen-winterschlaf/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:54:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/machen-eichhoernchen-einen-winterschlaf/ Weiterlesen

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Hast du dich auch schon gefragt, warum du mitten im Winter Eichhörnchen siehst?

Eichhörnchen machen keinen eigentlichen Winterschlaf, sie erwachen immer wieder aus ihrer Winterruhe und suchen dann ihre Futterverstecke auf, um zu fressen. Die Winterruhe hält das Eichhörnchen in seinem Kobel – so heissen die kugelförmigen Nester der Eichhörnchen.

Titelbild: Warum schläft es nicht? (Foto: Andi Meier)

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Für einen Snack nach draussen. (Foto: Marco Stalder)

Ein Tier das einen richtigen Winterschlaf hält ist z.B. der Siebenschläfer. Er verbringt sieben Monate im Winterschlaf. Er atmet dann nur wenige Male in der Stunde. Sein Herz schlägt nur selten und die Körpertemperatur fällt bis auf fünf Grad Celsius.

Eichhörnchen machen keinen Winterschlaf, sondern halten Winterruhe.

Eichhörnchen legen einen Wintervorrat an

Eichhörnchen fressen sich für den Winter keine Fettschicht an, wie dies zum Beispiel Igel tun, sondern sie verstecken Haselnüsse, Eicheln oder Bucheckern als Wintervorrat. Im Winter sind sie dann sehr träge und bleiben tagelang im Kobel. Wann die Winterruhe beginnt, hängt u.a. von der Temperatur ab. Je kühler desto früher beginnt sie (November oder Dezember) und endet im April/ Mai.

Eichhörnchen: Paarungszeit im Winter

Die Paarungszeit der Eichhörnchen findet während der Winterruhe statt! Deshalb kann man sie im Januar und Februar bei ihren wilden Verfolgungsjagden beobachten. Oft jagen mehrere Männchen ein Weibchen durch die Bäume.

Frühlingsgefühle im Winter

Die Farbe der Eichörnchen variiert von hellrot bis zu braunschwarz. Auch wenn sie so verschieden aussehen, sie gehören alle zur gleichen Art. Im Winter wird die Fellfarbe oft dunkler und kann auch graue Farbtöne annehmen.

Eichhörnchen haben verschiedene Fellfarben

Eichhörnchen, die höheren Lagen in Nadelwäldern leben, sind eher dunkel gefärbt. In den Laubwäldern des Flachlandes sind sie heller. Grund dafür ist Wohl die bessere Tarnung vor Feinden.

Im Winterfell haben Eichhörnchen bis zu 3,5 cm lange rotbraune Ohrpinsel.

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Lange Ohrpinsel: Das gibt's bei Eichhörnchen nur im Winter. (Foto: Andi Meier)

Im Sommerfell sind diese Ohrpinsel klein oder nicht vorhanden. Im Winter sind auch die sonst nackten Fusssohlen behaart.

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6 Gründe warum Feuerwerk wilden Tieren schadet. https://www.nvvm.ch/blog/6-gruende-warum-feuerwerk-wilden-tieren-schadet/ https://www.nvvm.ch/blog/6-gruende-warum-feuerwerk-wilden-tieren-schadet/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:52:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/6-gruende-warum-feuerwerk-wilden-tieren-schadet/ Weiterlesen

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Feuerwerk kann Rehe, Vögel oder andere Wildtiere sehr erschrecken. Bis sie in ihr normales Verhalten zurückfinden, kann es Tage oder sogar Wochen dauern. Wenn du Wildtieren helfen möchtest, verzichtest du am besten auf Feuerwerk.

Titelbild: Wilde Tiere leiden unter Feuerwerk (Foto: Andi Meier).

Wer es nicht lassen kann, sollte zumindest in Waldgebieten, Parkanlagen und anderen Rückzugsräumen von Vögeln und anderen Wildtieren keine Feuerwerkskörper abfeuern. Auch sollte man sich dann an Silvester auf den Jahresübergang und am 1. August auf ein Zeitfenster beschränken und vorher und nachher kein Feuerwerk abfeuern. Die Wildtiere (und übrigens auch die Haustiere) werden es dir danken.

Feuerwerk schadet Mensch und Tier

Feuerwerke sind aber auch für Menschen nicht nur spassig: Sie produzieren tonnenweise Feinstaub und an den entsprechenden Feiertagen kann die Luft schonmal so richtig zum Schneiden sein. Gesund ist das nicht. Auch nicht die dem Feuerwerk farbgebenden Schwermetall-Partikel, die so in der Luft verteilt werden.

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2000 Tonnen Feuerwerk produzieren jedes Jahr 300 Tonnen Feinstaub (Foto: Andi Meier).

Die Knallerei macht nicht nur Tieren, sondern auch vielen Menschen zu schaffen. Wenn man nicht genügend Abstand zum Knallkörper einhält, sind sogar bleibende Hörschäden möglich.

Für viele Tiere muss es auch gar nicht so laut sein, damit sie Panik bekommen. Den Knall können sie nicht wie wir Menschen einordnen.

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Viele Vögel verlassen ihre Reviere, wenn Feuerwerk sie erschreckt (Foto: Anid Meier).

6 Gründe weshalb Feuerwerk für wilde Tiere kein Spass ist

  1. Lärm und Lichtblitze machen Angst: Für Wildtiere (wir reden hier von Wirbeltieren, wie Rehe, Vögel, Hasen etc.) ist Feuerwerk ein verstörenden Ereignis. Sie fühlen sich durch den Lärm und das Licht von Feuerwerk gestört oder sogar bedroht.
  2. Knallgeräusche verursachen Hörschäden und Panik: Wie Menschen, können auch Wildtiere aufgrund von Feuerwerkslärm Hörschäden erleiden. Ein plötzlicher Knall und ungewohnte Lichtblitze versetzen sie in Panik. Manche Tiere flüchten unvermittelt. Todesfälle und Unfälle sind in der Folge nicht selten.
  3. Panikreaktion führt zu Aborten: Auch Aborte (Fehlgeburten) und die Vertreibung ganzer Populationen (Ineichen 2003) nach Feuerwerken sind nachgewiesen (Quelle: Broschüre «Feuerwerkskörper» BAFU 2014).
  4. Fluchttiere sind sensibel und erschrecken schneller: Fluchttiere wie Rehe oder Feldhasen leiden besonders stark. Als potentielle Beute von Raubtieren sind sie sehr wachsam und werden schnell aufgeschreckt.
  5. Knallgeräusche schrecken Vögel auf: Viele Vögel reagieren stark auf laute und unvermittelte Knallgeräusche. Radar-Messungen in den Niederlanden haben gezeigt, dass Vögel an Silvester zu Tausenden in grosse Höhen aufsteigen. Besonders viele Vögel wurden über Wiesen, Feuchtbiotopen und Naturreservaten, wo die Vögel den Winter verbringen, gemessen (Shamoun-Baranes 2011).
  6. Feuerwerk vertreibt Tiere aus ihrem Revier: Auch in der Schweiz wurden ähnliche Beobachtungen gemacht. So verschwanden Schwarzhalstaucher (und auch andere Vögel) nach einem Seenachtsfest in Thun von ihrem üblichen Aufenthaltsort und kamen erst viele Wochen später zurück.
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Fluchtiere wie Rehe sind sehr schreckhaft.(Foto: Andi Meier).


Möchtest du wilden Tieren eine Freude machen?

Hilf mit diese Botschaft zu verbreiten. Zum Beispiel indem du die Facebook-Beiträge von «Feiern ohne Feuerwerk» teilst.

Dann verzichte auf Feuerwerk. Auf der Website von «Feiern ohne Feuerwerk»  findest du ausserdem Tipps, wie du ohne Feuerwerk spassig feiern kannst.

Wir informieren regelmässig an unseren Veranstaltungen über die regionale Tier- und Pflanzenwelt. Kommst du auch? Damit du nichts verpasst, abonnierst du am besten unseren Newsletter unter diesem Beitrag.

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Warum sind exotische Nilgänse und Streifengänse bei uns? https://www.nvvm.ch/blog/warum-sind-exotische-nilgaense-und-streifengaense-bei-uns/ https://www.nvvm.ch/blog/warum-sind-exotische-nilgaense-und-streifengaense-bei-uns/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:42:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/warum-sind-exotische-nilgaense-und-streifengaense-bei-uns/ Weiterlesen

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Die Nilgans kann man gut im «Park im Grünen» (ehemalige «Grün 80» in Münchenstein) beobachten. Eigentlich ist sie aber ursprünglich nicht bei uns heimisch. Sie stammt aus Afrika und lebt an nahrungsreichen subtropischen Binnenseen und Flüssen. 

Wie die Nilgans zu uns gekommen ist

Im 18. Jahrhundert wurden Nilgänse als Ziervögel nach Europa gebracht. Einige von ihnen flüchteten aus der Gefangenschaft und gründeten freilebende Populationen. In den 1970er Jahren breitete sich eine Population von Belgien und den Niederlanden her rasant entlang dem Rhein und seinen Nebenflüssen aus. In zahlreichen mitteleuropäischen Städten existieren mittlerweile verwilderte Populationen. Seit 2003 brüten Nilgänse jedes Jahr an Schweizer Gewässern.

Eine Vogel mit Geschichte

Nilgänse wurden bereits von den alten Ägyptern, den Griechen und den Römern als Ziergeflügel gehalten.  Freilebende Brutpopulationen der Nilgans gab es in Großbritannien bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war diese Population auf vierhundert bis fünfhundert Individuen angewachsen und blieb bis in die 1970er Jahre weitgehend stabil. Seit den siebziger Jahren erfolgt eine rasante Ausbreitung von Nilgänsen von einer aus den Niederlanden stammenden, wohl durch Aussetzungen und durch entfleuchte Tiere gebildeten Population.

Bei dieser Ausbreitungsbewegung gesellen sich immer wieder Gefangenschaftsflüchtlinge zu der sich ausbreitenden Population, was man an mit Züchterringen versehenen Tieren erkennen kann. Die Nilgans gehört damit zu den sehr erfolgreichen Neozoen. Sie kann mehrmals im Jahr Nachwuchs haben und verteidigt ihre Jungen rabiat. 

Gänse von anderswo

Auch in der Petite Camargue Alsaçienne werden Nilgänse gesichtet. Und auch die Streifengans kann man dort beobachten.

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Streifengans (oben); Nilgans (unten) (Foto: Andi Meier)

Die Nilgans  wohnt ursprünglich an nahrungsreichen subtropischen Binnenseen und Flüssen in Afrika. Auch die Heimat der Streifengans  ist weit weg von unserer Region. Sie stammt aus Zentral- und Südasien.

Streifengänse sind in Europa ebenfalls Gefangenschaftsflüchtlinge, dh. sie sind meist aus Zoos, Zuchtstationen oder Gartenanlagen mit Ziergeflügelteichen entflohen. Streifengänse sind bekannt für ihre enormen Flughöhen.

Birdlife Schweiz empfiehlt, dass Bestände von absichtlich oder unabsichtlich in die Schweiz eingeführten, Nicht- einheimischen Vogelarten gemäss den geltenden Eidgenössischen Gesetzen und Verordnungen an der  Fortpflanzung gehindert und aus der Natur entfernt werden.

Streifengänse im Höhenflug

In ihrer Heimat müssen viele Streifengänse beim Zug zwischen Winter- und Brutgebiet das Himalaja-Gebirge überqueren. Dabei erreichen sie Flughöhen von über 9000 Metern. Sie wurden auch schon beim Flug über den Mount Everest beobachtet.

Den Sauerstoffmangel in diesen Höhen überstehen sie durch eine spezielle Anpassung: Aufgrund einer Mutation ist bei ihnen der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin), anders als bei Säugetieren oder anderen Vögeln zu einer besonders schnellen Sauerstoffaufnahme bei niedrigem Druck in der Lage.

Nilgänse in Münchenstein

Wer in Münchenstein Nilgänse beobachten möchte, tut dies am besten im Park im Grünen (Grün 80). Manchmal lässt sich eine von ihnen sogar auf einem Dinosaurier nieder, wie das Foto zeigt.

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Nilgans auf Dinosaurier, das gibts' nur im Park im Grünen in Münchenstein (Foto: Peter Ertl)
Auch der Dinosaurier stammt übrigens nicht aus unserer Region. Er wurde 2005 für eine Dinosaurierausstellung in den Park im Grünen gebracht. Dort gefiel es ihm so, dass er sich entschied, für immer zu bleiben. Er ist etwa 150 Millionen Jahre alt und sehr standortreu.

Er gehört zur wohl längsten Saurierart überhaupt. Dino ist ein Seismosaurus («Erdbeben-Echse»), ein Dinosaurier aus der Gruppe der Sauropoden.

Möchtest du mehr über die Natur der Region erfahren? Besuche am besten unsere Veranstaltungen. Damit du diese nicht verpasst, kannst du unseren Newsletter unter diesem Beitrag abonnieren.

Mehr über die Vogelwelt in Münchenstein erfährst du hier.

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Nilgänse in Aktion (Foto: Andi Meier)
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5 einfache Massnahmen mit denen du Igeln hilfst https://www.nvvm.ch/blog/5-einfache-massnahmen-mit-denen-du-igeln-hilfst/ https://www.nvvm.ch/blog/5-einfache-massnahmen-mit-denen-du-igeln-hilfst/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:41:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/5-einfache-massnahmen-mit-denen-du-igeln-hilfst/ Weiterlesen

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Laubbläser, Gift oder milde Witterung: Igel haben es zunehmend schwer. Dabei kannst du ihnen mit wenig Aufwand sehr helfen.

Laub darf auch liegenbleiben

Wir Menschen mögen vielleicht einen aufgeräumten Garten, die Natur hat aber keine Freude daran, wenn alles Laub entsorgt wird. Wenn du einen Laubbläser benutzt, bläst du dem Igel auch gleich seine Nahrung weg. Denn er frisst gern Insekten, die am Boden leben. Dasselbe gilt für Laubsauger. Sie schlucken nicht nur Laub, sondern auch die Insekten.

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Wer Igel mag, lässt Laub auch mal liegen. (Foto: 123rf.com)

Lass dem Igel seine Nahrung

Igel sind Fleischfresser und auf Insekten und Schnecken angewiesen. Als Kulturfolger haben sich Igel in Gärten und öffentlichen Grünanlagen eingerichtet, doch die werden immer sauberer und ausgeputzter. Unterschlupf und Nahrung ist dort kaum mehr zu finden. Laubhaufen werden eingesaugt und damit Igel-Winterlager vernichtet.

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Der Igel sucht am Boden nach Insekten. (Foto: 123rf.com)

Igel wurden Kulturfolger, weil sie in der intensiv genutzten Agrarlandschaft kaum mehr Unterschlupf und Nahrung fanden. Leider haben sie es auch im Siedlungsraum schwer.

Igelfreundlicher Garten

Gartenbesitzer können dem Igel ganz einfach helfen: Ideal ist ein artenreicher Garten mit heimischen Blüh-Pflanzen, die Insekten anlocken, zudem braucht es Wasser und Unterschlupf. Lass Laub, Gestrüpp und Zweige einfach in einer Gartenecke liegen.

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Ein Igelfreundlicher Garten ist ein naturfreundlicher Garten. (Foto: 123rf.com)

Igel streifen nachts zur Nahrungssuche weit herum. Deshalb sollte man auch für durchlässige Gartenzäune sorgen: zehn Zentimeter Abstand zum Boden oder ein Loch reichen bereits, damit der Igel seine Streifzüge machen kann.

Mit diesen fünf Massnahmen machst du Igeln eine Freude:

  1. Benutze Besen und Laubrechen statt Laubsauger und Laubbläser.
  2. Entferne nicht alles Laub im Garten. Lass Laub im Unterholz, in den Randbereichen und in Gartenbeeten liegen.
  3. Pflanze heimische Blühpflanzen im Garten, die Insekten anlocken.
  4. Stell dem Igel Wasser bereit.
  5. Stell sicher, dass deine Gartenzäune zehn Zentimeter Abstand zum Boden oder mindestens einen Durchschlupf haben.

Junger Igel allein unterwegs?

Und was ist zu tun, wenn du einen jungen Igel findest? Denk daran: Igel, auch Jungtiere, verlassen oft untertags das Nest. Sie finden alleine zurück und sollten in Ruhe gelassen werden. Wenn du ein noch blindes Igeljunges findest und auch nach einigen Stunden Beobachtung das Muttertier nicht auftaucht, handelt es sich um einen Waisen, der Hilfe braucht.

Hast du einen ernsthaft verletzten oder kranken Igel (apathisch, mager, röchelnd, zitternd) gefunden, notiere dir die genaue Fundzeit und den Fundort und setze dich mit dem örtlichen Tierschutz oder einem Tierarzt in Verbindung.

Adressen für die Region Basel findest du hier.

Igelhaus bauen

Igel kommen immer mehr in Gärten und menschliche Siedlungen, dort brauchen sie einen Unterschlupf. Du kannst dem Igel ein Igelhaus bauen. Hier findest du eine tolle und detaillierte Anleitung und alles nötige Wissen darum herum: Igelhaus bauen.

Schau, dass es spätestens dann bereit ist, wenn sich der Igel für den Winterschlaf bereit macht. Das ist meist im November, wenn die Temperaturen am Boden auf 0 Grad sinken.

Igel in Gefahr wegen Gartenarbeiten

Achtung: Igel werden immer häufiger schwer verletzt oder getötet wegen Mährobottern, Rasentrimmenr und Motorensensen. Hier erfährst du, wie du das verhindern kannst und bekommst ein Infoblatt mit diesen Informationen. Du kannst es ausdrucken und an deine Nachbarn verteilen. Hier findest du den Artilkel: Igel in Gefahr wegen Mährobotter, Rasentrimmer und Motorensensen.

Wenn dich die regionale Tier- und Pflanzenwelt interessiert, dann komm an unsere Vorträge und Exkursionen. Damit du sie nicht verpasst, abonnierst du am besten hier den Newsletter direkt unter diesem Beitrag.

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Bei Gefahr rollt sich der Igel zusammen. (Foto: 123rf.com)
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Der Haussperling: Ein vorwitziger Weltenbürger https://www.nvvm.ch/blog/der-haussperling-ein-vorwitziger-weltenbuerger/ https://www.nvvm.ch/blog/der-haussperling-ein-vorwitziger-weltenbuerger/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:39:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/der-haussperling-ein-vorwitziger-weltenbuerger/ Weiterlesen

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"Frecher" Opportunist, unglaublich anpassungs- und durchsetzungsfähig, lustig und lästig zugleich und stets misstrauisch. Wir nennen ihn deshalb mit bewunderndem Unterton lieber Spatz. Das passt besser zu ihm. Als temperamentvoller Weltbürger und Zivilisationsfolger lebt er schliesslich seit Urdenken mitten unter uns in unseren Siedlungen und führt hier in lokalen Clans ganz ungeniert und selbstsicher sein Familien- und Liebesleben.

Titelbild: Haussperling nimmt ein Bad. (Foto: Andi Meier).

Er pfeift sein schilpendes Liedlein und lärmt und prügelt sich mit seinesgleichen unüberhörbar in der Gegend herum, ob es uns passt oder nicht. Was wir über ihn denken ist ihm dabei völlig egal.

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Männlicher Haussperling. (Foto: Andi Meier).

Haussperling,Siedlungsrand und der Kulturlandschaft. In der Südschweiz, im Tessin und in den Bündner Südtälern Ein Allerweltsvogel also, den alle kennen? Ja - mit einem Aber. Da ist eben auch noch sein Vetter - der Feldsperling.

Haussperling und Feldsperling - Was ist der Unterschied?

Die beiden Verwandten sind einander zum Verwechseln ähnlich, aber nur beim schnellen Hingucken. Schaut man genauer hin, erkennt man männliche Hausspatzen an ihrer grauen Kappe und einem schwarzen Latz, der zur Brutzeit auffällig gross, zur Winterzeit aber eher verwaschen ist.

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Weiblicher Haussperling (Foto:Andi Meier).

Ihre Damen sind die undefinierbare beigegräuliche Unscheinbarkeit mit hellbrauner Kappe und nur zur Brutzeit hübsch gemusterter Oberseite. Bei den Feldsperlingen hingegen lassen sich Herr und Frau Feldspatz nicht unterscheiden. Beide wirken "bunter" als die Hausspatzen, ihre Kappen und Nacken sind kräftig kastanienbraun gefärbt, und auf ihrer weissen Wange tragen sie einen schwarzen Schönheitsfleck. 

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Feldsperling-Paar. Bei ihnen sehen Männchen und Weibchen gleich aus. (Foto: 123rf.com).

Auch Feldsperlinge leben wie ihre Vettern in Kleintrupps, bevorzugen aber die Grenzzone zwischen dem lebt sogar noch ein dritter Verwandter, der Italiensperling. Er sieht dem Hausspatz sehr ähnlich, die Männchen tragen aber statt einer grauen eine braune Kappe. Weshalb wurde ausgerechnet der Haussperling von den Fachleuten zum Vogel des Jahres 2015 gekürt? Er trägt doch weder ein auffallend buntes Gefieder, noch ist der lebhafte Strassenmusikant

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Feldsperling im Blütenmeer. Foto: Andi Meier).

Mit seinem munteren Geschilpe ein begabter Sänger, der sich mit Amsel oder Zaunkönig messen könnte. Und ein seltener Mitbewohner ist er bei uns in der Schweiz als Nummer sieben hinter Buchfink, Tannenmeise, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen, Kohlmeise und Amsel auch nicht. Das ist alles richtig - und trotzdem gibt es wichtige Gründe, dass wir dem Spatz für einmal unsere ganze Aufmerksamkeit schenken.

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Haussperling Vater füttert sein Junges. (Foto: 123rf.com).

Wenn man ihn nicht systematisch zählt, merkt man kaum, dass seine Bestände langsam und stetig abnehmen. Das ist schon seit den 80er-Jahren so und erstaunlicherweise nicht nur im dichteren Siedlungsraum sondern auch in ländlichen Gebieten.

Der Haussperling wird immer seltener.

Die Ursachen sind vielfältig, lassen sich aber hauptsächlich durch zwei menschgemachte Kernprobleme erklären: Unsere Spatzen leiden unter akuter Wohnungsnot. Und die Insektennahrung, die sie für die Aufzucht ihrer Jungen brauchen, wird je länger je mehr zur Mangelware.

Haussperlinge leiden unter Wohnungsnot

Unsere modernen Bauten bieten den Spatzen eben keine Nischen und Löcher mehr, in denen sie nisten können. Und die Böden versiegeln wir im Siedlungsraum derart intensiv, dass potenzielle Nahrungsflächen verschwinden. Dazu halten wir in unseren Vorgärten die Rasen vielfach ohne Blüten und Samen kurzgeschoren. Wo sollen die Spatzen noch brüten und wo ihre Nahrung finden?

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Weiblicher Haussperling. (Foto: 123rf.com).

Der Haussperling hat es mit uns wirklich nicht einfach. (Peter Jascur)

Hier erfährst du welche Vögel 2018 sonst noch in Münchenstein vorkamen.

Übrigens: Wenn du dem Spatz eine Freude machen willst, dann stelle im Sommer ein Vogelbad für ihn auf.

Möchtest du mehr über Natur und Tiere erfahren? Dann besuche unsere Vorträge und Veranstaltungen. Damit du sie nicht verpasst, abonnierst du du am besten den Newsletter unter diesem Beitrag.

Haussperling-Steckbrief

Ordnung: Singvögel

Familie: Sperlinge (Passeridae)

Name deutsch: Haussperling

Name volkstümlich: Spatz

Herkunft des Namens: Das Wort Sperling ist aus dem indogermanischen "spar" und dem alt-hochdeutschen "sparo" abgeleitet und bedeutet zappeln.

Name wissenschaftlich: Passer domesticus (Linnaeus, 1758)

Körpergrösse: 14-15 cm

Flügelspannweite: 21-25.5 cm

Gewicht: 15-41 g

Lebensraum: Städte und Dörfer: Gärten, Friedhöfe, Pärke; auch auf Bauernhöfen

Zugverhalten: Standvogel (Jahresvogel, der in der Regel ganzjährig in seinem Gebiet bleibt)

Nahrung: Sämereien; Insekten vor allem für die Jungenaufzucht

Jahresbruten: 2-3

Brutzeit: Ende April bis Anfang September

Gelegegrösse: 4-6 (seltener 2-8) Eier

Brutdauer: 10-14 Tage (ausnahmsweise bis 17 Tage), Männchen und Weibchen brüten

Küken: Schlüpfen blind und nackt und werden, weil sie auf die elterliche Fürsorge angewiesen sind als Nesthocker bezeichnet. Statt Dunen wachsen ihnen gleich die Federn des Jugendkleids.

Nestlingszeit: Die Jungvögel verlassen das Nest bereits gut flugfähig nach 14-16 Tagen und werden noch rund 2 Wochen von den Eltern

betreut.

Alter: In Freiheit 2-5 Jahre; Rekord in Gefangenschaft: 23 Jahre

Feinde: Katzen, Sperber, Falken , Eichhörnchen

Gefährdung: Nistplatz- und Nahrungsmangel

Verbreitung: Weltbürger

Bestand Europa: 63-130 Millionen Brutpaare (seit Jahren leicht fallend)

Bestand in der Schweiz: 0.4-0.5 Millionen Brutpaare (2008-2012)

Möchtest du diesen Bericht ausdrucken? Du findest ihn hier zum Download.

Text: Peter Jascur*

*Peter Jascur ist der Kopf hinter den "Ornithologischen Steckbriefen".

Dieses ausführliche und doch handliche Taschenlexikon stellt die 234 häufigsten in der Schweiz be-obachtbaren Vogelarten vor. In 2-seitigen Portraits vermittelt es eine Fülle von Informationen zu Bestim-mungsmerkmalen, Verbreitung, Bestand, Zugstrategie, Gefährdung, Nahrung, Stimme, Verhalten und Fort-pflanzung jeder beschriebenen Art.

Das doppelbändige Werk ist beim BNV Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband, Liestal, erhältlich. Preis Fr. 42.- plus Porto und Verpackung.

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Der Buntspecht: Kletterer, Trommler, Höhlenbauer https://www.nvvm.ch/blog/der-buntspecht-kletterer-trommler-hoehlenbauer/ https://www.nvvm.ch/blog/der-buntspecht-kletterer-trommler-hoehlenbauer/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:38:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/der-buntspecht-kletterer-trommler-hoehlenbauer/ Weiterlesen

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Ich bin der Buntspecht. Wir Buntspechte sind die häufigste einheimische Spechtart, die ganzjährig überall dort wohnt, wo dickere Bäume stehen - also in Wäldern, im Kulturland und sogar im Siedlungsraum. Vielleicht hat auch unser farbenfrohes schwarz-weiss-rotes Federkleid bei der Wahl eine Rolle gespielt. Mit feinen Färbungs-Unterschieden teilen wir aufmerksamen Vogelfreunden sogar mit, wie alt wir sind und welches Geschlecht wir haben. Wem das nicht bekannt ist, verraten wir die Details im Buntspecht-Portrait.

Titelbild: Klettert gut und gern: der Buntspecht. (Foto: Marco Stalder).

Alte Bäume und Totholz

Der Lebensraum, den wir am liebsten bewohnen, ist der Laubmischwald mit vielen unterschiedlichen und vor allem auch mit alten Bäumen und genügend Totholz, in dem wir unsere Nahrung suchen. Man findet uns aber auch in reinen Nadelwaldbeständen, im Bergwald und im Kulturland wenn genügend grosse Bäume, Feldgehölze und Hecken vorhanden sind. Sogar in Siedlungen und Städten fühlen wir uns wohl, wo man uns in Parks, in Alleen, auf Friedhöfen und im Garten beobachten kann.

Leben in der Vertikale

Unser Körperbau, und das ist bei allen Spechten so, ist perfekt an unsere Lebensweise in Bäumen angepasst. Da sind einmal unsere kräftigen, mit scharfen, gebogenen Krallen besetztenKlammerfüsse zu erwähnen, die wir wie Steigeisen einsetzen. Dann ist unsere Zehenstellungverschieden. Im Gegensatz zu vielen Vogelarten, die drei Vorder- und eine Hinterzehe haben, zeigen bei uns zwei Zehen nach vorne und zwei nach hinten.

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Bewegliche Wendezehe gibt Halt am Baum. (Foto: 123rf.com).

Die vierte Zehe,die sogenannte Wendezehe, ist darüberhinaus sehr beweglich, weil sie nach vorne oder nach hinten gedreht werden kann. Das ist fürs Klettern in der Senkrechten ideal. Zusätzlichen Haltgibt uns auch noch unser steifelastischer Stützschwanz aus verstärkten Steuerfedern, der unsam Stamm wie ein dritter Fuss besseren Halt und Sicherheit gibt.

Mit eingebautem Stossdämpfer

Unser kräftiger, gerader Schnabel eignet sich ideal zum hacken und meisseln. Verstärkte Halswirbel, eine ausgeprägte Halsmuskulatur und eine federnde Verbindung zwischen Oberschnabelund Hirnschädel ermöglichen uns ein Hacken und Trommeln ohne Kopfschmerzen.Eine Besonderheit ist auch unsere lange klebrige Zunge, mit der wir Insekten fangen und Baumsaft lecken.

Stimme

Unser häufigster Ruf ist ein hohes metallisches, scharfes 'kick' oder 'pix', das wir, wenn wir erregt sind, schnell wiederholen, so dass es wie ein heftiges Klappern tönt. Ob wohl dieser Ruf Pate für unseren französischen Namen "Pic" stand? Unliebsame Artgenossen warnen wirmit einem elsternartigen, harten 'krirrr'.

Hämmern

Zu unserem akustischen Repertoire zählt natürlich auch das Trommeln. Unser arttypischer Wirbel dauert knapp eine Sekunde und besteht aus 10 bis 16 einzeln kaum noch hörbaren Schlägen. Bei den Weibchen ist er minim kürzer als bei den Männchen. Er ist der schnellste von allen einheimischen Spechtarten. Mit etwas Übung könnt ihr liebe Naturfreunde die Trommelwirbel der verschiedenen Spechtarten gut unterscheiden. Rhythmus, Länge, Schlagzahl der Wirbel sowie zeitlicher Abstand zwischen den Schlägen sind charakteristisch für jede einzelne Spechtart. So klingen die oft unterbrochenen, knurrenden und etwa anderthalb Sekunden langen Trommelwirbel des Kleinspechts ganz anders als unsere kurzen Wirbel.

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Trommelt lauter und ausauernder: der Schwarzspecht. (Foto:123rf.com).

Die Trommelwirbel des krähengrossen Schwarzspechts sind viel lauter und dauern doppelt so lang als unsere. Der Grünspecht trommelt hingegen nur sehr selten und dann nur sehr schwach.

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Ruft lieber, statt zu Trommeln: der Mittelspecht. (Foto: Annegret Schnider).

Mittelspechte ersetzen das Trommeln fast vollständig durch ihren markanten quäkenden Ruf.

Trommeln statt singen

Wenn wir trommeln, bauen wir keine Höhlen, und wir suchen auch nicht nach leckerer Nahrung. Wir trommeln weil uns die "Sprache" fehlt! So wie Amseln oder Eulen ihren Gesang einsetzen, benutzen wir das Trommeln um ebenfalls etwas mitzuteilen. Wir signalisieren entweder "hier bin ich zuhause" oder verkünden "ich suche eine Partnerin oder einen Partner".

Zum Trommeln suchen wir Stämme oder dicke Äste mit gutem Resonanzvolumen. Auch Telefonmasten, Blechschornsteine oder Dachrinnen sind bei uns sehr beliebt. Im Siedlungsbereich gibt es unter uns sogar regelrechte Spezialisten, die die Wärmedämmungen von Fassaden zu hohlem, weittragendem Klingen bringen. So können wir uns über weite Entfernungen hinweg bemerkbar machen. Mit weiteren Klopfrhythmen verständigen wir uns mit unseren artnern und Jungen oder kommunizieren mit unseren Nachbarn.

Anspruchsvolle Feinschmecker

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Sucht unter der Rinde nach Käfern und Larven. (Foto: 123rf.com).

Im Frühjahr lieben wir zuckersüssen Baumsaft, den wir uns durch eine spezielle Hacktechnik erschliessen. In der warmen Jahreszeit suchen wir unter der Rinde oder im Holz Bock- und Borkenkäfer und ihre Larven, was uns bei Forstleuten sehr beliebt macht. Wir lesen aber auch freilebende Insekten von der Rindenoberfläche und von Blättern ab.

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Der Buntspecht frisst im Herbst auch Nüsse oder Samen. (Foto: 123rf.com).

Im Herbst, wenn die Käfer fort sind und die Ameisen sich in der Erde verbergen, weichen wir auf Beeren, Kirschen, Nüsse oder Fichten- und Kiefernsamen aus. Im Winter besuchen wir gern Futterstellen, die uns Vogelfreunde anbieten. Unseren Speiseplan runden wir, ausnahmsweise auch als Nesträuber, ganzjährig mit Zufallsbeute ab.

Ringeln

Wenn im Frühjahr unter den Baumrinden von Linden, Ulmen, Eichen, Fichten und Kiefern der Saft steigt, können wir der zuckersüssen Verlockung kaum widerstehen. Wir picken dann in waagrechten oder seltener schraubenförmigen Linien etwa alle drei bis fünf Zentimeter kleine Löcher durch die Rinde und das Kambium bis ins Splintholz. Das so aus den angelegten Saftbahnen quillende Zuckergetränk lecken wir dann genüsslich auf. Auch Eichhörnchen, Meisen, Sperlinge, verschiedene Insekten, ja sogar Hirsche bedienen sich gelegentlich am köstlichen Zuckergetränk.

Als Schmied an der Werkbank

In der kalten Jahreszeit ernähren wir uns wie erwähnt mit Vorliebe von fettreichen Eicheln, Nüssen und Nadelbaumsamen. Da diese begehrten Leckerbissen aber in harten Schalen und kräftigen Zapfen verborgen sind, müssen wir sie erst mit grossem Aufwand in sogenannten "Spechtschmieden" aufbrechen. Dazu klemmen wir sie in Baumstümpfe, Rindenspalten, Astgabeln oder Furchen in Ästen ein und klauben dann die schmackhaften Nüsse mit gezieltem Schnabeleinsatz aus ihren Umhüllungen. In der Stunde entleeren wir auf diese Weise zum Beispiel gut ein Dutzend Föhrenzapfen.

Bruthöhle

Schon im frühen Frühjahr beginnt die anstrengende Zeit, in der wir neue Partnerschaften eingehen oder vorjährige festigen. Als erstes gilt es für das geplante Brutgeschäft eine neue Bruthöhle zu zimmern, denn wir legen grossen Wert darauf, dass wir jedes Jahr in einem sauberen Neubau unsere Jungen grossziehen können. Die Bauzeit kann je nach ausgewählter Baumart 2 bis 3 Wochen dauern. Beide Partner bauen, aber den Grossteil der Arbeit übernehmen doch die Männchen, weil Höhlenbau Schwerarbeit bedeutet.

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Männlicher Buntspecht vor der Bruthöhle aus der ein Junges schaut. (Foto: 123rf.com).

Mit heftigen Schlägen wird die Höhle 20 bis 50 cm tief regelrecht ins Holz hinein gemeisselt. Der kräftige Spechtschnabel ist für die Zimmerarbeit das ideale Werkzeug. Jeder Schlag sitzt und trifft exakt die richtige Kerbe. Ornithologen, die uns im Herbst beringen, können von der Treffsicherheit und Präzision unserer Schnabelhiebe ein Liedlein singen, wenn wir als Gegenwehr mit gezielten Treffern ihr Nagelbett bearbeiten, wo es am meisten schmerzt.

Nachmieter - Wohnungsbau für Kauz und Meise

Wir Buntspechte sind nicht nur Botschafter für einen lebendigen Wald. Wir schliessen den Wald für viele andere Tierarten überhaupt erst auf, indem wir mehr Höhlen bauen als wir selbst brauchen. Wo sollten Hohltaube, Sperlingskauz, Star oder Kohl- und Tannenmeisen sonst brüten? Wo hätte der Siebenschläfer wohl seine Wochenstube und sein Winterquartier? Wo fänden alle übrigen Höhlenbewohner von den Fledermäusen bis zu den staatenbildenden Insekten wie Wildbienen, Wespen, Hummeln und Hornissen ein Zuhause? Übrigens haben wir unsere Höhlen nicht nur fürs Brutgeschäft und für unsere Nachmieter gebaut; wir schlafen gern auch selber in unseren Bauten, in denen wir uns nachts und in der kalten Jahreszeit geborgen und sicher fühlen.

Brutgeschäft

Im Tiefland beginnt ab Ende März die Suche nach geeigneten Brutbereichen; in höheren Lagen bis einen Monat später. Haben wir uns ein geeignetes Revier erstritten, bauen wir eine Bruthöhle nach unseren Vorstellungen.

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Im Anflug zur Bruthöhle. (Foto: 123rf.com).

Auf ein Nest verzichten wir. Wir lassen einfach einige Holzspäne auf dem Höhlenboden liegen. Sie sollen als weiche, saugfähige Unterlage für das Brutpaar und später für die Jungen dienen und gegen Kälte schützen. Nach Balz und Hochzeit legen dann die Weibchen 4 bis 7 weiss glänzende Eier. Eine Tarnfärbung fehlt, weil wir ja Höhlenbrüter sind. Das Ausbrüten besorgen abwechselnd beide Eltern. Rekordverdächtig ist die Brutzeit, die meist nur 10 bis 12 Tage beträgt!

Junge

Es gibt keine andere Vogelordnung, die so wenig entwickelte Junge grosszieht wie die Spechte. Beim Schlüpfen bedeckt keine einzige Dune die Körper der Küken, und ihre Augen und Ohren sind geschlossen. Neugeborene Spechtkinder hocken zusammengekauert auf den Holzspänen am Höhlenboden, wobei eines seinen Kopf auf das andere legt. Mit dieser "Wärmepyramide" gelingt es ihnen, unnötige Energieverluste zu vermeiden.

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Buntspecht Männchen bringt Ameisen und andere Insekten, als Futter für die Jungen. (Foto: 123rf.com).

Wegen der wenig entwickelten Jungen müssen beide Eltern eine intensive Brutfürsorge betreiben und die Kleinen in den ersten fünf bis sechs Lebenstagen durchgehend wärmen. Aber schon ab einem Alter von 18 bis 19 Tagen zeigen sich die Jungen am Flugloch wo sie sich mit ihren typischen durchdringenden Bettelrufen bemerkbar machen.

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Flügge, aber noch von Mapa und Papa betreut Buntspecht-Nachwuchs. (Foto: Annegret Schnider).

Nach 20 bis 24 Tagen fliegen sie dann aus. Sie werden aber noch weitere 8 bis10 Tage von beiden Altvögeln mit Käfern, Raupen, Ameisen und anderen nahrhaften Leckereien gefüttert und auf ihr Leben vorbereitet. In der Regel besorgt ein Spechtpaar nur eine Brut pro Jahr.

Die liebe Verwandtschaft

Neben uns Buntspechten leben in Mitteleuropa, und damit auch in der Schweiz, noch acht weitere Spechtarten, sechs in tieferen Lagen und zwei im Bergwald. Unser grösster Verwandter ist der uni schwarz gefärbte Schwarzspecht. Er ist fast so gross wie eine Rabenkrähe und trägt einen eleganten roten Kopfschmuck. Schwarz-weiss-rot gefärbt wie wir Buntspechte sind auch der Kleinspecht, der Mittelspecht und der nur in Bergwäldern lebende seltene Weissrückenspecht. Ein weiterer schwarz-weisser Specht, bei dem nur das Männchen eine gelbe Kappe trägt, ist der ebenfalls in Bergregionen lebende Dreizehenspecht.

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Weniger bekannter Verwandter: der Dreizehenspecht. (Foto: 123rf.com).

Ganz anders, in graugrün bis grün sind der Grauspecht und der Grünspecht, und in marmoriertem Graubraun der Wendehals gekleidet.

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Grünspecht im Grünen. (Foto: Annegret Schnider).

Alle drei sind ausgesprochene Nahrungsspezialisten, weil ihnen nichts lieber als Ameisen mit ihren Puppen und Larven sind. Wir alle ausser dem Wendehals sind wie erwähnt auf lebendige, vielfältige Wälder angewiesen, in denen nicht nur viele Baumarten sondern gleichzeitig junge und alte Bäume im Wald stehen sollten und dort auch viel mehr Totholz liegen müsste.

Ihr, liebe Naturfreunde, könnt dazu ebenfalls einen Teil beitragen. Bittet, wo nötig, die zuständigen politischen Gremien in euren Gemeinden sich dafür einzusetzen, dass die kommunalen Wälder naturnah bewirtschaftet und damit vielfältiger und lebendigerv werden – zum Nutzen von uns Spechten und euch Menschen.

Buntspecht-Steckbrief

Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)

Familie: Spechte (Picidae)

Name deutsch: Buntspecht

Name früher/volkstümlich: Grosser Buntspecht / Rotspecht

Name französisch: Pic épeiche

Name italienisch: Picchio rosso maggiore

Name rätoromanisch: pitgalain grond

Name englisch: Great Spotted Woodpecker

Name wissenschaftlich: Dendrocopos major (= Der grössere Baumhämmerer)

Kennzeichen: Gefieder schwarz-weiss-rot. Die satte Rotfärbung beschränkt sich bei erwachsenen Vögeln auf den Steiss und die Unterschwanzdecken. Männchen sind im Gegensatz zu den Weibchen an einem dezenten roten Nackenfleck erkennbar, tragen aber beide eine schwarze Kappe. Jungvögel hingegen sind im ersten Lebensjahr an ihrer ausgedehnten roten, schwarz eingefassten Kappe erkennbar; aber Achtung: es besteht Verwechslungsgefahr mit dem Mittelspecht

Körpergrösse: 22 bis 23 cm

Flügelspannweite: 34 bis 39 cm

Gewicht: 60 bis 108 g

Vorkommen: Laub- und Nadelwaldgürtel Eurasiens von Südwesteuropa und Nordafrika bis nach Japan und Südostasien – von Tieflagen bis in Bergregionen. Fehlt in Europa nur in Nordnorwegen und in Island Lebensraum: Laub- und Nadelwälder, Feldgehölze, Parks, Gärten in Siedlungsgebieten, der Aktionsraum eines Paares kann bis zu 60 Hektar umfassen.

Zugverhalten: In Mitteleuropa Ganzjahresvogel (Standvogel), in Nord- und Nordosteuropa Zugvogel (Kurzstreckenzieher)

Nahrung: Vielseitiger als andere Spechte. Käfer und deren Larven, Schmetterlinge, Raupen, selten Eier und junge Kleinvögel; daneben auch viele Vegetabilien wie Kiefern- und Fichtensamen, Nüsse, Früchte, Beeren und Baumblutungssaft

Stimme: Ruft energisch 'pic' (französischer Name!), 'kix' oder 'kick', bei Erregung in längeren Reihen

Trommeln: Schnellster Wirbel aller einheimischen Spechte; nur 0.5 bis 0.8 sec lang; bestehend meist aus 10 bis 16 einzeln kaum noch hörbaren Schlägen Brutzeit: Mitte April bis Mitte Juli

Brutplatz: Baumhöhle

Gelegegrösse: 4 bis 7 Eier

Brutdauer: (8.5) 10 bis12 Tage – Rekord!

Küken: Schlüpfen blind und nackt und werden, weil sie auf die elterliche Fürsorge angewiesen sind, als Nesthocker bezeichnet

Nestlingszeit: Die Jungvögel werden von beiden Eltern betreut und in den ersten 12 Tagen gehudert. Nach 20 bis 24 Tagen verlassen sie das Nest, bleiben aber noch bis zu drei Wochen in Höhlennähe

Jahresbruten: 1

Alter: In Freiheit 2 bis 5 Jahre; Rekord in Gefangenschaft: 23 Jahre

Gefährdung: Als wenig anspruchsvolle Art nicht bedroht

Feinde: Sperber, Habicht, Wanderfalke, Uhu, Baummarder und der Mensch!

Bestand in Europa: 12 bis 18 Millionen Brutpaare Bestand in der Schweiz: 40'000 bis 60'000 Brutpaare (2008-2012).

Willst du wissen? Welche Vögel sonst noch 2018 in Münchenstein gesichtet wurden?

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Text: Peter Jascur

Peter Jascur ist der Kopf hinter den "Ornithologischen Steckbriefen".

Dieses ausführliche und doch handliche Taschenlexikon stellt die 234 häufigsten in der Schweiz be-obachtbaren Vogelarten vor. In 2-seitigen Portraits vermittelt es eine Fülle von Informationen zu Bestim-mungsmerkmalen, Verbreitung, Bestand, Zugstrategie, Gefährdung, Nahrung, Stimme, Verhalten und Fort-pflanzung jeder beschriebenen Art.

Das doppelbändige Werk ist beim BNV Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband, Liestal, erhältlich. Preis Fr. 42.- plus Porto und Verpackung.

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Bunt und schlau: Die Blaumeise https://www.nvvm.ch/blog/bunt-und-schlau-die-blaumeise/ https://www.nvvm.ch/blog/bunt-und-schlau-die-blaumeise/#comments Fri, 13 Aug 2021 14:36:00 +0000 https://www.nvvm.ch/blog/bunt-und-schlau-die-blaumeise/ Weiterlesen

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Die Blaumeise ist die bunteste unserer Meisen und sogar der einzige blau-gelbe Vogel Europas. Sie ist auch in unseren Gärten zu Gast, sobald dort ein paar ältere Bäume stehen. In unseren Gärten suchen Blaumeisen auch gerne in Stängeln vorjähriger Stauden. Wer naturnah gärtnert, sollte darum nach der Blüte nicht gleich alles entfernen.

Titelbild: Man erkennt sie sofort am blauen «Käppi»: die Blaumeise. (Foto: Andi Meier)

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Sie ruht selten, meist ist sie in Bewegung. (Foto: Andi Meier)

Blaumeisen sind sehr lebhaft. Ständig in Bewegung, hangeln sie oftmals kopfunter selbst an dünnen Zweigen. Meisenknödel sind daher für sie besonders ergiebig, weil sie hier von allen Seiten die Samen erreichen.

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Sie turnt gern herum und mag Insekten. (Foto: Andi Meier)

Blaumeisen sind Allesfresser. Da Insekten im Winter kaum zu finden sind, weichen sie häufig in Schilfflächen aus, wo sie sich von überwinternden Insektenlarven und Puppen ernähren. Blaumeisen turnen auch oft in Birken und Erlen herum, um sich die Samen aus den Fruchtständen zu angeln.

Aber auch sonst sind sie erfinderisch: Um Sonnenblumenkerne zu öffnen, klemmen sie diese geschickt unter ihren Füssen fest. In England haben sie sogar gelernt, Aluminiumdeckel von Milchflaschen zu öffnen, um an den Rahm zu gelangen.

Blaumeise und Kohlmeise – wo ist der Unterschied?

Nicht verwechseln sollte man die Blaumeise mit der Kohlmeise. Nehmen wir die beiden einmal genauer unter die Lupe: Was sind ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Die Blaumeise ist kleiner als ein Spatz und wiegt nur wenig mehr als 10 Gramm. Die Kohlmeise hingegen wiegt bis doppelt so viel. Sie ist damit die größte Meisenart in Europa und kann auch viel lauter singen als die Blaumeise. Beide Meisen sind Höhlenbrüter. Natürliche Nisthöhlen, wie ausgehöhlte Baumstämme, sind in der Stadt oft schwer zu finden. Deshalb nutzen sie zum Brüten gerne Meisenkästen, die ihr im Garten aufhängt.

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Bitte nicht verwechseln: Das ist eine Kohlmeise!

Eigentlich sind beide Vogelarten Insektenfresser. Im Herbst und Winter aber, wenn die Insekten sich rar machen, ernähren sich die Vögel auch gerne von Samen, Nüssen und Beeren. Deshalb müssen sie im Winter nicht in den warmen Süden fliegen, wo es mehr Insektennahrung gäbe.

Also: An ihrer Farbe und Grösse kannst du die beiden Meisenarten gut unterscheiden, in vielen Dingen sind sie sich aber sehr ähnlich. Im Garten kannst du sie nebeneinander ansiedeln, wenn du mehrere Meisenkästen mit verschieden grossen Einfluglöchern aufhängst.

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Eine echte Schöhnheit: die Blaumeise mit ihrem wunderschönen gelben Bauch. (Foto: Andi Meier)

Wenn du Meisen beobachten möchtest, kannst du zum Beispiel im Sommer ein Vogelbad aufstellen.

Möchtest du noch mehr über die Vögel in Münchenstein wissen? Hier erfährst du, welche von ihnen man 2018 beobachen konnte.

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