Erneuerter Weiher Lange Rüti
Der Glögglifrosch (Geburtshelferkröte) ist eine stark gefährdete Amphibienart, welche seit Jahrzehnten schweizweit starke Bestandeseinbrüche erleidet. Die Fachstelle Natur und Landschaft (N&L) des Kantons Basel-Landschaft hat deshalb den Aktionsplan Glögglifrosch ins Leben gerufen, mit dem Ziel, diese Amphibienart zu fördern.
Der Natur- und Vogelschutzverein Münchenstein (NVVM) ist als Trägerin des Münchensteiner Projekts aktiv. In seinem Namen wurden diverse Stiftungen um Beiträge angefragt.
ln Münchenstein in der Grube Blinden (Nr. 48) und beim Weiher Spitalholz (Nr. 55) kam der Glögglifrosch früher vor. Er ist jedoch verschwunden. lm nahegelegenen Steinbruch Arlesheim (Nr. 21) besteht hingegen eine Population des Glögglifroschs. Durch das Aufwerten des bestehenden, aber mittlerweile verlandeten Weihers Lange Rüti (Nr. 1) sowie durch das Anlegen eines neuen Weihers im oberen Teil des Gipflis (Nr. 2) ist eine Vernetzungsachse geschaffen worden, welche die Wiederbesiedlung der Grube Blinden in Münchenstein durch den Glögglifrosch ermöglicht.

Vernetzungsachse von der Grube Blinden bis zum Steinbruch Arlesheim
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass für den Erhalt von einheimischen Amphibienbeständen 4–5 Gewässerkomplexe pro km2 nötig sind. Bei grossen Populationen können es auch etwas weniger sein. Die Gewässer sollten nicht mehr als 500 Meter auseinanderliegen.
Die neuen Weiher sind auf den Glögglifrosch als Zielart ausgerichtet. Es ist jedoch klar, dass jedes Gewässer zahlreichen Tier- und Pflanzenarten zugute kommt. Durch jede offene Wasserfläche steigt das Nahrungsangebot für Amphibien, welche wiederum die Nahrungsgrundlage für Kleinsäuger, Vögel & Reptilien sind. Vielfältige Lebensräume ergeben Artenvielfalt. Die neuen Weiher werden dazu beitragen.
Der NVVM dankt allen Geldgebern und Beteiligten an diesem wertvollen Projekt.
Download: Infotafel
]]>Foto: Pit Schmid, Münchenstein
Leg dich auf die Lauer oder leih dir bei uns für jeweils zwei Wochen eine Wildtierkamera aus. Schreib einfach an kontakt@nvvm.ch – dann erfährst du, wann die Kamera frei ist.
Auf diesem Merkblatt findest du alles, was du wissen musst, um die Wildtierkamera korrekt einzusetzen. Wir vereinbaren eine Übergabe in Münchenstein, erklären dir die Technik, du unterschreibst das Merkblatt und entrichtest die Depotgebühr von CHF 50.-. Bei der Rückgabe der Kamera erhältst du das Geld zurück. Deine Tierfotos kannst du auf die Website von Wilde Nachbarn beider Basel hochladen. Damit hilfst du der Forschung: Die Daten werden geprüft und sind für die Wissenschaft wichtig.
Hier findest du die Anleitung zur Wildtierkamera. Keine Angst – wir stellen die Kamera bei der Übergabe für dich ein und erläutern die Handhabung.
]]>Eine Unterrichtshilfe in Form einer Lernbroschüre steht allen interessierten Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung. Sie richtet sich an Primarschulklassen im 3. bis 6. Schuljahr. Anhand von 15 Aufgaben werden Tiere und Pflanzen im Obstgarten Hofmatt untersucht. Illustrationen zu allen vier Jahreszeiten und zum Weiher, Vorschläge zur Unterrichtsgestaltung und Angaben zum Lehrplanbezug ergänzen die Aufgabensammlung.
Alle Unterlagen stehen unten zum Download bereit.
Die Erarbeitung der Lernbroschüre zum Obstgarten Hofmatt wurde von der Einwohnergemeinde Münchenstein finanziell unterstützt.
Im Jahr 2018 wurden die beiden Weiher saniert. Durch die Sanierung wird die Dichte von Insekten erhöht, die als Nahrung für Amphibien, Vögel, Reptilien und Fledermäuse dienen. So sollten mit etwas Glück neue Arten wie die Grosse Königslibelle, die Barrenringelnatter, die Geburtshelferkröte und der Fadenmolch – um nur ein paar von ihnen zu nennen – zukünftig im Biotop Obstgarten zu sehen sein. Zudem besteht die Hoffnung, dass sich diverse Pflanzen, beispielsweise die Gelbe Iris, die Flatterbinse oder das Schilfrohr, neu ansiedeln.
Gerne empfehlen wir diese Broschüre der Stadt Luzern.
Bestellungen für den Willdsträuchermarkt am 28. Oktober 2023 nehme wir bis Ende August 2023 entgegen – siehe Download.
In der ganzen Schweiz gibt es nur 300-350 Brutpaare von Eisvögeln. Gründe dafür sind die vielen Uferverbauungen, Störungen durch zunehmenden Erholungsbetrieb und kalte Winter.
]]>Jeder Vogel zählt: Vom Haussperling bis zum Mäusebussard, vom Rotkehlchen bis zur gurrenden Türkentaube. Am besten beobachtet man die Vögel am Morgen und am Abend, dann sind sie am aktivsten. Vogelmännchen singen vor allem in den Morgenstunden und nochmals am Abend.
In besiedelten Gebieten finden heute viele Vögel Lebensraum. Besonders in naturnah angelegten Gärten leben speziell viele Vogelarten. Der für Vögel ideale Garten enthält alte Bäume, einheimische Sträucher, ein Stück Blumenwiese und eine Wasserstelle. Auch weitere Kleinstrukturen wie Asthaufen, Steinmauern, unbewachsene Stellen oder Nistkästen sind wichtig.
Die „Stunde der Gartenvögel“ findet jedes Jahr statt. Anhand von Vorkommen, Häufigkeit und Bestandesentwicklung der Vögel, kann wiederum auf den Zustand der Lebensräume geschlossen werden. Mit jedem gezählten Vogel helfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit, mehr über die Natur vor der Haustür in Erfahrung zu bringen.
Neophyten sind gebietsfremde Pflanzenarten, die seit Ende des 15. Jahrhunderts gezielt oder zufällig in Gebiete eingeführt werden, in denen sie zuvor nicht vorkamen. Manche Experten befürchten, dass einige von ihnen Lebensräume dominieren und heimische Pflanzen verdrängen könnten. Diese Arten nennt man „invasiv“. In der Schweiz werden zurzeit 45 Pflanzenarten als invasiv bezeichnet. Viele sind essbar, so auch der Japanische Staudenknöterich, der in Asien unter dem Namen Itadori als Gemüse angebaut wird. Lecker sind die ganz jungen Triebe. Man erntet sie am besten mit etwa 20 Zentimeter Höhe, wenn sie im Frühjahr aus dem Boden schiessen. Geschmacklich erinnern sie an Rhabarber und man kann sie genauso für Kompott, Kuchen oder Konfitüren, aber auch gekocht als Gemüse oder Salat- beigabe verwenden. Aus der kanadischen Goldrute kann man Goldrutenbrot backen oder die Blüten als Krapfen (ähnlich wie Holunder- blütenbällchen) zubereiten.
]]>Die Eiche dient mehreren hundert Tier- und Pflanzenarten als Nahrungsquelle oder als Lebensraum. Entweder ernähren sich die Tiere von den Eicheln (beispielsweise Eichhörnchen und Eichelhäher) oder sie jagen in den Eichen nach anderen Tieren, wie es Marder oder Spinnen tun. Andere wiederum, wie Vögel oder Fledermäuse, nutzen den Baum, um in Baumhöhlen zu schlafen oder in Nestern ihre Jungen aufzuziehen.
Bis unsere Traubeneichen zu mächtigen Bäumen herangewachsen sind, werden Jahre vergehen. Ein ausgewachsener Baum wird bis 40 Meter hoch. Es wird also noch dauern, bis 300 bis 500 Tierarten in diesem Eichenwald ihre Wohnung bezogen haben.
Zeitgleich montierte der NVVM auch Mauerseglerkästen, die nach einer Anlaufzeit von zwei bis drei Jahren alle angenommen wurden. Die heutige grosse Seglerkolonie beruht auf den seinerzeitigen Ansiedelungsanstrengungen des NVVM.
Die Schwalbenschalen und Mauerseglerkästen werden heute vom Team der Meriangärten betreut – nach wie stehen ihnen die ehemaligen NVVM-Vorstände Werner Gysin und Thomas Boss mit Rat und Tat zur Seite.
]]>Der NVVM setzte sich 2013 das Ziel, möglichst alle Kolonien in der Gemeinde zu erfassen und die Anzahl der besetzten Nester zu melden. In einem ersten Schritt meldeten freiwillige Helferinnen und Helfer letztjährige und mögliche diesjährige Brutstandorte an den örtlichen Projektleiter, der sie in ein Kartierungsprogramm eintrug. Vom Mai bis August wurden innerhalb eines bezeichneten Feldes alle Gebäude und Strassenzüge nach Mehlschwalbennestern abgesucht und die Protokolle an die Vogelwarte übermittelt. Mitte September konnte das Überwachungsprojekt für 2013 abgeschlossen werden. Die Vogelwarte hat alle gemeldeten Daten in ihren Datenbanken registriert. Der NVVM wird die Zählung auch 2014 fortsetzen.
Wasseramseln können tauchen und schwimmen. Sie stürzen sich kopfüber ins Flussbett, tauchen aus der Schwimmlage oder manchmal sogar aus dem Flug ins Wasser. Unter Wasser rudern sie mit den Flügeln. Sie sind sogar in der Lage auf dem Gewässergrund mit aufgestelltem Schwanz gegen die Strömungsrichtung zu laufen. Die Tauchgänge dauern meist 5−10, gelegentlich aber auch bis zu dreissig Sekunden.
]]>Jedes Jahr reinigen und kontrollieren freiwillige Helferinnen und Helfer die Nistkästen des NVVM. Sie entfernen alte Nester, weil darin Parasiten wie Flöhe und Vogelmilben überwintern, die der nächsten Brut schaden könnten. Da die Bauweise der Nester und das Nistmaterial verraten, welche Vogelart sie gebaut hat, können die Bewohner jedes Jahr erfasst werden. Die Kästen bieten auch Fledermäusen, Siebenschläfern, Waldmäusen und staatenbildenden Insekten wie Wespen ein Heim.
Bitte melden Sie uns, wenn Sie einen defekten Nistkasten entdeckt haben.
]]>Der NVVM setzt sich dafür ein, dass die Baumhecke als Lebensraum und vernetzende Struktur erhalten bleibt und auf der ganzen Parzellenlänge eine naturnahe Hecke aufgebaut wird. Ausserdem sollte das Gelände Aufnahme in den Zonenplan finden. Wichtig sind Pflegemassnahmen, wie der abschnittweise Rückschnitt der Hecke alle 10 bis 20 Jahre unter Belassung ausgewählter Baum-Individuen (insbesondere der Sal-Weide). Die Kanadische Goldrute und andere Neophyten sowie die Blacke sollen bekämpft werden.
Garten und Balkonbesitzer können viel zur Förderung der Tier- und Pflanzenvielfalt beitragen. Wichtig ist es, möglichst auf exotische Pflanzenarten zu verzichten und stattdessen Kräuter und einheimische Wildpflanzen zu pflegen. Ein naturnaher Garten mit Wildpflanzen kann die Lebensversicherung für einheimische Tiere wie Schmetterlinge sein, von denen die meisten auf einheimische Wildpflanzen als Nektarspender und als Raupennahrung angewiesen sind.
Im Siedlungsgebiet verschwinden immer mehr Nistgelegenheiten für Mehlschwalben. Alte Hausfassaden werden isoliert oder renoviert und die alten Schwalbennester entfernt. Mehlschwalben sind also gefährdet und brauchen unsere Hilfe.