Naturblog

12 Vögel, die du im Winter beobachten kannst

Auch wenn es jetzt in der Vogelwelt stiller geworden ist: Im Winter kannst du prima Vögel beobachten. Mauersegler und Zilpzalp sind zwar in den warmen Süden gezogen und auch das Klappern der Störche ist nicht mehr zu hören. Doch manche Vögel trotzen der Kälte und bleiben da. Auch der Zaunkönig, der eigentlich ein Zugvogel ist, trifft man oft auch im Winter an.

Hier stellen wir dir 12 Vögel vor, die du im Winter beobachten kannst. Einer von ihnen ist der Kleiber.

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Dem Kleiber gefällts auch im Winter bei uns (Foto: Andi Meier).

Der Kleiber bleibt im Winter da

Der Kleiber findet in der Borke von Bäumen immer noch eine Larve oder Spinne, nimmt jedoch auch Bucheckern und Nüsse, die er aufklopft.

Grössere Beutetiere klemmt der Kleiber in eine Rindenspalte, hängt sich kopfunter darüber und meisselt mit dem kräftigen Schnabel mundgerechte Bissen ab. Dasselbe tut er mit grösseren Nüssen und Eicheln, die er mit seinem kräftigen Schnabel knackt.

Rotkehlchen machen Winterferien

Warst du auch schon im Winter in der Dunkelheit unterwegs und hast lautes Zwitschern und Jubilieren vernommen? Das ist kein Hirngespinst, es sind Rotkehlchen. Gerade wenn der Mond hell scheint oder sich eine helle Strassenlampe oder ein helles Fenster in der Nähe befindet, singen sie besonders gerne.

Rotkehlchen singen auch dort sehr häufig zu den stillen Nachtzeiten, wo es tagsüber laut ist. So hören die Weibchen ihre Botschaft besser. Doch warum bloss singen sie mitten im kalten Winter?

Rotkehlchen singen im Winter.

Von Oktober bis März halten sich viele Rotkehlchen aus Nordosteuropa bei uns auf. Dort, wo die singenden Rotkehlchen herkommen, sind Temperaturen um null Grad schon fast frühlingshaft.

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Rotkehlchen (Foto: Andi Meier).

Die Rotkehlchen aus dem kühlen Norden machen also bei uns in der "Wärme" Winterurlaub, während die meisten Schweizer Rotkehlchen ihren Urlaub ebenfalls im Süden verbringen – am warmen Mittelmeer nämlich.

Es sind nicht dieselben Rotkehlchen, die du im Winter und im Sommer beobachest.

Die Gäste aus dem Norden unterscheiden sich übrigens von den Einheimischen: Sie sind viel weniger scheu als ihre zurückhaltenden heimischen Artgenossen.

Vögel beobachten im Winter: freie Sicht auf die Vogelwelt

Im Winter ziehen zwar viele heimische Vögel in den Süden, aber jene die dableiben, siehst du besonders gut. Aus dem einfachen Grund, weil es keine Blätter an den Bäumen hat, zwischen denen die Vögel verschwinden.

Also nimm deinen Feldstecher und ab nach draussen. Du hast jetzt freie Sicht zum Beispiel auf die Sumpfmeise, den Haussperling, die Blaumeise oder die Kohlmeise.

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Legt Samen und Körner als Wintervorrat an: die Sumpfmeise (Foto Andi Meier).

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Vorwitziger Weltenbürger: der Haussperling. (Foto: Andi Meier).

Der Haussperling ist unglaublich anpassungs- und durchsetzungsfähig, lustig und lästig zugleich und stets misstrauisch. Hier erfährst du mehr über diesen vermeintlichen Allerweltsvogel.

Blaumeisen: einfach zu erkennen

Die Blaumeise erkennst du sofort, denn sie ist die bunteste unserer Meisen und sogar der einzige blau-gelbe Vogel Europas. Sie ist auch in unseren Gärten zu Gast, sobald dort ein paar ältere Bäume stehen. 

In unseren Gärten suchen Blaumeisen auch gerne in Stängeln vorjähriger Stauden. Wer naturnah gärtnert, sollte darum nach der Blüte nicht gleich alles entfernen.

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Blaumeise: der einzige blau-gelbe Vogel Europas (Foto: Andi Meier).

Wie sich die Blaumeise von ihrem Vetter der Kohlmeise unterscheidet, erfährst du hier in diesem Artikel.

Die Kohlmeise gehört zu unseren häufigsten Brutvögeln. Auch sie haben einen gelblichen Bauch.

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Gelber Bauch: die Kohlmeise (Foto:Andi Meier).

Manche Vögel haben ganz spezielle winterliche Angewohnheiten. Zu ihnen gehört unser häufigster Brutvogel, der Buchfink.

Buchfink: der ledige Vogel

Der Buchfink ist einer der Vögel, die man im Winter gut am Futterhäuschen beobachten kann.

Man trifft ihn überall dort an, wo es ein paar Bäume hat. Wählerisch ist er nicht. An der Futterstelle nimmt er meistens die Samen, die auf den Boden gefallen sind.

Im Winter sind vor allem männliche Buchfinken bei uns.

Meistens siehst du bei uns im Winter die Männchen. Die Weibchen sind der Kälte weniger gut gewachsen, deshalb ziehen vor allem sie im Winter nach Westen und Süden. So hat der Buchfink wohl auch seinen wissenschaftlichen Namen erhalten:  Fringilla coelebs, der «ledige Fink».

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Weiblicher Buchfink (Foto: Andi Meier).

Etwas mehr Geduld brauchst du, wenn du diesen Vogel beobachten möchtest:

Der mit der braunen Kappe: der Feldsperling

Während du den «Spatz» (Haussperling) häufig im Siedlungsraum beobachten kannst, meidet der Felsperling das Innere von Städten und Dörfern. Du findest ihn in mit Hecken und Kleingehölzen durchzogenen Kulturlandschaften und auch in Obst- und Gemüsegärten und an Waldrändern.

Was den Feldsperling sonst noch vom Haussperling unterscheidet, erfährst du in diesem Artikel.

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Feldsperling mit auffälliger Kappe (Foto: Andi Meier).

Manche Vögel kannst du ausschliesslich im Winter bei uns beobachten. Zu ihnen gehören die Lachmöven.

Im Winter ist Lachmöwenzeit

Lachmöwen sind bei uns Wintergäste. Du kannst sie am besten an Seen beobachten und ihre akrobatischen und geschickten Flüge bewundern. In der Region Basel kannst du sie gut im Park im Grünen (Grün 80) in Münchenstein bewundern.

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Geschickter Flieger: die Lachmöwe (Foto: Andi Meier).

Ihren Namen hat die Lachmöwe wohl wegen ihres kichernden oder lachenden Rufs erhalten, möglicherweise wurde sie aber auch nach den flachen Binnengewässern (Lachen oder Pfützen) benannt, an denen sich diese Möwen gerne einfinden.

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Die Lachmöwe kann auch gut schwimmen (Foto: Andi Meier).

Dann gibt es noch einen Vogel, der eigentlich im Winter nach Süden fliegt. Aber vielleicht ist das auch schon aufgefallen: Viele Weissstörche verbringen den Winter in unserer Region.

Viele dieser Störche sind beringt. Durch Ablesen der Ringe kann man herausfinden, wo der Vogel beringt wurde und wie alt er ist. Mehr über die Störche die du im Winter beobachten kannst, findest du hier.

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Weissstörche auf einem Feld bei Ettingen (BL). (Foto: Annegret Schnider)


Beim nächsten Vogel, den wir dir vorstellen, musst du gut hinschauen, wenn du ihn beobachten willst, denn er ist winzig.

Der kleinste Vogel Europas: das Wintergoldhähnchen

Mit nur 4-8 Gramm Gewicht ist das Wintergoldhähnchen der kleinste Vogel Europas. Es ernährt sich ganzjährig von winzigen, weichhäutigen Insekten und Spinnen.

Er ist so klein wie sonst kein Vogel in Europa.

Ein Vogel dieser Grösse muss Erstaunliches leisten, um seine Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Jeden Tag braucht er Nahrung im Umfang des eigenen Körpergewichts. Während der kurzen Wintertage muss er in 6-7 Stunden genügend Insekten fangen, um die rund 17-stündige Nacht bei kalten Temperaturen im Freien zu überstehen.

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Hübscher gelber Scheitel: das Wintergoldhähnchen (Foto: 123rf.com).

Bevorzugte Nahrungssuchplätze des Wintergoldhähnchens sind Kammäste älterer Fichten. Bei starkem Schneefall schlüpfen Wintergoldhähnchen gelegentlich sogar unter die Schneedecke, um so an darunter liegende Fichtenzweige zu kommen. Dort finden sie Springschwänze und andere Kleininsekten ihres Beutespektrums.

Das Wintergoldhänchen jagt unter der Schneedecke!

Wintergoldhähnchen sind Teilzieher. Lediglich die Brutpopulationen des hohen Nordens verlassen im Winter vollständig ihre Brutgebiete. Die Brutvögel Finnlands ziehen beispielsweise nach Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Nordfrankreich. Vereinzelt erreichen sie auch den Süden Frankreichs, den Norden Spaniens und Italiens.

Rote Schönheit: der Gimpel

Hoffentlich gibts nochmal Schnee, denn dann ist der Gimpel besonders hübsch anzusehen. Zu seinem zweiten Namen «Dompfaff» hat ihm die schwarze Kappe und die rosa Brust verholfen. Das Weibchen ist übrigens deutlich tarnfarbener. Im Winter, vielleicht sogar ein Leben lang, bleiben die Partner zusammen.

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Der mit dem prächtigen roten Bauch: der Gimpel.

Auf dem Speiseplan des Gimpels steht überwiegend vegetarische Kost. Im Winter kann man ihn beobachten, wie er die frischen Knospen von Obst- und anderen Laubbäumen abzwickt. Das macht er zwischen Januar und April, wenn er sonst wenig Nahrung findet. Damit hat er sich früher in vielen Gegenden unbeliebt gemacht.

Der scheue Vogel bevorzugt dichtes Gebüsch und Bäume, in Parks und Gärten findet man ihn vor allem dort, wo immergrüne Pflanzen stehen, aus denen dann nur sein melancholisches Flöten zu hören ist. Bei den Gimpeln singen übrigens auch die Weibchen.

Auch Gimpelweibchen singen.

Dies sind nur einige Beispiele von Vögeln, die du im Winter beobachten kannst. Es gibt noch viele mehr.

Viele von ihnen kannst du sehen, wenn du ihnen eine Futterstelle anbietest. Hier erfährst du, wie du Vögel im Winter richtigt fütterst.

Wenn du die Vögel an der Futterstelle fotografieren möchtest –hier noch ein Tipp.

Vögel im Winter fotografieren – Tipp für Fotografen

Futterstellen eignen sich nicht nur zum beobachten, sondern auch zum fotografieren. Die meisten Fotos auf dieser Seite wurden an diesem Futterhäuschen aufgenommen.

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So kommst du am Futterhäuschen zu natürlichen Fotos (Foto: Andi Meier).

Wenn du auch im Sommer Vögel beobachten oder fotografieren möchtest, kannst du ein Vogelbad aufstellen. Hier erfährst du, wie du es richtig machst.

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