Naturblog

10 Tricks, mit denen dein Natur-Verein erfolgreich online geht

Online-Marketing für den Naturschutz, das muss dir als Naturfreundin nicht fremd sein.

Hier bekommst du 10 Online-Marketing-Tipps. Du wirst sehen, dass dir die Online-Marketing-Denke gar nicht so fern liegt.

1. Erforsche den seltenen Vogel

Als Naturschutzverein hast du ein Zielpublikum. Das sind Naturfreunde und Naturfreundinnen.

Nicht jede Person kann und soll sich von dir angesprochen fühlen, sondern ganz explizit Menschen, die ein Herz für Igel, Schwalbe, Dachs und Co. haben.

Wie findest du diesen idealen Naturfreund, den du ansprechen möchtest?

Suche eine Person stellvertretend für deine Zielgruppe der Naturfreundinnen heraus und erstelle einen Steckbrief.

Studiere diese Person so genau, wie einen seltenen Vogel.

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Studiere deinen idealen Naturfreund, wie einen seltenen Vogel.

Der Trick:

Dein Ziel ist es, diese naturliebende Person so genau zu kennen, dass du dich in sie hineindenken kannst. Beobachte diese Person im Geiste ganz genau.

  • Was liest sie?
  • Was macht sie in ihrer Freizeit?
  • Woran studiert sie nachts herum, wenn sie nicht schlafen kann?
  • Wem folgt sie auf Facebook?
  • Was googelt sie?

2. Nimm die Lupe und finde den Unterschied

In der Natur ist eigentlich alles einzigartig. Vielleicht musst du die Lupe oder das Mikroskop zu Hilfe nehmen, aber kein Schmetterling hat genau dasselbe Muster wie der andere.

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Schau genau hin: Im Kleinen ist alles einzigartig.

Auch dein Verein ist einzigartig. Vielleicht gibt es Naturschutzvereine auch in den Nachbargemeinden, aber nur in deinem Verein sind genau diese Personen mit ihrem Wissen und Können.

Stell deine Einzigartigkeit ins Zentrum.

Der Trick:

  • Erstelle eine «Über-uns»–Seite auf deiner Website und stelle deinen Verein vor.
  • Stell vor, was genau deinen Verein speziell macht und schreibe nicht ab, was andere schreiben.
  • Erstelle einzigartige Inhalte für deine Website. Dass sie einzigartig sind, merkst du daran, dass sie nur auf deiner Webseite stehen können, auf jeder anderen Seite wären sie fehl am Platz. Stelle beispielsweise die Lebensräume deiner Gemeinde vor. Es gibt sie nur bei euch! Das müssten keine grossen Naturschutzgebiete sein. Vielleicht gibt es einen kleinen Teich, zu dem jedes Jahr die Kröten wandern oder ein Flussuferabschnitt an dem Eisvögel zu Hause sind. Auch die Projekte deines Vereins gehören in diese Kategorie.

3. Streng dich an für jede Nuss

Als Naturschutz-Verein möchtest du Menschen für die Natur begeistern.

Dafür musst du die Menschen aber auch erreichen. Das geht sehr gut per E-Mail. Das Problem ist: Die meisten Menschen geben ihre E-Mail-Adresse nicht einfach so her.

Für dich heisst das: Es ist ein wenig wie beim Nüsse sammeln. Du wirst dich etwas anstrengen müssen.

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Anstrengend, lohnt sich aber: sammeln für die Zukunft.

Aber du kannst jede gesammelte Nuss in die Tasche stecken. Sie wird dir lange erhalten bleiben und wenn du die Nuss in den Boden setzt, sie giesst und pflegst, wächst ein Baum daraus.

Nutze also jede Gelegenheit.

Sammle E-Mail-Adressen und lass deinen Newsletter-Verteiler wachsen.

Der Trick:

  • Platziere im oberen Drittel der Website eine Anmeldung für deinen Newsletter. Platziere die Anmeldung an möglichst vielen weiteren Stellen der Website.
  • Schreibe bei der Anmeldung genau dazu, was die Person erwartet. Was bekommt sie dafür, dass sie dir ihre E-Mail-Adresse gibt? Vielleicht einmal im Monat eine Auflistung der neusten Vogelsichtungen oder einen Hinweis auf kommende Veranstaltungen? Dann schreib das!
  • Stelle einen Blog auf deine Website und füge auch dort eine Anmeldung für den Newsletter ein.
  • Mach überall wo du kannst auf deinen Newsletter aufmerksam: auf deinen Flyern, in deiner E-Mail-Signatur - einfach überall, wo es geht.

4. Biete die schmackhaftesten Beeren

Du hast deinen Naturfreund studiert, hast einen Steckbrief erstellt und kennst ihn in- und auswendig.

Warum soll sich jetzt dein Naturfreund für dich interessieren?

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Weil du die leckersten Beeren hast!

Biete das an, was dein Naturfreund von dir will.

Der Trick:

  • Hänge den Steckbrief beim Schreiben über dein Pult oder lege ihn neben deinen Computer.
  • Richte dich im Geist immer an diesen einen Naturfreund, wenn du einen Text schreibst, eine Veranstaltung planst oder einen Facebook-Post absetzt.
  • Finde heraus welche Fragen und Probleme diese Naturfreundin hat. Was möchte sie wissen, welche Information will sie unbedingt haben?
  • Beantworte die drängenden Fragen dieses Naturfreundes. Vielleicht möchte die Person wissen, wie man im heissen Sommer eine Vogeltränke richtig aufstellt, oder ob man im Winter die Vögel füttern soll? Gib die Antwort!
  • Merke dir die Fragen, die Ratsuchende an deinen Verein stellen, schau dich in passenden Foren und in Facebook-Gruppen um und beantworte die Fragen, die du dort entdeckst.
  • Beantworte die Fragen so ausführlich, dass alle Fragen des Lesers beantwortet sind und er keinen weiteren Bedarf hat, weitere Texte zu lesen. Hat jemand anders schon einen Artikel zum Thema geschrieben? Dann schreib einen besseren!

5. Puste dein Wissen in die Welt

Viele Menschen haben Mühe damit, ihr Wissen einfach so zu teilen. Genau das ist aber der Trick, mit dem du online viele Leute erreichst.

Sei grosszügig und streue dein Wissen in die Welt, wie eine Pusteblume ihre Samen.

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Auch wenn du nicht genau weisst, wohin es entschwindet, streue dein Wissen, lass es los.

Streue dein Wissen.

Der Trick:

  • Teile auf dem Blog deiner Website die Inhalte für die sich dein Naturfreund interessiert.
  • Verschicke dein Wissen in deinen Newsletter.
  • Poste dein Wissen und deine schönen Bilder auf Facebook.

Es muss keine Weltsensation sein. Manche Menschen, die die Natur lieben, können vielleicht nicht so oft nach draussen oder haben vor lauter Arbeit nicht so viel Zeit.

Diese Menschen freuen sich, wenn du ihnen darüber berichtest, was Waldkauz, Blaumeise und der Fuchs in deiner Gemeinde treiben oder wenn du ihnen erklärst, mit welchen Balkonpflanzen sie Schmetterlingen eine Freude machen.

6. Sing das virtuoseste Lied

Gut schreiben können ist die Grundlage, wenn du dein Wissen verbreitet willst.

Auch in der Natur lohnt es sich, Mühe und Arbeit in eine Sache zu stecken, um richtig gut darin zu werden: Der Amselmann mit dem virtuosesten Lied gewinnt die Aufmerksamkeit der Amselfrau ...

lerne gut schreiben
Schreib so virtuos, wie der Amselmann singt.

Gut schreiben für deinen Online-Auftritt heisst: virtuos, hilfreich, spannend, nützlich und vorallem angenehm und einfach zu lesen.

Lerne gut zu schreiben.

Der Trick:

  • Sei klar und verständlich, damit deine Leser Spass beim Lesen haben.
  • Schreib nicht verschwurbelt oder wie in einem Werbetext, sondern in kurzen klaren und verständlichen Sätzen.
  • Vermeide Substantive, wenn du stattdessen ein Verb verwenden kannst: Vollführt der Vogel einen Tanz? Nein, er tanzt! Lässt der Storch auf dem Nest Schnabelgeklapper hören? Nein, er klappert mit dem Schnabel.
  • Schreibe aktiv statt passiv: Wird das Junge von den Vogel-Eltern gefüttert? Nein, die Vogeleltern füttern ihr Junges.

Du brauchst nur ein paar Regeln zu kennen und du schreibst gleich viel besser. Ich empfehle dir dazu das Büchlein «Deutsch für junge Profis» von Wolf Schneider.

7. Singe jeden Morgen

Was passiert, wenn der virtuose Amselmann nur an einem frühen Morgen singt und es sich dann für den Rest des Frühlings auf seinem Ast gemütlich macht? Wenn andere Amselmänner ihre Lieder schmettern und er schweigt, ist er schnell vergessen.

Mit deinen Online-Aktivitäten ist es ähnlich. Deine Nutzer vergessen dich nicht, wenn sie regelmässig von dir hören. So baust du eine Beziehung auf.

Baue Beziehungen auf und pflege sie.

Der Trick:

Sorge dafür, dass du in den Köpfen bleibst. Das funktioniert dann, wenn du regelmässig wahrgenommen wirst.

  • Versende in einem gewissen Abstand E-Mails.
  • Poste in regelmässigen Abständen auf Facebook.
  • Veröffentliche regelmässig Blogartikel.

8. Folge den Jahreszeiten

Im Frühling blüht und wächst alles, im Sommer reifen Samen, im Herbst fallen die Blätter und im nächsten Frühling geht es wieder von vorne los …

Die Natur hat ihre Strategie, um mit den Jahreszeiten klarzukommen. Wichtig ist die Reihenfolge. Es wäre für einen Baum keine gute Idee Anfang Sommer die Blätter abzuwerfen.

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Die Strategie der Natur: Das Laub fällt im Herbst und die Wiese blüht im Sommer.

Lege auch du deine Strategie fest, mit der du Interessenten in Mitglieder verwandelst.

Stell deine Online-Aktivitäten in eine Reihenfolge.

Der Trick:

Die Reihenfolge ist deine Strategie, die du in dieser Abfolge immer wieder durchspielst:

  • Dank nützlichen Inhalten lernen Interessierte dich als Experte kennen und fassen Vertrauen.
  • Menschen die dir vertrauen, geben dir ihre E-Mail-Adresse.
  • Bleibe in Kontakt mit diesen Menschen und sende ihnen regelmässig E-Mails zu Themen, die sie begeistern.
  • Menschen, die von dir begeistert sind, werden dir folgen und vielleicht später Mitglied werden.

Was in der Natur gilt, gilt auch im Online-Marketing: Halte die Reihenfolge ein.

Naturfreunde sollen dich kennen und schätzen lernen. Überfalle sie deshalb nicht bei der ersten Begegnung mit einer Spendenanfrage oder halte ihnen nicht gleich ein Anmeldeformular unter die Nase. Gib ihnen Zeit, dich kennenzulernen.

9. Füttere den Ameisenhaufen

Eine Website, die niemand besucht, bringt dir nicht viel.

Deine Strategie funktioniert, wenn viele Menschen auf deine Website kommen.

Auf deiner Website sollte es zu und her gehen, wie auf einem Ameisenhaufen: Was du dir wünschst ist ein emsiges Kommen und Gehen und Treiben und auf deinem Ameisenhaufen sollten sich stetig mehr Ameisen tummeln.

Erinnerst du dich an die schmackhaften Erdbeeren? Dort, wo die leckersten Erdbeeren sind, ist das emsigste Treiben.

Sorge für emsiges Treiben auf deiner Website.

Der Trick:

Die nützlichen Inhalte, die du in deinem Blog für deinen Naturfreund erstellt hast, ziehen automatisch Naturfreunde auf deine Website. Man nennt das in der Marketingsprache „Traffic“.

Warum das so ist? Weil du über Themen berichtest, die Naturfreunde interessieren und nach denen sie googeln.

  • Gute Inhalte  werden  in den Google-Suchresultaten weiter oben anzgezeigt.
  • Mit einem Link auf der Facebook-Seite zu deinem Blogartikel,  ziehst du die Nutzer von Facebook auf deine Website.
  • Schalte Facebook-Anzeigen für deine Blogartikel, dann erreichen deine Inhalte noch mehr Leute, die dich noch nicht kennen. Sie landen auf deiner Website und schauen sich dort um.

10. Nimm dir den Wald zum Vorbild

Dein Ziel als Naturschutzverein ist es, Natur zu schützen und Natur zu vermitteln.

Wie erreichst du möglichst viele Menschen?

Kennst du das Internet des Waldes? Es sind die Mykorhizza-Pilze, die über die feinen Wurzeln mit Pflanzen eine Symbiose bilden. Die Myzel-Geflechte der Pilze verbinden sich untereinander und damit die einzelnen Bäume des Waldes zu einem grossen Netzwerk. Über dieses Geflecht tauschen die Bäume mittels chemischer Botenstoffe Informationen aus.

Vernetz dich
Bäume sind untereinander über Mykorhizza-Geflechte vernetzt.

So empfangen Bäume Informationen, die sie niemals erreichen würden, wenn sie ganz alleine wären.

Auch du profitierst, wenn du nicht ganz alleine dastehst. Also:

Vernetz dich!

Der Trick:

  • Vernetze dich: Schreibe Gastbeiträge für andere Webseiten, auf denen sich möglicherweise dein Zielpublikum tummelt.
  • Kontaktiere Webseiten, auf denen Naturfreunde unterwegs sind und frage, ob sie einen Link auf deine Website setzten. Das kann dann der Fall sein, wenn du einen speziell nützlichen Inhalt hast. Vielleicht hast du eine Karte mit den Lebensräumen der Gemeinde? Das ist möglcherweise auch für die Gemeindewebsite interesserant und sie setzen einen Link auf dich.
Funktioniert Online-Marketing auch für Naturschutzvereine?

Ich gebe dir als Antwort zwei Beispiele:

Wenn deine Website die einzige ist, die über die Teufelsgrabenschlucht berichtet, dann werden Menschen, die per Google in Münchenstein nach diesem Ort suchen, zwangsläufig auf deiner Website landen und dich als Experten für diesen und andere Lebensräume in Münchenstein wahrnehmen. Denn nur du berichtest darüber. An den NVVM sind auf diese Weise ganz konkret Naturschutzanfragen gelandet, bei denen der Verein dann mitreden konnte.

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Rotkehlchen im Vogelbad

Wenn sich auf deiner Website eine gute Beschreibung findet, wie man Vogeltränken aufstellt, dann werden Menschen, die im heissen, trockenen Sommer den Vögeln helfen wollen, auf deinen Beitrag stossen. Wenn diese Menschen auf deiner Website dann sehen, dass du spannende Projekte hast, werden sie vielleicht Mitglied oder möchten Freiwilligenarbeit leisten. So geschehen beim NVVM.

Fazit:

Machst du Marketing für deinen Verein, machst du Marketing für die Natur.

Du brauchst keine Vorurteile zu haben, die Natur macht es auch nicht anders.

Deshalb:

  1. Erstelle einen Steckbrief von deinem idealen Naturfreund
  2. Stell deine Einzigartigkeit ins Zentrum
  3. Sammle Kontakte und lass deinen E-Mail-Verteiler wachsen
  4. Biete das an, was der Naturfreund von dir will
  5. Streue dein Wissen grosszügig in die Welt
  6. Lerne gut zu schreiben
  7. Bau Beziehungen auf und pflege sie
  8. Stell deine Online-Aktivitäten in eine Reihenfolge und halte die Strategie ein
  9. Sorge für emsiges Treiben auf deiner Website
  10. Nimm dir den Wald zum Vorbild und vernetze dich

Wenn dir die Natur am Herzen liegt, solltest du nicht zögern und dir die erfolgreichen Methoden aus dem Online-Marketing abschauen.

Das hat nichts mit schmierigen Methoden zu tun. Sondern du sorgst damit dafür, dass Menschen sich für die Natur begeistern und hoffentlich mithelfen, sie zu schützen.

Machst du Marketing für deinen Verein, machst du Marketing für die Natur.

Text: Tanja Dietrich: Beratung für Marketing mit guten Inhalten.

Tanja Dietrich ist PR-Expertin, Biologin und Coach für Online-Sichtbarkeit. Sie unterstützt Organisationen, Vereine und Kleinunternehmer dabei, online bekannt zu werden.

In ihren Blogartikeln zeigt sie, wie man es schafft, mit Content- und Facebook-Marketing Wissen zu vermitteln und den Verein und seine Anliegen bekannt zu machen. www.tanjadietrich.ch

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