Naturblog

Frieren Enten im Winter an die Füsse?

Spaziert man im Winter einem Gewässer entlang, kann man Enten dabei beobachten, wie sie schnatternd im kalten Wasser herumpaddeln oder gemütlich auf einem zugefrorenen See stehen. Wie geht das? Warum frieren ihre Füsse nicht ab, wenn sie «barfuss» auf dem Eis stehen? Und weshalb haften ihre Füsse auch nicht auf dem Eis fest?


Titelbild: Graureiher, Stockenten und Lachmöwen. Foto: Andi Meier

Entenfüsse ein ausgeklügeltes System

Tatsächlich haben Enten nicht wie wir Menschen warme Füsse, sondern kalte. Sie sind etwa 0°C kalt. Damit haben ihre Füsse etwa die gleiche Temperatur wie das Eis. Dies ist notwendig, denn, hätten sie warme Füsse, würde das Eis rund um die Füsse tauen. Das Schmelzwasser würde in der kalten Umgebung wieder abkühlen und somit die Füsse festfrieren. Zudem würden warme Füsse ständig Energie in Form von Wärme an die Umgebung verlieren. Um ihre Energiebilanz zu halten, müsste die Ente dann dauernd fressen.

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Mandarinente (Foto: Andi Meier)
Warmer Körper trotz kalter Füsse

Eine geschickte Konstruktion in den Beinen der Wasservögel verhindert, dass ihre Füsse sich erwärmen. Das warme, sauerstoffreiche Blut vom Herzen gelangt über die Blutbahnen (Arterien) in die Füsse. Dabei liegen die Arterien ganz dicht und eng verflochten mit den Blutbahnen (Venen), die das kühle Blut wieder zurück in den Körper führen. Das abwärtsströmende arterielle Blut wärmt also das aufwärtsströmende venöse Blut auf und kühlt sich dabei ab. Somit bleiben die Füsse kalt, der Körper aber bleibt immer schön warm, bei etwa 40°C. Auf diese Weise geht keine Wärme verloren. Diese Wärmerückgewinnung nennt man auch Gegenstromprinzip.

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Stockente (Foto: Andi Meier)

Zusätzliche Wärmequelle

Neben dem Gegenstromprinzip besitzen die Enten im Winter ein dichtes Federkleid. Indem sie das Gefieder aufplustern, bildet sich ein schützendes Luftpolster, das zusätzlich vor der Kälte schützt. Zudem fetten Enten ihr Gefieder ein. So perlt das kalte Wasser von den Federn ab und kommt gar nicht erst bis an den Körper.

Auch sonst sind Enten auf Kälte bestens eingestellt. Wetterfeste Deckfedern schützen die wärmenden Daunen vor Nässe. Ausserdem fetten sie das Deckgefieder mit einem öligen Sekret aus der Bürzeldrüse ein. So sind sie gegen Nässe geschützt.

Übrigens ist es ein verbreiteter Irrglaube, dass Zugvögel in wärmere Gebiete zögen, um der Kälte zu entfliehen. Das tun sie vorallem, weil im Winter die Nahrung knapp wird.

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